Plasma im November 2026: Eine Kette für Stablecoins, und ein Token, der seit dem Start rund 96 Prozent verloren hat
Plasma (XPL) ist der native Token einer eigenen Blockchain, die auf ein einziges Geschäft zugeschnitten ist: Zahlungen mit Stablecoins, vor allem mit dem Dollar-Token USD₮ von Tether. Das Netz und der Token sind am 25. September 2025 gestartet. Am 4. November 2026 notiert XPL bei rund 0,06255 US-Dollar und liegt mit rund 297,8 Millionen US-Dollar Marktkapitalisierung auf Rang 107 der größten Kryptowerte. Der Datenanbieter führt den Wert unter anderem in den Kategorien Payments, Layer 1 und Stablecoin Protocol. Wer Plasma einordnen will, vergleicht es mit den Netzen, über die heute schon große Stablecoin-Mengen laufen, also mit Tron und Ethereum.
Was sich in den letzten Wochen geändert hat
Der Oktober eröffnete bei 0,0947 US-Dollar, erreichte am 2. Oktober ein Hoch von 0,10295 US-Dollar, fiel am 29. Oktober auf ein Tief von 0,06888 US-Dollar und schloss bei 0,08126 US-Dollar. In den ersten drei Novembertagen gab der Kurs weiter nach, bis auf ein Tief von 0,06243 US-Dollar am 3. November. Über sieben Tage steht damit ein Minus von rund 16,3 Prozent, über 30 Tage von rund 33,9 Prozent, über 60 Tage von rund 32,9 Prozent und über 90 Tage von rund 15,7 Prozent. Der Kurs steht damit knapp über dem Zwölfmonatstief von 0,06014 US-Dollar vom 10. Juni 2026.
Warum diese Prognose vorsichtig ausfällt
Für das Jahr 2026 steht ein Minus von rund 63,4 Prozent: Vom Schlusskurs des ersten Handelstags des Jahres von 0,171018 US-Dollar ist XPL auf rund 0,06255 US-Dollar gefallen. Zum Rekordhoch von 1,6847 US-Dollar vom 28. September 2025 fehlen rund 96 Prozent. Dazu kommt eine Angebotsseite, die noch lange nicht abgeschlossen ist: Im Umlauf sind rund 47,6 Prozent der Gesamtmenge, der Rest wird nach dem Plan des Projekts bis September 2028 monatlich frei. Unsere Szenarien setzen nach unserer Methodik am Jahresanfangskurs an, deshalb liegt der Mittelwert für 2026 praktisch auf dem heutigen Kurs.
Der Kryptomarkt gerade
Gesamtwert und Stimmung des Marktes aus unseren eigenen Charts. Bei geöffneter Seite laden sich die Werte im Takt ihrer Quelle neu.
Was Plasma ist und wofür XPL gebraucht wird
Plasma ist eine eigenständige Blockchain, die sich selbst als Netz für schnelle, verlässliche und günstige Stablecoin-Zahlungen beschreibt. Das sichtbarste Merkmal: Überweisungen von USD₮ sind auf den eigenen Wegen des Netzes gebührenfrei, wobei der Betreiber auf seiner Seite einschränkt, dass Gebühren Dritter anfallen können. XPL ist der Token, mit dem alle übrigen Transaktionen bezahlt werden und mit dem die Validatoren das Netz absichern sollen. Die Kette ist mit der Ethereum Virtual Machine kompatibel, Anwendungen von Ethereum lassen sich also übertragen. Der Datenanbieter ordnet Plasma zusätzlich dem Ökosystem von Bitcoin zu.
Die eine Zahl, an der sich die Nutzung ablesen lässt
Für eine Stablecoin-Kette ist die wichtigste Messgröße die Menge an Stablecoins, die tatsächlich auf ihr liegt. Nach den Daten von DefiLlama waren es am 4. November 2026 rund 1,40 Milliarden US-Dollar. Der Höchststand lag am 9. Oktober 2025 bei rund 6,35 Milliarden US-Dollar, kurz nach dem Start und in der Phase hoher Anreizprogramme. Seither ist die Menge um rund 78 Prozent geschrumpft, hat sich aber seit Anfang September 2026 von rund 0,94 auf 1,40 Milliarden US-Dollar wieder erholt. Der in Anwendungen gebundene Wert, der sogenannte TVL, lag am selben Tag bei rund 0,50 Milliarden US-Dollar gegen rund 6,36 Milliarden am 9. Oktober 2025. Beide Kurven erzählen dieselbe Geschichte wie der Kurs: ein sehr großer Start, dann ein tiefer Rückgang.
Die Angebotsseite: 10 Milliarden XPL und ein Plan bis 2028
Die Gesamtmenge beträgt 10 Milliarden XPL. Nach der Dokumentation des Projekts gehen 40 Prozent an Ökosystem und Wachstum, je 25 Prozent an das Team und an Investoren und 10 Prozent an den öffentlichen Verkauf. Ein Drittel der Team- und Investorenanteile wurde am 25. September 2026 nach einer Sperrfrist von einem Jahr frei, die übrigen zwei Drittel werden über zwei Jahre monatlich frei. Der Ökosystemtopf wird bis zum 25. September 2028 ebenfalls monatlich freigegeben. Rechnerisch ergibt das rund 88,9 Millionen XPL je Monat aus dem Ökosystemtopf und rund 138,9 Millionen XPL aus Team und Investoren, zusammen rund 228 Millionen XPL. Das sind rund 4,8 Prozent der heute umlaufenden 4,76 Milliarden XPL und beim heutigen Kurs rund 14 Millionen US-Dollar je Monat. Die Marktkapitalisierung von rund 297,8 Millionen US-Dollar steht einem Wert bei voller Verwässerung von rund 625,5 Millionen US-Dollar gegenüber.
Inflation und Verbrennung
Für die Validatoren sieht die Dokumentation eine jährliche Ausgabe neuer XPL von zunächst 5 Prozent vor, die jedes Jahr um 0,5 Prozentpunkte sinkt, bis sie bei 3 Prozent liegt. Diese Inflation beginnt erst, wenn externe Validatoren und die Delegation von Einsätzen in Betrieb gehen. Dem steht eine Verbrennung der Grundgebühren nach dem Vorbild von Ethereum gegenüber. Ob die Verbrennung die Ausgabe ausgleicht, hängt allein an der Nutzung, und genau dafür fehlen bislang die großen Zahlen.
Wo XPL gehandelt wird
Wir haben die Verteilung des Tagesumsatzes selbst gemessen, über die Handelspaare der Kassamärkte. Erfasst wurden 125 Kassapaare mit zusammen rund 126,3 Millionen US-Dollar in 24 Stunden, davon nur rund 0,57 Millionen in dezentralen Töpfen. XPL ist also nicht DEX-lastig. 21 zentrale Börsen tragen jeweils mehr als eine Million US-Dollar, darunter Binance mit rund 7,07 Millionen, Upbit mit rund 7,06 Millionen, Bybit mit rund 6,03 Millionen, OKX mit rund 4,04 Millionen, Gate mit rund 1,63 Millionen und Coinbase Exchange mit rund 1,14 Millionen US-Dollar. Zusammen kommen diese sechs großen Plätze auf rund 27 Millionen US-Dollar.
Und der Vorbehalt dazu
Die beiden größten Einzelplätze unserer Messung sind keine großen Adressen: ASTX mit rund 29,15 Millionen und GroveX mit rund 22,88 Millionen US-Dollar tragen zusammen rund 41 Prozent des gemessenen Umsatzes. Der Datenanbieter weist für XPL selbst rund 84,2 Millionen US-Dollar Tagesumsatz aus, also weniger als unsere Summe über alle Paare. Belastbar ist deshalb die kleinere Zahl, und belastbar ist vor allem die Notierung auf den großen Plätzen. Wie bei Stellar, das ebenfalls auf Zahlungen zielt, entscheidet am Ende die Nutzung des Netzes über den Wert und nicht der Handel mit dem Token.







