Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Satoshis Bitcoin: Warum 1,1 Millionen Coins eingefroren werden könnten

Rund 1,1 Millionen Bitcoin, heute gut 91 Milliarden Dollar wert, werden dem Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto zugeschrieben. Ein Entwurf von Bitcoin-Entwicklern würde sie einfrieren, bevor ein Quantenrechner sie stehlen kann. Was hinter BIP-361 steckt, was dagegen spricht und welche Adressen auch bei dir betroffen wären.

Bronzebüste von Satoshi Nakamoto mit Kapuze, spiegelndem Gesicht und Bitcoin-Zeichen auf der Brust im Graphisoft Park in Budapest
7 Min. Lesezeit
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Rund 1,1 Millionen Bitcoin werden dem Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto zugeschrieben. Zum Kurs von 83.045 US-Dollar am Sonntagmorgen sind das gut 91 Milliarden Dollar oder rund 81,5 Milliarden Euro, verteilt auf frühe Adressen aus dem ersten Jahr des Netzwerks. Die Coins gelten als unberührt. Trotzdem stehen sie im Mittelpunkt einer der heftigsten Debatten unter Bitcoin-Entwicklern: Ein Entwurf mit der Nummer BIP-361 würde sie einfrieren, bevor ein Quantenrechner sie eines Tages stehlen kann.

Die Frage, was passiert, wenn Satoshi zurückkehrt, ist so alt wie Bitcoin selbst. Neu ist die Frage, ob seine Coins überhaupt noch bewegbar wären, wenn sich das Netzwerk gegen Quantenangriffe absichert. Darin steckt auch eine praktische Lehre für deine eigenen Adressen.

Wie viele Bitcoin gehören Satoshi Nakamoto?

Genau weiß das niemand, denn Satoshi hat seine Adressen nie offengelegt. Die gängige Zahl geht auf den Informatiker Sergio Demian Lerner zurück. Er hat 2013 in den frühen Blöcken der Bitcoin-Blockchain ein Muster entdeckt, das auf einen einzelnen, sehr frühen Miner hindeutet. Spätere Auswertungen dieses sogenannten Patoshi-Musters kommen auf rund 1,1 Millionen Bitcoin. Das sind etwa 5,5 Prozent der 20,10 Millionen Bitcoin, die heute im Umlauf sind.

Satoshi veröffentlichte das Whitepaper am 31. Oktober 2008 und startete das Netzwerk am 3. Januar 2009. Im Frühjahr 2011 zog er sich zurück. Die ihm zugeschriebenen Coins liegen in einem frühen Adressformat namens Pay-to-Public-Key, kurz P2PK, und genau dieses Format macht sie heute zum Sonderfall.

Balkendiagramm: 20,10 Millionen Bitcoin im Umlauf, 6,80 Millionen mit öffentlichem Schlüssel, 1,10 Millionen Satoshi zugeschrieben
Satoshis geschätzter Bestand ist ein Teil der Bitcoin, deren Schlüssel offenliegt. Quellen: blockchain.info, BIP-361, Schätzung nach S. D. Lerner; eigene Berechnung.

Die Grafik ordnet die Größenordnung ein. Satoshis geschätzter Bestand ist nur ein Teil dessen, was offenliegt: Nach den Angaben im Entwurf BIP-361 hatten am 1. März 2026 mehr als 34 Prozent aller Bitcoin einen öffentlichen Schlüssel auf der Blockchain sichtbar.

Warum Quantenrechner Satoshis Bitcoin gefährden

Bitcoin schützt Guthaben mit digitalen Signaturen. Wer den privaten Schlüssel kennt, kann ausgeben, und aus dem öffentlichen Schlüssel lässt sich der private mit heutigen Computern nicht zurückrechnen. Ein ausreichend großer Quantenrechner könnte genau das. Wann es so weit ist, ist offen. Die Autoren von BIP-361 verweisen auf Fahrpläne, die einen solchen Rechner schon zwischen 2027 und 2030 für möglich halten, andere Fachleute rechnen mit deutlich mehr Zeit.

Gefährdet sind dabei nur Coins, deren öffentlicher Schlüssel bereits sichtbar ist. Bei den P2PK-Adressen aus Satoshis Zeit steht er von Anfang an in der Blockchain. Bei moderneren Formaten erscheint er erst, wenn von einer Adresse einmal ausgegeben wurde. Der Entwurf wird an dieser Stelle deutlich: Setzen die Quantenrechner ihre Entwicklung fort, würden die Schlüssel aller P2PK-Ausgaben mit nahezu sicherer Wahrscheinlichkeit gefunden und die Guthaben gestohlen.

Was BIP-361 vorsieht: einfrieren statt stehlen lassen

BIP-361 trägt den Titel „Post Quantum Migration and Legacy Signature Sunset“ und steht seit Februar 2026 als Entwurf im offiziellen Verzeichnis der Bitcoin-Verbesserungsvorschläge. Hauptautor ist der Entwickler Jameson Lopp. Der Plan setzt voraus, dass Bitcoin zuvor einen quantensicheren Adresstyp erhält, etwa über den ebenfalls als Entwurf vorliegenden BIP-360. Danach soll es in zwei Stufen gehen:

  • Phase A: Rund drei Jahre nach der Aktivierung, genauer 160.000 Blöcke später, nimmt das Netzwerk keine Zahlungen an angreifbare Adressen mehr an. Neues Geld fließt dann nur noch in quantensichere Formate.
  • Phase B: Fünf Jahre nach der Aktivierung, an einem lange vorher angekündigten Stichtag, sind Ausgaben mit den alten Signaturen nur noch über ein quantensicheres Rettungsverfahren möglich.

Dieses Rettungsverfahren setzt auf einen Wissensvorsprung des echten Besitzers. Wer eine moderne Wallet mit Seed-Phrase nutzt, kann nachweisen, dass er den Ursprungsschlüssel kennt, den ein Angreifer nicht kennt. Für P2PK-Adressen gibt es diesen Vorsprung nicht, das räumen die Autoren selbst ein. Satoshis Coins blieben damit nach heutigem Stand dauerhaft gesperrt, es sei denn, ein weiterer Vorschlag schafft für solche Altbestände einen eigenen, langsamen Ausgabeweg.

Metallskulptur einer sitzenden Figur mit Laptop aus senkrechten Stahllamellen auf einem rostroten Sockel in einem Park in Lugano
Die Satoshi-Skulptur von Valentina Picozzi in Lugano. Foto: StellarDancingDuck, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Autoren berufen sich dabei auf Satoshi selbst. Er schrieb 2010 im Bitcoin-Forum, verlorene Coins machten die Coins aller anderen nur etwas wertvoller, man könne sie als Spende an alle betrachten. Eingefrorene Coins verknappen das Angebot, gestohlene würden es dagegen auf einen Schlag vergrößern.

Was gegen das Einfrieren spricht

Der Widerstand ist grundsätzlich. Bitcoin verspricht, dass niemand fremde Coins sperren kann, und genau das würde BIP-361 tun, wenn auch nach Jahren Vorlauf. Kritiker halten das für einen Bruch des Eigentumsversprechens, gleich wem die Coins gehören. Selbst Lopp mag seinen Vorschlag nicht. Er nannte ihn im April einen groben Notfallplan und sagte laut CoinDesk: „I wrote it because I like the alternative even less.“ Er habe ihn also geschrieben, weil ihm die Alternative noch weniger gefalle.

Entschieden wird das nicht in einem Gremium. Ein Soft Fork braucht die breite Zustimmung von Minern, Knotenbetreibern, Wallets und Börsen. Davon sind beide Entwürfe weit entfernt, BIP-360 und BIP-361 tragen bis heute den Status „Draft“.

Was eine Rückkehr Satoshis für den Bitcoin-Kurs bedeuten würde

Bewegten sich Satoshis Coins vor einem solchen Stichtag, wüsste der Markt zunächst nicht, wer dahintersteht: Satoshi selbst, ein Erbe oder ein Angreifer mit Quantenrechner. Schon die Möglichkeit, dass ein Bestand von gut 91 Milliarden Dollar auf den Markt kommt, dürfte erheblichen Druck auslösen, ohne dass ein einziger Coin verkauft ist. Ein endgültiges Einfrieren nähme dieses Risiko aus der Rechnung. Ähnlich argumentieren Befürworter eines US-Gesetzes, das staatliche Bitcoin für 20 Jahre sperren soll: Was nicht verkauft werden kann, belastet den Kurs nicht.

So prüfst du, ob deine eigenen Bitcoin betroffen wären

Für die allermeisten Anleger in Deutschland ist das heute keine akute Gefahr. Es ist aber eine gute Gelegenheit, die eigenen Adressen anzusehen:

  • Coins auf einer Börse: Hier entscheidet der Anbieter, in welchen Adressformaten er verwahrt. Ein späterer Umzug auf quantensichere Adressen läge bei ihm.
  • Eigene Wallet mit Seed-Phrase: Moderne Wallets erzeugen für jede Zahlung eine neue Adresse. Bei Adressen, die mit „1“, „3“ oder „bc1q“ beginnen, liegt der öffentliche Schlüssel erst offen, wenn du von ihnen ausgegeben hast. Adressen nicht mehrfach zu verwenden, ist deshalb eine einfache Schutzregel.
  • Taproot-Adressen mit „bc1p“: Hier ist ein Schlüssel von Anfang an sichtbar, BIP-361 zählt sie ausdrücklich zu den angreifbaren Formaten. Ein Grund zur Eile ist das heute nicht, für einen späteren Umzug aber ein Punkt auf der Liste.
  • Sehr alte Wallets: Wer Coins aus den ersten Jahren besitzt, sollte prüfen, in welchem Format sie liegen. Ein Umzug auf eine neue eigene Adresse ist kein Verkauf und löst in Deutschland keine Steuer aus.

Wer seine Coins selbst verwahrt, findet im Hardware-Wallet-Vergleich Geräte, die Seed-Phrase und frische Adressen sauber verwalten. Wer erst einsteigen will, findet geprüfte Anbieter im Vergleich zum Bitcoin-Kauf.

Häufige Fragen zu Satoshis Bitcoin und BIP-361

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen.

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