Ethereum Prognose: 2.982 neue ETH an einem Tag, nur 10 davon verbrannt
Analyse: Die Gebührenverbrennung bei Ethereum ist fast erloschen, das Angebot wächst um 0,86 Prozent im Jahr. Was das für Kurs, Staking-Rendite und Steuer bedeutet und welche Marken jetzt zählen.

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Belegt ist: Zwischen Samstagabend und Sonntagabend, 18:40 Uhr deutscher Zeit, kamen laut ultrasound.money netto 2.982 neue Ether in Umlauf. Über die Gebühren verbrannt wurden im selben Zeitraum nur 10,05 ETH, umgerechnet rund 22.400 Dollar. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Das wachsende Angebot ist kein Grund zur Panik, aber es verschiebt die Last auf die Käufer, und genau die fehlen gerade.
Der Kurs selbst bewegt sich kaum. Am Sonntagabend kostet Ether laut CoinGecko 2.234 Dollar, das sind rund 2.006 Euro. Die Spanne der letzten 24 Stunden lag zwischen 2.223 und 2.243 Dollar. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Ethereum Prognose ein. Hier geht es um eine Zahl, die im Kurschart nicht auftaucht und trotzdem jeden Tag mitrechnet: wie viel Ether neu entsteht und wie wenig davon wieder verschwindet.
Neue ETH gegen verbrannte ETH am Sonntag
Seit dem Wechsel auf Proof of Stake im September 2022 entstehen neue Ether nur noch als Belohnung für Validatoren, die ihre Coins hinterlegt haben und Blöcke vorschlagen oder bestätigen. Gleichzeitig zerstört das Netzwerk seit August 2021 die sogenannte Grundgebühr jeder Transaktion. Beide Ströme laufen ständig, und nur ihr Saldo entscheidet, ob das Angebot wächst oder schrumpft.
Die Zahlen vom Sonntag zeigen, wie einseitig dieser Saldo gerade ausfällt:
| Zeitraum bis 8. November, 18:40 Uhr | Netto neue ETH | Verbrannte ETH | Anteil der Verbrennung an der Ausgabe |
|---|---|---|---|
| 24 Stunden | 2.982 | 10 | 0,3 Prozent |
| 7 Tage | 20.666 | 288 | 1,4 Prozent |
| 30 Tage | 86.751 | 2.697 | 3,0 Prozent |
Von rund 2.990 Ether, die das Protokoll am Sonntag an Validatoren ausgegeben hat, hat die Verbrennung nur ein Dreihundertstel wieder eingesammelt. Über 30 Tage gerechnet wuchs das Angebot um 86.751 ETH. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt das ein Plus von gut einer Million Ether oder 0,86 Prozent der gesamten Menge von 122,2 Millionen ETH.

Warum die Gebührenverbrennung kaum noch greift
Der Mechanismus ist einfach. Jede Transaktion zahlt eine Grundgebühr je verbrauchter Gaseinheit, und diese Grundgebühr wird vernichtet. Steigt die Nachfrage nach Blockplatz, steigt die Grundgebühr automatisch, und es verbrennt mehr Ether. Sinkt die Nachfrage, fällt die Gebühr gegen null. Am Sonntagabend lag der Gaspreis im Hauptnetz bei rund 0,04 Gwei. Eine einfache Überweisung kostet damit weniger als einen Cent.
Für Nutzer ist das angenehm. Für die Angebotsrechnung heißt es: Ethereum ist derzeit nicht knapp an Blockplatz. Ein großer Teil des Handels und der Zahlungen läuft auf Layer-2-Netzwerken, die ihre Daten gebündelt und günstig im Hauptnetz ablegen. Dort bleibt viel Aktivität, aber wenig verbrannte Gebühr.
Ein Überschlag zeigt, wie weit der Weg zurück zu einem schrumpfenden Angebot ist. Bei unveränderter Auslastung müsste die Grundgebühr etwa auf das 300-Fache steigen, also auf rund 12 Gwei, damit die Verbrennung die tägliche Ausgabe von rund 2.990 ETH ausgleicht. Solche Werte gab es zuletzt in hektischen Marktphasen, nicht in einer ruhigen Woche wie dieser.
Seit dem Merge 1,68 Millionen ETH mehr
Der Blick zurück ordnet die Tageszahl ein. Am 15. September 2022, dem Tag der Umstellung, waren 120,52 Millionen Ether im Umlauf. Am Sonntagabend sind es 122,20 Millionen. Das Angebot ist damit in gut vier Jahren um 1,68 Millionen ETH oder 1,4 Prozent gewachsen. In derselben Zeit hat das Netzwerk rund 2,02 Millionen ETH verbrannt, seit dem Start der Verbrennung im August 2021 sogar 4,64 Millionen ETH.
Die Erzählung vom „ultraknappen Geld“, die 2022 und 2023 viele Käufer überzeugte, trägt also nur in Phasen hoher Nutzung. Ohne die Verbrennung wäre das Angebot heute um mehr als zwei Millionen Ether größer. Mit ihr wächst es trotzdem, nur langsamer als vor dem Merge, als Miner täglich ein Vielfaches der heutigen Menge erhielten. Wer mehr über die Zeit davor wissen will, findet die Geschichte in unserem Stück über Ethereum Mining nach dem Merge.
Rund 6,7 Millionen Dollar Kaufdruck nötig, jeden Tag
Für den Kurs ist das Angebot nur eine Seite. Die 2.982 neuen ETH vom Sonntag sind zum aktuellen Kurs rund 6,7 Millionen Dollar wert. Über 30 Tage summieren sich die netto neuen Coins auf etwa 194 Millionen Dollar. Nicht jeder Validator verkauft seine Belohnung, viele lassen sie im Staking liegen. Doch was verkauft wird, muss jemand kaufen, damit der Kurs hält.
Genau dort liegt die Schwäche der letzten Wochen. Die börsengehandelten Ether-Fonds in den USA meldeten zuletzt die sechste Abflusswoche in Folge; die Lage dazu beschreibt unser Artikel zum Ethereum Kurs bei 2.000 Euro. Wenn die größten neuen Käufer der Jahre 2024 und 2025 netto verkaufen, fällt ein wachsendes Angebot stärker ins Gewicht als in einer Phase mit Zuflüssen.
Seit unserer letzten Prognose vom Samstag hat sich am Kurs fast nichts verändert: Damals standen rund 2.233 Dollar auf der Anzeige, heute 2.234. Im Mittelpunkt stand dort die Pause des Glamsterdam-Upgrades vor dem Testnetz Hoodi, nachzulesen unter Acht Gas-Fallen stoppen Glamsterdam. Neu ist seither die Angebotsseite: Mit 10 verbrannten ETH an einem Tag ist sie so schwach wie selten.

Die Marken zwischen 2.192 und 2.570 Dollar
Für die nächsten Tage zählen drei Bereiche, alle aus den Kursdaten der letzten 30 Tage abgeleitet:
- 2.192 Dollar ist das Tief der letzten 30 Tage. Ein Tagesschluss darunter würde den Bereich verlassen, in dem Ether seit Ende Oktober pendelt.
- 2.000 Dollar ist die runde Marke darunter, rund 10 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Umgerechnet entspricht sie derzeit rund 1.800 Euro.
- 2.400 bis 2.486 Dollar nach oben: Über 2.400 Dollar stand Ether zuletzt am 5. November, 2.486 Dollar war der Kurs vor genau 30 Tagen. Das Hoch der Spanne liegt bei 2.570 Dollar.
Auch gegen Bitcoin bleibt Ether schwach. Ein ETH kostet 0,0295 BTC. Das Jahreshoch vom 20. Januar lag bei 0,0361 BTC, das Jahrestief vom 7. Juni bei 0,0248 BTC. Ether steht damit näher am Tief als am Hoch.
Unsere Einschätzung: Solange die Grundgebühr bei Bruchteilen eines Gwei liegt, wächst das Angebot um knapp ein Prozent im Jahr, und dieser Zuwachs braucht Käufer. Dafür spricht der Befund aus den Zahlen oben: 0,3 Prozent Verbrennung am Sonntag, sechs Abflusswochen bei den Fonds, ein ETH/BTC-Verhältnis im unteren Drittel der Jahresspanne. Dagegen spricht, dass 0,86 Prozent Inflation im Jahr für sich genommen wenig sind und dass ein Teil der neuen Coins nie auf den Markt kommt, weil er im Staking bleibt. Aus Sicht der Redaktion ist das Angebot deshalb kein Auslöser für einen Absturz, aber ein Gegenwind, der eine Erholung über 2.400 Dollar ohne neue Zuflüsse erschwert. Eine Kaufempfehlung ist das nicht; bei Kryptowährungen ist ein Totalverlust möglich.
Staking-Rendite minus Verwässerung
Die wachsende Menge trifft nicht alle Halter gleich. Wer Ether nur hält, besitzt am Jahresende einen um rund 0,86 Prozent kleineren Anteil am gesamten Angebot. Wer staket, bekommt die neuen Coins dagegen selbst. Nach unserer eigenen Rechnung entspricht die Ausgabe von rund 2.990 ETH am Tag aufs Jahr gerechnet etwa 1,09 Millionen ETH. Verteilt auf die gut 36 Prozent aller Ether, die im Staking stecken, ergibt das rund 2,5 Prozent im Jahr, bevor Trinkgelder der Nutzer dazukommen.
Wichtig ist, was nach Abzug übrig bleibt. Börsen und Staking-Dienste behalten einen Teil der Erträge als Provision. Bei 25 Prozent Provision werden aus 2,5 Prozent noch knapp 1,9 Prozent, nach Abzug der Verwässerung von 0,86 Prozent bleibt ein realer Zuwachs des Anteils von etwa einem Prozent. Bei 10 Prozent Provision sind es rund 1,4 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Anbietern, die Sperrfristen beim Ausstieg und die Provisionen zeigt unser Vergleich der Staking-Plattformen. Wie lang die Warteschlangen für Ein- und Ausstieg zuletzt waren, steht in unserer Auswertung der Staking-Warteschlange.
Bei der Wahl des Anbieters lohnt der Blick auf die Zulassung. Seit Ende 2024 gilt in der EU die MiCA-Verordnung, und Anbieter mit europäischer Erlaubnis sind in einem öffentlichen Register verzeichnet. Eine Übersicht bietet unser Vergleich regulierter Krypto-Börsen.
Steuer und Haltefrist bei Staking-Erträgen
Für Anleger in Deutschland hat das Staking eine steuerliche Seite, die viele unterschätzen. Belohnungen aus dem Staking gelten als sonstige Einkünfte nach § 22 Nummer 3 des Einkommensteuergesetzes. Maßgeblich ist der Wert in Euro am Tag des Zuflusses. Steuerfrei bleiben sie nur, solange alle Einkünfte dieser Art im Jahr unter der Freigrenze von 256 Euro liegen; wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag zu versteuern.
Verkaufst du später Ether, gilt die Haltefrist von einem Jahr. Nach dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 6. März 2025 verlängert Staking diese Frist nicht auf zehn Jahre. Gewinne aus Verkäufen innerhalb eines Jahres bleiben bis zu einer Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr steuerfrei. Ob und wann sich diese Regeln ändern, verfolgen wir auf unserer Seite zum Stand der Haltefrist-Reform. Wer viele kleine Staking-Zuflüsse sauber dokumentieren muss, spart mit einem passenden Programm Zeit; Preise und Funktionen stehen im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.
Ethereum-Angebot: Erst ab rund 12 Gwei schrumpft es wieder
Die Rechnung vom Sonntag lässt sich in drei Zahlen fassen. Täglich entstehen rund 2.990 neue Ether, täglich verbrennen derzeit etwa 10, und das Angebot wächst damit aufs Jahr um 0,86 Prozent. Kippen würde diese Rechnung erst, wenn die Grundgebühr im Hauptnetz dauerhaft auf rund 12 Gwei steigt, also bei deutlich mehr Nachfrage nach Blockplatz als heute.
Bis dahin ist das Staking für langfristige Halter der Weg, die Verwässerung auszugleichen, mit den Kosten der Anbieter und den steuerlichen Pflichten als Abzug. Für den Kurs bleiben die Marken bei 2.192 Dollar nach unten und 2.400 Dollar nach oben die Linien, an denen sich in den nächsten Tagen zeigt, ob neue Käufer das wachsende Angebot aufnehmen.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen.
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