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Aave (AAVE) 13 Prozent unter dem Wochenhoch, Babylon beantragt natives Bitcoin als Sicherheit in V4: Worauf es jetzt ankommt

Babylon Labs will natives Bitcoin als Sicherheit in Aave V4 bringen, ohne Wrapping und ohne Verwahrer. Die ersten 500.000 Dollar Erlös pro Jahr gehen vollständig an die Aave DAO.

Leuchtzeichen mit dem Aave-Zeichen an der Betonwand einer nachts erleuchteten Rechenzentrumshalle, davor eine Reihe dunkler Serverschränke
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Kategorien: Bitcoin

Babylon Labs will erreichen, dass Aave V4 echtes Bitcoin als Sicherheit annimmt, ohne dass das Bitcoin dafür die Bitcoin-Blockchain verlässt. Der Antrag dazu steht seit Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, im Governance-Forum von Aave. Beschlossen ist nichts: Es handelt sich um einen ARFC, also die Stufe vor der Abstimmung. Wer Aave hält, bekommt damit zum ersten Mal eine konkrete Vorlage dafür, wie viel das Protokoll an einer Bitcoin-Besicherung verdienen würde.

Was Babylon bei Aave V4 beantragt hat

Der Antrag trägt den Titel „Onboard Native BTC as Collateral to Aave V4 via Babylon Trustless Bitcoin Vaults" und wurde von Babylon Labs eingestellt. Ihm ist ein Temperature Check vorausgegangen, den der Vorschlag bestanden hat. Der erste Anwendungsfall ist klar benannt: Stablecoins leihen gegen natives Bitcoin.

Ein ARFC ist bei Aave kein Beschluss, sondern ein Antrag mit Begründung und Bauplan. Er sammelt Rückmeldungen aus der Community und die Einschätzung der Risiko-Dienstleister, bevor überhaupt abgestimmt wird. Die Reihenfolge ist bei Aave festgelegt, und sie steht auch in diesem Antrag: erst Rückmeldungen und Risikoanalyse, dann eine Snapshot-Abstimmung, dann ein AIP mit den vollständigen Risikoparametern für die Abstimmung auf der Blockchain.

ARFC steht für Aave Request for Final Comments. Es ist die Stufe, auf der ein Vorschlag technisch fertig beschrieben ist, aber noch keine Stimme bekommen hat.

Aave Kurs 148,30 Dollar, 13 Prozent unter dem Stand der Vorwoche

Aave kostet 148,30 Dollar oder 132,39 Euro, laut CoinGecko, Stand Donnerstag Mittag. Über sieben Tage sind das 13,16 Prozent weniger, über 24 Stunden 6,56 Prozent. Das Wochenhoch lag am Montag bei 171,52 Dollar, das Wochentief liegt bei 148,19 Dollar und damit praktisch auf dem aktuellen Kurs. In der Tagesspanne reichte es von 147,94 bis 158,98 Dollar.

Der Blick auf 30 Tage dreht das Bild: Dort steht ein Plus von 16,59 Prozent. Die Woche war also schwach, der Monat nicht. Aave liegt mit einer Marktkapitalisierung von 2,29 Milliarden Dollar auf Rang 46, bei einem Tagesumsatz von 269,4 Millionen Dollar. Vom Höchststand aus dem Mai 2021 bei 661,69 Dollar fehlen 77,59 Prozent. Im Umlauf sind 15,44 Millionen AAVE von höchstens 16 Millionen, die es je geben wird.

Diese Woche fiel fast der gesamte Kryptomarkt, und Bitcoin gab dabei deutlich weniger nach als Aave. Der Antrag von Babylon ist deshalb kein Kurstreiber, den man in der Wochenbilanz sehen könnte. Er ist eine Nachricht über die Einnahmen des Protokolls, und die wirken, wenn überhaupt, über Quartale.

Angeschnittenes Buendel Glasfaserkabel im Dunkeln, die Faserenden leuchten einzeln auf, eine Hand mit Arbeitshandschuh haelt das Buendel
Das Bitcoin bleibt auf der Bitcoin-Blockchain, nach Ethereum wandert nur ein Abbild.

Trustless Bitcoin Vaults: Das Bitcoin bleibt, wo es ist

Der Kern des Antrags ist die Verwahrfrage. Das Bitcoin bleibt in einem Taproot-UTXO auf der Bitcoin-Blockchain liegen. Es wird nicht gewrappt, nicht über eine Bridge geschickt und nicht von einem Verwahrer gehalten. Das ist der Unterschied zu allem, was bisher an Bitcoin-Besicherung in der DeFi-Welt läuft.

Ein Taproot-UTXO ist ein noch nicht ausgegebener Ausgang einer Bitcoin-Transaktion, dessen Ausgabebedingungen über das Taproot-Format festgelegt sind. Vereinfacht: ein Bitcoin-Betrag mit einer Bedingung daran, wer ihn unter welchen Umständen bewegen darf.

Auf Ethereum entsteht dafür ein Abbild-Token nach dem ERC-20-Standard mit acht Dezimalstellen. Es wird erzeugt, wenn ein Vault aktiviert wird, und vernichtet, wenn die Position endet. Übertragen lässt es sich nur zwischen den Verträgen der Integration selbst, und die Gesamtmenge entspricht immer genau dem Bitcoin, das in aktiven Positionen gebunden ist. Das Abbild ist also kein frei handelbarer Token, sondern eine Buchungszeile.

Zwei neue Spokes in der Hub-and-Spoke-Architektur

Aave V4 ist nach einem Hub-and-Spoke-Muster gebaut: Ein Hub hält die Liquidität, die Spokes sind die Märkte, die sich daraus bedienen. Der Antrag will zwei neue Spokes aufsetzen. Der Babylon Spoke führt natives Bitcoin als einzige Sicherheit. Der BTC Vault Swap Spoke erledigt die Abwicklung nach einer Liquidation. Beide ziehen ihre Liquidität aus einem Aave-V4-Hub; welche Hub-Instanz das ist, legt der Antrag nicht fest.

Vier Einstellungen stehen bereits fest und sind nicht als Stellschrauben gedacht. Natives Bitcoin ist reine Sicherheit und kann nicht geliehen werden. Die Liquidationsgebühr steht auf null. Dass Liquidatoren Anteile statt Sicherheiten erhalten, ist abgeschaltet. Und der Ziel-Gesundheitsfaktor, der sonst festlegt, wie weit eine Position bei einer Liquidation zurückgefahren wird, ist entfernt.

Was bei einer Liquidation mit dem Bitcoin passiert

Der interessanteste Teil des Antrags steht nicht in den Zahlen, sondern im Ablauf einer Liquidation, und er erklärt, warum die Liquidationsgebühr null sein kann. Bisher nimmt ein Liquidator bei Aave einen Teil der Sicherheit und verkauft ihn am Markt. Bitcoin auf der Bitcoin-Blockchain lässt sich so nicht verwerten, weil der Liquidator auf Ethereum arbeitet.

Der Antrag löst das in drei Schritten. Erstens greift eine Liquidation immer genau einen BTCVault, nicht einen Prozentsatz einer Position. Zweitens kann jeder Liquidator ohne Erlaubnis den eingezogenen Vault an den BTC Vault Swap Spoke verkaufen und bekommt dafür WBTC zum Kurs des Orakels, abzüglich eines Abschlags. WBTC ist der Wrapped-Bitcoin-Token, mit dem die Integration startet. Drittens treten Arbitrageure an, tilgen die WBTC-Schuld und lösen dafür das echte Bitcoin auf der Bitcoin-Blockchain ein.

Der Abschlag beim Verkauf ist damit die eigentliche Vergütung für den Liquidator, und er ersetzt die Liquidationsgebühr. Drei Werte am Swap Spoke sind einstellbar: dieser Verkaufsabschlag, eine Mindestreserve für den Gewinn der Arbitrageure und der Empfänger der Gebühren. Zahlen nennt der Antrag für keinen dieser drei Werte.

Wer verstehen will, wie sich besicherte Kredite auf verschiedenen Plattformen unterscheiden, findet die Konditionen im Krypto-Lending-Vergleich nebeneinander. Die Mechanik der Liquidation ist dort der Punkt, an dem sich die Anbieter am stärksten unterscheiden.

Leerer Plenarsaal bei Nacht von der oberen Rangreihe, leere Sitzreihen im Halbkreis, ein Lichtkegel auf dem leeren Rednerpult
Vor einem Start stehen noch eine Snapshot-Abstimmung und ein AIP auf der Blockchain.

Die Erlösteilung: Die ersten 500.000 Dollar gehen vollständig an die Aave DAO

Hier wird der Antrag ungewöhnlich genau, und hier liegt für AAVE-Halter der eigentliche Inhalt. Als Qualifying Revenue zählen zwei Einnahmen: die Hub-Liquiditätsgebühr auf die Zinsen, die Kreditnehmer im Babylon Spoke zahlen, und die Liquidationsgebühren, die über den Adapter und den BTC Vault Swap Spoke anfallen.

Die ersten 500.000 Dollar dieser Einnahmen pro Jahr gehen vollständig an die Aave DAO. Darüber greift eine Staffel, jeweils aufgeteilt auf die DAO, Babylon und den Rückkauf von Token:

  • 500.000 bis 2 Millionen Dollar: 78 Prozent DAO, 18 Prozent Babylon, 4 Prozent Token-Rückkauf
  • 2 bis 4 Millionen Dollar: 72,5 Prozent DAO, 22,5 Prozent Babylon, 5 Prozent Rückkauf
  • 4 bis 6 Millionen Dollar: 67 Prozent DAO, 27 Prozent Babylon, 6 Prozent Rückkauf
  • über 6 Millionen Dollar: 61,5 Prozent DAO, 31,5 Prozent Babylon, 7 Prozent Rückkauf

Der Rückkauf teilt sich zu 85 Prozent auf AAVE und zu 15 Prozent auf BABY auf, den Token von Babylon. Die zurückgekauften Token gehen zu gleichen Teilen an die Aave DAO und die Babylon Foundation. Ausgeschüttet wird monatlich. Zusätzlich darf der Adapter eine Babylon-Zinsgebühr erheben, einen Anteil am Basiszins, den der Kreditnehmer bei Aave zahlt. Wie hoch dieser Anteil ist, steht nicht im Antrag.

Der Anteil, der direkt in AAVE-Rückkäufe fließt, ist in jeder Stufe einstellig: 4 bis 7 Prozent der Qualifying Revenue. Selbst bei 6 Millionen Dollar Einnahmen im Jahr wären das rund 420.000 Dollar für Rückkäufe, davon 85 Prozent in AAVE. Gegen eine Marktkapitalisierung von 2,29 Milliarden Dollar ist das eine kleine Zahl, und sie sollte niemand als Kurstreiber lesen.

Welche Risikoparameter noch fehlen

Die Zahlen, an denen für Kreditnehmer alles hängt, stehen nicht im Antrag. Es gibt keinen Beleihungswert, keine Liquidationsschwelle und keine Obergrenze für das Angebot. Der Antrag sagt dazu wörtlich, die Risikoparameter für beide Spokes würden von den Risiko-Dienstleistern von Aave geliefert. Das ist bei Aave das übliche Verfahren, es heißt aber auch: Wer heute abschätzen will, wie viel Stablecoin er gegen ein Bitcoin leihen könnte, hat dafür keine Grundlage.

Ohne Liquidationsschwelle lässt sich auch das Risiko eines Nachschusses nicht beziffern. Für die Beurteilung des Antrags ist das kein Mangel, für eine Anlageentscheidung schon.

Der Antrag steht nicht allein im Forum

Im Governance-Forum von Aave liegen in derselben Woche weitere Anträge. Am 15. Oktober kam ein ARFC zur Aufnahme von USAT, dem US-Dollar-Token von Tether America, in die V3-Core-Instanz und den V4-Core-Hub auf Ethereum. Am 14. Oktober wurde ein Risikorahmen für tokenisierte Aktien auf Aave V3 X Layer zur Diskussion gestellt, am 13. Oktober eine CAPO-SnapshotRatio-Anpassung über Aave V3.

Das Muster ist in allen Fällen dasselbe: Aave nimmt Sicherheiten auf, die bisher nicht in DeFi-Kreditmärkten lagen. Natives Bitcoin ist davon der größte Brocken, weil es die größte Menge an Kapital betrifft, die bisher nur daliegt.

Unsere Einschätzung zum Babylon-Antrag

Aus Sicht der Redaktion ist an diesem Antrag die Verwahrkonstruktion das Belastbare und die Erlösteilung das Nachrangige. Dafür spricht die Bauweise: Das Bitcoin bleibt im Taproot-UTXO, das Abbild auf Ethereum ist nicht übertragbar und mengengleich zum gebundenen Bitcoin, und die Liquidation greift einen ganzen Vault statt eines Anteils. Diese drei Festlegungen stehen im Antrag und sind keine Absichtserklärung.

Dagegen spricht der Stand des Verfahrens. Es fehlen Beleihungswert, Liquidationsschwelle und Angebotsgrenze, und es fehlen die Werte für Verkaufsabschlag und Babylon-Zinsgebühr. Bis zur Snapshot-Abstimmung und dem anschließenden AIP ist offen, ob und mit welchen Grenzen das startet. Die Einnahmen aus der Staffel wiegen gegen 2,29 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung zu leicht, um einen Kurs zu bewegen. Wer AAVE wegen der Rückkäufe kauft, rechnet mit einstelligen Prozentanteilen einer Einnahme, die es noch nicht gibt. Ein Totalverlust bleibt bei jedem Krypto-Engagement möglich.

Der Antrag ist öffentlich und ohne Konto lesbar

Der Antrag ist öffentlich und ohne Konto lesbar. Er steht im Governance-Forum von Aave, Babylon beschreibt seine Trustless Bitcoin Vaults auf der eigenen Seite. Für die Einordnung lohnt der Blick auf drei Punkte: die Liste der festen Einstellungen, die Staffel der Erlösteilung und den Abschnitt zu den nächsten Schritten.

Praktisch nutzbar ist der Weg für Anleger in Deutschland noch nicht. Solange kein AIP durch ist, gibt es keinen Markt, in dem sich Bitcoin als Sicherheit einsetzen ließe. Wer Bitcoin hält und über Kredite darauf nachdenkt, hat es bis dahin mit den bestehenden Anbietern zu tun, und dort gelten die Regeln von MiCA samt Zulassungspflicht für den Dienstleister.

Ein Punkt, der bei Krediten gegen Krypto oft untergeht: Wer Coins als Sicherheit stellt und sie bei einer Liquidation verliert, hat steuerlich einen Verkauf. Die einjährige Haltefrist für private Veräußerungsgeschäfte entscheidet dann darüber, ob der Vorgang steuerfrei bleibt. Das gilt heute und unabhängig davon, wie der Antrag bei Aave ausgeht.

Aave V4 und Bitcoin: Ohne Snapshot-Votum bleibt es ein Antrag

Drei Schritte sind jetzt sinnvoll:

  1. Den Antrag im Original lesen, nicht die Zusammenfassung. Die festen Einstellungen und die Erlösstaffel stehen dort vollständig, die Risikoparameter fehlen dort ebenso vollständig. Wie andere Plattformen ihre Renditen und Bedingungen ansetzen, zeigt der Vergleich der Staking- und Rendite-Plattformen.
  2. Die eigene Verwahrung vom Kreditgedanken trennen. Bitcoin, das als Sicherheit dient, ist gebunden, auch wenn es die Blockchain nicht verlässt. Für Bestände, die liegen bleiben sollen, bleibt die eigene Verwahrung der einfachere Weg; die Geräte dafür stehen im Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Die Haltefrist für jede Sicherheit mitführen. Eine Liquidation ist ein Verkauf, und ohne Anschaffungsdatum lässt sich die Jahresfrist später nicht belegen. Die Werkzeuge dafür findest du unter den Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Trackern.

(Stand: 15. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Aave

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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