Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Korrelation im Krypto-Portfolio: Warum zehn Coins noch keine Streuung sind

Am 21. September 2026 stiegen 15 der 20 größten Nicht-Stablecoins um mindestens fünf Prozent, keiner fiel. Wir haben 66 Coin-Paare über 90 Handelstage gemessen und zeigen, was die Zahlen für die Streuung in deinem Depot bedeuten.

Eine Reihe physischer Münzen kippt geschlossen in dieselbe Richtung wie eine Dominoreihe, die vorderste Münze trägt das Bitcoin-Zeichen
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Wenn dein Depot aus zehn verschiedenen Kryptowährungen besteht, ist es trotzdem womöglich nur eine einzige Wette. Der 21. September 2026 führt das vor: Von den 20 Nicht-Stablecoins in den größten 25 Kryptowährungen stehen an diesem Tag alle 20 im Plus, 15 davon mit mindestens fünf Prozent in 24 Stunden. Wer breit gestreut zu sein glaubte, hat an diesem Montag nichts gemerkt, weil alles gleichzeitig stieg. An einem Tag mit umgekehrtem Vorzeichen fällt derselbe Gleichlauf dagegen sehr wohl auf.

Wir haben deshalb nachgemessen, wie stark die großen Kryptowährungen tatsächlich miteinander laufen: zwölf Coins, 66 Paare, 90 Handelstage. Das Ergebnis steht weiter unten im Detail. Die kurze Fassung: Die durchschnittliche Paarkorrelation liegt bei 0,61, und sie ist in den letzten 30 Tagen höher als im Quartalsschnitt.

Was Korrelation bei Kryptowährungen bedeutet

Korrelation ist eine Kennzahl zwischen minus 1 und plus 1, die beschreibt, wie gleichmäßig sich zwei Kurse zusammen bewegen. Bei plus 1 laufen zwei Coins im perfekten Gleichschritt, bei 0 haben ihre Tagesbewegungen nichts miteinander zu tun, bei minus 1 bewegen sie sich genau gegenläufig. Gerechnet wird sie nicht auf die Kurse selbst, sondern auf die täglichen Renditen, also die prozentualen Veränderungen von Tag zu Tag.

Für dein Depot ist das die entscheidende Größe hinter dem Wort Streuung. Diversifikation bedeutet nicht, viele Namen zu halten, sondern Positionen zu halten, die nicht gleichzeitig fallen. Zwei Coins mit einer Korrelation von 0,90 sind in einem Abschwung praktisch dieselbe Position mit zwei Tickern. Der Fachausdruck für die Folge heißt Klumpenrisiko: Das Depot sieht auf dem Papier verteilt aus und reagiert im Ernstfall wie ein einzelner Posten.

Wichtig ist die Zeitachse. Korrelationen sind keine Konstanten. Sie steigen typischerweise in Phasen, in denen ein gemeinsamer Treiber den ganzen Markt bewegt, etwa eine Zinsentscheidung oder ein Liquiditätsschock, und sie fallen, wenn einzelne Coins eigenen Nachrichten folgen. Genau deshalb ist eine Momentaufnahme wenig wert und ein Vergleich zweier Zeitfenster aussagekräftig.

15 von 20 Top-Coins über fünf Prozent: der Befund vom 21. September

Bitcoin notiert am 21. September 2026 um 12:59 UTC bei 85.369 US-Dollar oder 74.333 Euro und liegt damit 6,1 Prozent über dem Vortag. Der Gesamtmarkt kommt auf 2,907 Billionen US-Dollar und legt 3,42 Prozent zu, die Bitcoin-Dominanz steht bei 58,8 Prozent. Alle Werte sind Abrufe der CoinGecko-Programmierschnittstelle vom selben Zeitpunkt.

Bemerkenswert ist an diesem Tag nicht die Höhe der Bewegung, sondern ihre Breite. Diese 15 der 20 Nicht-Stablecoins aus den größten 25 Kryptowährungen liegen bei mindestens plus fünf Prozent in 24 Stunden: Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana, Zcash, Dogecoin, Monero, WhiteBIT Coin, Rain, Chainlink, Cardano, Stellar, NEAR Protocol, Bitcoin Cash und Avalanche. Keiner der 20 steht im Minus. Ein solcher Tag ist der Normalfall in einer marktweiten Bewegung, und er ist der Anlass, die Streuung im eigenen Depot nicht als gegeben zu unterstellen.

Methode: 66 Coin-Paare über 90 Handelstage

Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 21. September 2026 selbst erhoben. Die Methode in einem Satz: Für zwölf Kryptowährungen wurden die Tagesschlusskurse in US-Dollar über die CoinGecko-Programmierschnittstelle abgerufen, daraus die logarithmierten Tagesrenditen gebildet und für jedes der 66 möglichen Paare der Pearson-Korrelationskoeffizient berechnet.

Der Messzeitraum umfasst die 90 Tagesrenditen vom 22. Juni bis zum 20. September 2026. Der laufende Tag bleibt außen vor, weil er noch nicht abgeschlossen ist. Geprüfte Objekte: zwölf Coins, nämlich Bitcoin, Ethereum, BNB, XRP, Solana, Dogecoin, Cardano, Chainlink, Avalanche, Stellar, Monero und Zcash, und daraus 66 Paare. Stablecoins bleiben außen vor, weil ihre Kurse an eine Währung gebunden sind und eine Korrelationsrechnung dort nichts aussagt.

Sieben unterschiedlich große Münzen stehen verteilt auf dunklem Stein und werfen zusammen einen einzigen gemeinsamen Schatten
Viele Namen, ein gemeinsamer Schatten: Genau so verhält sich ein Depot, dessen Positionen hoch miteinander korreliert sind.

Ethereum, XRP und Solana: Wo die Korrelation zu Bitcoin über 0,77 liegt

Gemessen an den 90 Tagesrenditen bis zum 20. September 2026 ergibt sich für die Korrelation zu Bitcoin folgendes Bild:

  • Ethereum: 0,89
  • XRP: 0,87
  • Solana: 0,81
  • Dogecoin: 0,81
  • Chainlink: 0,78
  • Cardano: 0,77
  • BNB: 0,72
  • Stellar: 0,72
  • Zcash: 0,61
  • Avalanche: 0,57
  • Monero: 0,33

Sechs der elf gemessenen Coins liegen bei 0,77 oder darüber. Ein Depot aus Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana, Chainlink und Cardano verteilt das Kapital also auf sechs Namen, deren Tagesbewegungen zu drei Vierteln von derselben Marktbewegung erklärt werden. Über alle 66 Paare liegt der Durchschnitt bei 0,61; 38 Paare erreichen 0,60 oder mehr, elf Paare kommen auf 0,80 oder mehr. Das höchste Paar ist Bitcoin und Ethereum mit 0,89.

Monero, Avalanche und Zcash: die drei Ausreißer in der Messung

Drei Werte fallen aus dem Muster. Monero kommt auf 0,33 und ist damit der einzige der zwölf gemessenen Coins, dessen Tagesbewegungen mehrheitlich nicht durch den Gesamtmarkt erklärt werden. Avalanche folgt mit 0,57, Zcash mit 0,61. Das niedrigste Paar der gesamten Messung ist Avalanche und Monero mit 0,03, also praktisch kein Zusammenhang über 90 Tage.

Bei Monero liegt eine naheliegende Erklärung in der eigenen Nachrichtenlage: Der Coin steht unter regulatorischem Druck, mehrere Handelsplätze haben ihn in der Europäischen Union aus dem Angebot genommen, und solche Ereignisse bewegen den Kurs unabhängig davon, was Bitcoin tut. Das ist eine Zuschreibung und keine gemessene Ursache. Die Messung selbst sagt nur, dass der Gleichlauf schwächer ist, nicht warum.

Ein niedriger Wert ist im Übrigen kein Qualitätsurteil und erst recht keine Kaufempfehlung. Monero notiert am 21. September 2026 bei 570,63 US-Dollar oder 496,87 Euro und liegt 7,47 Prozent über dem Vortag, steigt an diesem Tag also mit dem Markt. Geringe Korrelation heißt lediglich, dass ein Coin eigenen Risiken folgt. Diese eigenen Risiken können größer sein als das Marktrisiko, das du damit verdünnst.

Die Korrelation steigt: 0,61 über 90 Tage, 0,64 über 30 Tage

Rechnet man dieselbe Messung nur über die letzten 30 Tagesrenditen, steigt der Durchschnitt aller 66 Paare von 0,61 auf 0,64. Der Gleichlauf hat also zugenommen, und bei einzelnen Coins deutlich: Ethereum klettert von 0,89 auf 0,93, Cardano von 0,77 auf 0,90, XRP von 0,87 auf 0,90. Auch Monero zieht leicht an, von 0,33 auf 0,37, bleibt aber der Ausreißer.

Praktisch bedeutet das: Der Schutz, den Streuung innerhalb des Kryptomarkts bietet, war im letzten Monat schwächer als im Quartal davor. Wer seine Depotaufteilung im Frühsommer festgelegt hat und seither nicht nachgesehen hat, arbeitet mit veralteten Annahmen. Das ist kein Grund zur Eile, aber ein Grund zum Nachrechnen.

Eine dicht gedrängte Gruppe dunkler Münzen liegt im Schatten, eine einzelne Münze mit Bitcoin-Zeichen steht weit abseits im Lichtkegel
Nur ein Wert der Messung löst sich deutlich vom Feld: Monero kommt über 90 Tage auf eine Korrelation von 0,33 zu Bitcoin.

Klumpenrisiko im Depot: So rechnest du deine eigene Streuung nach

Die Zahlen oben gelten für zwölf große Coins, nicht für dein Depot. Deine Aufteilung, deine Gewichtung und dein Zeitraum ergeben andere Werte. Nachrechnen lässt sich das ohne Statistiksoftware, und es lohnt sich in dieser Reihenfolge.

Beginne mit der Gewichtung. Trage auf, welchen Anteil am Gesamtwert jede Position hat. Sehr häufig steht schon hier das Ergebnis: Wenn Bitcoin und Ethereum zusammen 70 Prozent ausmachen und acht weitere Coins die restlichen 30 Prozent füllen, entscheidet die Korrelation der kleinen Positionen kaum noch etwas. Ein Portfolio-Tracker übernimmt diesen Teil und zeigt die Gewichte fortlaufend an, was die Rechnung von Hand erspart.

Der zweite Schritt ist der Blick auf gemeinsame Treiber jenseits der Kursstatistik. Halte fest, welche deiner Positionen auf derselben Blockchain laufen, von derselben Handelsplattform verwahrt werden oder am selben Stablecoin hängen. Diese Verbindungen tauchen in keiner Korrelationszahl auf und wirken im Ernstfall trotzdem gleichzeitig. Ein Ausfall der verwahrenden Plattform trifft alle dort liegenden Positionen zugleich, unabhängig davon, wie unterschiedlich ihre Kurse in normalen Zeiten laufen.

Der dritte Schritt ist ein Belastungstest von Hand. Nimm den stärksten Tagesverlust des Gesamtmarkts der letzten zwölf Monate, unterstelle für jede Position denselben Prozentsatz und rechne den Depotwert aus. Das überschätzt den Schaden bei Positionen mit niedriger Korrelation und liefert genau deshalb die Untergrenze, an der du merkst, ob die Größe deiner Gesamtposition zu deiner Lage passt.

Hebel und Liquidationspreis: Warum Gleichlauf den Abstand verkürzt

Für gehebelte Positionen ist hohe Korrelation mehr als ein theoretisches Problem. Wer mehrere Positionen mit gemeinsamer Sicherheitsleistung führt, also im selben Margin-Konto, sieht bei einer marktweiten Bewegung alle Positionen gleichzeitig ins Minus laufen. Die Sicherheitsleistung schmilzt dann nicht anteilig, sondern über alle Positionen auf einmal, und der Liquidationspreis rückt schneller heran als die Rechnung für eine einzelne Position nahelegt.

Der Prüfpunkt ist deshalb nicht der Abstand zur Liquidation je Position, sondern der Abstand für das Konto als Ganzes. Rechne mit dem Fall, dass alle deine Positionen dieselbe prozentuale Bewegung machen, denn das ist bei Korrelationen um 0,90 die realistische Annahme. Zwei Größen gehören daneben auf den Zettel: die Funding-Rate, also die laufende Zahlung zwischen Long- und Short-Seite bei Perpetual-Kontrakten, und der Stopp, den du vorher festgelegt hast.

Haltefrist nach Paragraf 23 EStG: Was beim Umschichten gilt

Wer nach dieser Rechnung umschichten will, sollte die Steuer vorher ansehen, weil sie das Ergebnis verändert. Für Privatanleger in Deutschland gelten Kryptowährungen als andere Wirtschaftsgüter im Sinne von Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr ist ein Veräußerungsgewinn steuerfrei, innerhalb des Jahres ist er als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig, und für die Summe dieser Gewinne gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro im Kalenderjahr.

Entscheidend beim Umschichten ist, dass der Tausch eines Coins in einen anderen steuerlich eine Veräußerung ist. Wer Cardano in Monero tauscht, um die Korrelation zu senken, veräußert damit Cardano und beginnt für Monero eine neue Jahresfrist. Liegt die Cardano-Position noch unter einem Jahr, wird der Gewinn steuerpflichtig, obwohl kein Euro auf dem Konto gelandet ist. Eine Umschichtung aus Risikogründen kann sinnvoll sein und trotzdem eine Steuerlast auslösen, die den Nutzen übersteigt.

Beim Verwahrort lohnt ein Blick auf die Erlaubnis des Anbieters. Welche Unternehmen in Deutschland Kryptowerte-Dienstleistungen erbringen dürfen, führt die BaFin für Kryptoinstitute. Das ist eine Frage der Zulassung und keine Aussage über Kursrisiken, aber sie gehört zu den gemeinsamen Treibern aus dem zweiten Schritt oben.

Was diese Messung nicht hergibt

Korrelation ist rückwärtsgerichtet. Sie beschreibt 90 vergangene Tage und sagt nicht, wie zwei Coins morgen laufen. Gerade in einem Einbruch steigen Korrelationen erfahrungsgemäß an, weil dann alle Positionen aus demselben Grund verkauft werden. Der Schutz, den eine niedrige Korrelation verspricht, ist genau in dem Moment am schwächsten, in dem er gebraucht wird.

Nicht prüfen konnten wir vier Punkte, die zum ehrlichen Bild gehören. Erstens haben wir in US-Dollar gerechnet; für dich als Anlegerin oder Anleger im Euroraum kommt die Bewegung des Wechselkurses hinzu, die in diesen Zahlen nicht steckt. Zweitens beruht die Messung auf Tageswerten, sodass Bewegungen innerhalb eines Tages unsichtbar bleiben. Drittens haben wir zwölf Coins gemessen und nicht die gesamten Top 25; kleinere Coins außerhalb dieser Auswahl können deutlich anders laufen. Viertens sagt eine Korrelation nichts über die Größe der Ausschläge, denn zwei Coins können im Gleichschritt laufen und dabei völlig unterschiedlich stark schwanken.

Auch die Datenquelle ist eine Annahme. Kursdaten eines Aggregators sind Mischkurse über viele Handelsplätze. Rechnest du mit den Kursen deiner eigenen Handelsplattform nach, werden die Werte leicht abweichen. Für die Größenordnung und für die Rangfolge der Coins spielt das keine Rolle, für die zweite Dezimalstelle schon.

Korrelation im Krypto-Portfolio prüfen: Was du daraus mitnimmst

Der Befund dieser Messung lautet: Über 90 Tage liegt die durchschnittliche Paarkorrelation der zwölf größten Kryptowährungen bei 0,61, über 30 Tage bei 0,64, und sechs von elf gemessenen Coins laufen mit mindestens 0,77 zu Bitcoin. Die Zahl der Positionen im Depot sagt damit wenig über die tatsächliche Streuung. Drei Schritte folgen daraus, und über allen dreien steht die Jahresfrist: Jeder Tausch ist steuerlich eine Veräußerung und startet eine neue Haltedauer, weshalb die Steuer vor jeder Umschichtung gegen den Risikonutzen gehört.

  1. Gewichte auflisten, bevor du über Korrelation nachdenkst. Wenn zwei Positionen den Großteil des Depotwerts tragen, entscheidet ihre Gewichtung mehr als jede Korrelationszahl. Ein Portfolio-Tracker aus unserem Vergleich zeigt die Anteile fortlaufend und liefert zugleich die Daten, die du für die Steuererklärung brauchst.
  2. Gemeinsame Treiber jenseits des Kurses aufschreiben. Notiere, welche Positionen auf derselben Blockchain laufen und welche am selben Verwahrort liegen. Wer die Verwahrung auf mehrere zugelassene Handelsplätze verteilen will, findet die Anbieter im Überblick über die Krypto-Börsen.
  3. Bei gehebelten Positionen den Abstand für das gesamte Konto rechnen. Unterstelle allen Positionen dieselbe Bewegung und prüfe, wo die Sicherheitsleistung dann steht. Welche Plattformen Perpetual-Kontrakte anbieten und wie sich ihre Funding-Modelle unterscheiden, steht im Vergleich der Perp-DEX.

(Stand: 21. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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