Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Shiba Inu und der falsche Airdrop vom 12. Oktober: „no such airdrop. this is a drainer“

Ein Konto auf X warb am 12. Oktober mit einem angeblichen SHIB-Airdrop. Ein Berater des Projekts nennt die Seite einen Wallet Drainer. Was dahintersteckt und wie du deine Token-Freigaben prüfst und widerrufst.

Hand haelt ein kleines Metallgehaeuse mit winzigem Display, in den Deckel ist das Shiba-Inu-Zeichen gepraegt
11 Min. Lesezeit
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Ein Konto auf X hat am Montag behauptet, der SHIB-Airdrop sei zurück, und einen Link zum Prüfen der eigenen Wallet verteilt. Mazrael, langjähriges Mitglied der Shiba-Inu-Gemeinde und Berater des Spiels Shiba Eternity, hat den Beitrag am selben Tag als Betrug bezeichnet: „care. no such airdrop. this is a drainer.“ Übersetzt heißt das: Es gibt keinen solchen Airdrop, dahinter steckt ein Programm, das Wallets leerräumt. Wer Shiba Inu hält, verliert dabei nichts durch einen Klick allein. Verloren geht der Bestand erst mit einer Unterschrift, und genau die wird auf solchen Seiten als harmlose Prüfung ausgegeben.

Der Fall: Was am 12. Oktober über die Zeitleisten lief

Das gefälschte Konto trat als offizielle Stelle auf und sprach von einer neuen Runde kostenloser Token. Wer dem verkürzten Link folgte, landete auf einer Seite, die zuerst nur die Verbindung der Wallet verlangte. Danach öffnete sich ein Fenster, das aussah wie eine gewöhnliche Transaktion. Mazrael schrieb dazu, solche Beiträge überschwemmten gerade die Zeitleisten, und riet dazu, nicht zu klicken und die Konten zu melden. Der Branchendienst U.Today hat den Vorgang am 12. Oktober um 11:25 Uhr UTC aufgegriffen.

Zwei Dinge fehlen in der Meldung, und beide sind wichtig für die Einordnung. Weder die Domain der Betrugsseite noch eine Schadenssumme sind genannt. Es gibt also keine belegte Zahl zu Opfern oder abgeflossenen Token, und wer eine solche Zahl liest, sollte nach ihrer Quelle fragen. Belegt ist der Vorgang selbst und die Warnung einer Person, die dem Projekt nahesteht.

Die offizielle Anlaufstelle des Projekts ist shib.io. Alles, was ein echter Airdrop des Projekts wäre, stünde dort und in den dort verlinkten Kanälen. Ein Angebot, das nur auf X auftaucht und zur Eile drängt, ist deshalb schon vor jeder technischen Prüfung verdächtig.

Wallet Drainer: Wie aus einer Freigabe ein Abfluss wird

Ein Wallet Drainer ist kein Virus, der sich auf den Rechner schleicht. Es ist ein Vertrag auf der Blockchain, dem das Opfer selbst die Erlaubnis gibt, seine Token zu bewegen. Diese Erlaubnis heißt in der Sprache der Ethereum-Standards Freigabe oder Allowance. Erteilt wird sie mit dem Aufruf approve, und dabei stehen drei Angaben fest: welcher Token, welcher Empfänger und welche Menge.

Der Haken liegt in der Menge. Viele Oberflächen setzen dort standardmäßig den höchstmöglichen Wert ein, damit der Nutzer nicht bei jedem Handel erneut unterschreiben muss. Eine solche unbegrenzte Freigabe bleibt bestehen, bis sie jemand widerruft. Erfasst ist dabei nicht nur der Bestand von heute, sondern auch jeder SHIB, der später auf dieselbe Adresse kommt. Der Angreifer muss danach nicht einmal mehr in Eile sein. Er kann Wochen warten und den Bestand abziehen, sobald er groß genug geworden ist.

Signatur oder Transaktion: Der Unterschied, den das Fenster nicht zeigt

Beim Unterschreiben gibt es zwei Wege, und die Wallet zeigt sie unterschiedlich deutlich an. Eine Transaktion kostet Gebühr und erscheint später im Blockexplorer. Eine reine Signatur nach dem Standard EIP-2612, im Alltag permit genannt, kostet nichts und taucht in der eigenen Verlaufsliste gar nicht erst auf. Der Angreifer reicht sie selbst ein und zahlt die Gebühr. Wer nur auf die Transaktionsliste schaut, sieht deshalb nichts Ungewöhnliches, obwohl die Erlaubnis längst erteilt ist.

Daran erkennst du die Lage: Wenn eine Seite kostenlose Token verspricht, aber eine Unterschrift verlangt, die dem Gegenüber Zugriff auf deinen Bestand gibt, stimmt die Richtung nicht. Ein echter Airdrop schickt Token an deine Adresse. Er braucht dafür keine Erlaubnis von dir, weil niemand eine Genehmigung benötigt, um dir etwas zu schicken.

Glaenzender Kunstkoeder mit scharfem Dreifachhaken haengt an einer duennen Schnur vor schwarzem Hintergrund
Der Köder ist das Versprechen auf kostenlose Token, der Haken die Freigabe darunter.

Warum gerade Shiba Inu als Köder taugt

Memecoins sind für diese Masche aus zwei Gründen besonders geeignet. Der erste ist die Stückzahl. Im Umlauf sind nach Daten von CoinGecko rund 589,24 Billionen SHIB, der Gesamtbestand liegt bei 589,50 Billionen. Von der ursprünglichen Billiarde sind damit 41,05 Prozent nicht mehr vorhanden, verbrannt oder dauerhaft gesperrt. Wer solche Mengen im Depot sieht, verliert leicht das Gefühl für den Gegenwert. Zehn Millionen SHIB klingen nach viel und sind am Montagabend rund 47,80 Euro wert.

Der zweite Grund ist die Erwartungshaltung. Shiba Inu ist aus einem Airdrop und aus Verteilaktionen groß geworden, und genau diese Geschichte erzählen die Betrüger nach. Dazu kommt die Lage im Kurs: Nach einem Jahr mit 49,9 Prozent Minus ist die Hoffnung auf kostenlose Token ein wirksamer Hebel. Je länger ein Bestand im Verlust liegt, desto eher greift sein Halter nach einem Angebot, das die Rechnung glättet.

Shiba Inu Kurs am 12. Oktober: 0,00000533 Dollar und 63 Millionen Dollar Umsatz

Am Montagabend notiert SHIB laut CoinGecko bei 0,00000533 Dollar oder 0,00000478 Euro. Die Tagesspanne reicht von 0,00000530 bis 0,00000555 Dollar, das Minus binnen 24 Stunden beträgt 2,6 Prozent. Auf Wochensicht stehen 9,3 Prozent Verlust, über 30 Tage ein Plus von 0,6 Prozent und über ein Jahr ein Minus von 49,9 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei 3,14 Milliarden Dollar oder 2,81 Milliarden Euro, Rang 37. Im Handel wechselten binnen eines Tages 63,1 Millionen Dollar den Besitzer.

Zum Allzeithoch vom 27. Oktober 2021 bei 0,00008616 Dollar fehlen 93,8 Prozent. Für die Betrugsmasche ist diese Zahl kein Randdetail: Genau diesen Abstand verspricht ein Angebot über kostenlose Token zu überbrücken.

Gestern haben wir an dieser Stelle die Netzauslastung von Shibarium nach dem Sprung um 151 Prozent nachgerechnet. Seitdem hat sich der Kurs um weitere 2,6 Prozent nach unten bewegt, und das Tagestief bei 0,00000530 Dollar liegt dicht am aktuellen Stand. Die Marke, die gestern noch Luft nach unten ließ, ist damit zur Tageslinie geworden. An der Kette selbst hat sich in diesen 24 Stunden nichts geändert, was den Kurs erklären würde. Der Druck kommt aus dem breiten Markt, in dem auch Bitcoin und Ethereum auf Wochensicht im Minus stehen.

Hardware-Wallet oder Börse: Was die Verwahrung für deine SHIB ändert

Die Masche greift nur dort, wo du selbst unterschreibst. Liegen deine SHIB bei einer Börse, kann dich keine Seite im Netz dazu bringen, eine Freigabe zu erteilen, weil du die Schlüssel gar nicht hast. Dafür trägst du das Risiko des Verwahrers. Seit dem 30. Dezember 2024 brauchen Anbieter in der EU für dieses Geschäft eine Zulassung nach der Verordnung MiCA, und eine Betrugsseite hat diese Zulassung nie. Eine Einlagensicherung wie beim Bankkonto gibt es für Krypto auch beim zugelassenen Anbieter nicht.

Verwahrst du selbst, kehrt sich das Verhältnis um. Niemand kann deinen Bestand einfrieren, aber jede Unterschrift liegt bei dir. Ein Hardware-Wallet verschiebt diese Grenze noch einmal: Der Schlüssel verlässt das Gerät nicht, und der Vorgang muss am Gerät bestätigt werden. Gegen eine Freigabe, die du selbst am Gerät bestätigst, hilft das allerdings nicht. Es schützt vor dem Diebstahl des Schlüssels, nicht vor der eigenen Zustimmung. Wer die Geräte und ihre Unterschiede vergleichen will, findet sie in unserem Hardware-Wallet-Vergleich.

Ein Mittelweg, den die Masche gut aushält, ist die Trennung nach Zweck. Eine Adresse für den täglichen Umgang mit kleinen Beträgen, eine zweite Adresse ohne jede Freigabe für den Bestand, der liegen bleiben soll. Verbindest du nur die erste mit fremden Seiten, bleibt der Schaden im schlimmsten Fall auf den kleinen Betrag begrenzt.

Ein Seitenschneider trennt ein einzelnes Glied einer schweren Messingkette auf einer Werkbank
Eine widerrufene Token-Freigabe wirkt wie ein getrenntes Kettenglied: Der Vertrag kommt nicht mehr an den Bestand.

Freigaben widerrufen: So prüfst du deine SHIB-Berechtigungen

Der Widerruf ist der einzige Vorgang, der eine einmal erteilte Freigabe wieder aufhebt. Technisch setzt er die erlaubte Menge auf null. Er kostet Netzgebühr, weil er selbst eine Transaktion ist, und er wirkt sofort nach der Bestätigung im Block.

So gehst du dabei vor. Öffne einen Freigabe-Prüfer wie revoke.cash oder die entsprechende Seite eines Blockexplorers und gib deine Adresse ein. Die Liste zeigt für jeden Token, welcher Vertrag wie viel bewegen darf. Achte besonders auf Einträge mit unbegrenzter Menge und auf Verträge, deren Namen du nicht zuordnen kannst. Setze jede dieser Freigaben auf null und beginne mit der größten Position.

Zwei Punkte werden dabei oft übersehen. Erstens gilt die Liste immer nur für eine Kette. SHIB läuft auf Ethereum, auf Shibarium und seit Anfang Oktober auch in gebrückter Form auf Solana, und jede Kette führt ihre eigenen Freigaben. Zweitens verschwindet eine erteilte Signatur nach EIP-2612 nicht aus der Liste, wenn sie noch nicht eingereicht wurde. Besteht der Verdacht, dass eine solche Unterschrift herausgegeben wurde, bleibt nur der Umzug auf eine frische Adresse mit einem neuen Schlüssel.

Wer seine Bestände ohnehin an einem Ort zusammenführen will, prüft vorher die Konditionen der zugelassenen Handelsplätze: Welcher Anbieter SHIB überhaupt führt und was ein Transfer dorthin kostet, entscheidet darüber, ob sich der Umzug für einen Bestand im zweistelligen Eurobereich lohnt.

Gestohlene SHIB und das Finanzamt: Haltefrist, Freigrenze und der Verlust

Für Anleger in Deutschland hat ein Diebstahl eine unangenehme steuerliche Seite. Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten fallen unter das private Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Nach einem Jahr Haltedauer bleibt der Gewinn steuerfrei, darunter zählt er zum übrigen Einkommen, und seit 2024 liegt die Freigrenze bei 1.000 Euro im Kalenderjahr. Wird diese Grenze überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig und nicht nur der übersteigende Teil.

Ein Diebstahl ist jedoch kein Verkauf. Es fehlt die Veräußerung, und damit entsteht nach der im BMF-Schreiben zu Kryptowerten vertretenen Linie auch kein Verlust, der sich mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen ließe. Der Bestand ist weg, die Steuerlast früherer Gewinne bleibt. Das ist der Grund, warum sich die halbe Stunde für den Widerruf alter Freigaben eher rechnet als jede nachträgliche Rettung.

Unabhängig davon gilt die Dokumentationspflicht weiter. Wer SHIB über mehrere Adressen und Ketten hält, sollte die Anschaffungszeitpunkte sauber führen, sonst ist die Jahresfrist im Zweifel nicht nachzuweisen. Werkzeuge, die das automatisiert erledigen, lesen die Käufe direkt aus den Adressen aus. Für die Einordnung des Einzelfalls bleibt der Steuerberater zuständig, dieser Text ersetzt ihn nicht.

Unsere Einschätzung: Der Köder wird größer, je kleiner der Kurs

Aus Sicht der Redaktion fällt der Zeitpunkt dieser Masche nicht zufällig in diese Woche. Die Belege dafür liegen offen: SHIB steht 93,8 Prozent unter dem Hoch von 2021, auf Jahressicht bei minus 49,9 Prozent, und der Tagesumsatz von 63,1 Millionen Dollar ist für einen Wert mit 3,14 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung dünn. In einem solchen Umfeld trifft ein Versprechen auf kostenlose Token auf Halter, die seit Monaten auf eine Gegenbewegung warten. Dieselbe Beobachtung hat Mazrael in seinem Beitrag gemacht, als er von einer Flut solcher Konten sprach.

Dagegen spricht, dass sich die Masche technisch nicht geändert hat. Freigaben als Angriffsweg gibt es seit Jahren, und jede Wallet zeigt inzwischen Warnhinweise an. Wer die Freigabenliste seiner Adressen einmal im Quartal durchgeht, nimmt diesem Angriff seine Grundlage, unabhängig davon, wie überzeugend die nächste Seite aussieht. Eine Aussage über den weiteren Kursverlauf folgt daraus ausdrücklich nicht, und eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist dieser Abschnitt nicht.

SHIB-Sicherheit: Drei Schritte vor der nächsten Freigabe

  1. Freigaben prüfen und widerrufen. Geh die Liste für jede Adresse und jede Kette durch, auf der du SHIB hältst, und setze unbegrenzte Mengen auf null. Liegt dein Bestand ohnehin bei einem Verwahrer, prüfe dessen Zulassung in der Übersicht der Krypto-Börsen.
  2. Bestände trennen. Lege eine Adresse für den täglichen Umgang an und eine zweite, die nie mit einer fremden Seite verbunden wird. Für die zweite ist ein Gerät sinnvoll, das die Unterschrift getrennt vom Browser bestätigt, zu finden im Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Anschaffungsdaten festhalten. Notiere für jeden Zukauf Datum, Menge und Preis, damit die Jahresfrist nach Paragraf 23 EStG belegbar bleibt. Die passenden Werkzeuge stehen im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 12. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Shiba Inu

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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