Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Ethena kappt die ENA-Anreize für USDe zum 30. September: Was Anleger wissen müssen

Ethena stellt die Token-Anreize rund um USDe zum Monatsende auf null, nachdem sie seit 2024 schon um rund 85 Prozent gefallen waren. Für Halter in Deutschland kommt zur schmaleren Renditegrundlage die BaFin-Abwicklung von 2025 hinzu.

Antike Messing-Sanduhr mit letzten durchlaufenden Sandkoernern neben einer grossen polierten Metallmuenze auf dunklem Stein
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Ethena stellt die ENA-Belohnungen rund um seinen Dollar-Token USDe zum Monatsende ein. Wer USDe oder die verzinste Variante sUSDe hält, bekommt ab dem 1. Oktober 2026 keine Token-Subvention mehr. Was bleibt, ist der Ertrag, den das Protokoll am Markt tatsächlich verdient. Die Rendite verschwindet damit nicht, aber ihre Grundlage wird schmaler und schwankender. Für Anleger in Deutschland kommt eine zweite Ebene hinzu, die viele unterschätzen: Die BaFin hat das USDe-Geschäft der deutschen Ethena-Gesellschaft bereits 2025 abgewickelt, und einen Rücktauschanspruch gegen einen deutschen Emittenten gibt es seither nicht mehr.

Ethenas Ankündigung vom 26. September im Wortlaut

Die Nachricht kommt vom Protokoll selbst. Auf dem offiziellen Konto @ethena auf X hieß es am 26. September 2026, die Token-Anreize im Zusammenhang mit dem Wachstum von USDe seien seit dem ersten Airdrop im Jahr 2024 um rund 85 Prozent gefallen, und zum Ende dieses Monats werde es keinerlei Token-Anreize und keine damit verbundene Inflation mehr geben (Ethena auf X, 26. September 2026).

Zwei Begriffe sind dabei wichtig, weil sie oft vermischt werden. Token-Anreiz heißt: Das Protokoll verteilt eigene ENA-Token an Nutzer, damit sie USDe halten oder staken. Inflation heißt in diesem Zusammenhang: Genau diese Ausschüttung erhöht die im Umlauf befindliche Menge an ENA. Fällt beides auf null, hört das Protokoll auf, Wachstum mit eigenen Token zu bezahlen.

Der Kurs des Governance-Tokens reagierte an diesem Wochenende deutlich. ENA notierte am 28. September 2026 gegen 19:50 Uhr UTC bei 0,2601 US-Dollar, ein Minus von 9,1 Prozent in 24 Stunden bei einem Plus von 26,5 Prozent über sieben Tage (eigener Abruf bei CoinGecko). Der Wochengewinn steht also weiter, der Tagesverlust frisst einen Teil davon wieder auf.

ENA-Emissionen: Wie die Anreize seit dem Airdrop 2024 um 85 Prozent gefallen sind

Die Zahl 85 Prozent beschreibt das Ende eines langen Abschmelzens, keinen plötzlichen Schnitt. Ethena hat seit dem Start nach Angaben von Crypto Briefing mehr als 750 Millionen US-Dollar an Belohnungen ausgeschüttet (Estefano Gomez, 26. September 2026). Dieses Geld war der Treibstoff für das Wachstum der ersten beiden Jahre.

Wer verstehen will, warum das Protokoll diesen Hebel jetzt ganz weglegt, muss auf die Einnahmenseite schauen. Die Erträge von Ethena hängen an den Finanzierungskosten im Terminmarkt. Kühlen diese ab, wird es teuer, Wachstum weiter mit eigenen Token zu bezahlen, weil die Subvention dann nicht mehr aus laufenden Erlösen gedeckt ist. Genau diese Abkühlung beschreibt Ethena selbst als Grund.

Alter Messinghahn mit einem letzten haengenden Tropfen ueber einer grossen polierten Metallmuenze mit rautenfoermigem Symbol
Die letzte Subvention tropft ab: Ab Oktober bleibt bei USDe nur noch, was das Protokoll am Markt verdient.

Delta-neutrale Rendite: Woraus sich der sUSDe-Zins wirklich speist

Delta-neutral bedeutet, dass eine Position gegen Kursbewegungen abgesichert ist: Auf jede gehaltene Einheit Kryptowährung kommt eine gleich große Gegenposition im Terminmarkt, sodass ein steigender oder fallender Kurs den Wert der Gesamtposition kaum verändert. Genau so ist USDe gebaut. Hinter dem Token liegen verzinste Ether-Token, Bitcoin und Dollar-Token, und dagegen stehen Short-Positionen in unbefristeten Terminkontrakten.

Der Ertrag entsteht aus zwei Quellen. Die erste ist die Rendite der hinterlegten Staking-Token. Die zweite ist die Funding-Rate, also die Ausgleichszahlung, die bei unbefristeten Terminkontrakten regelmäßig zwischen Long- und Short-Seite fließt. Solange mehr Kapital auf steigende Kurse setzt, zahlen die Long-Positionen an die Short-Seite, und Ethena steht auf der Empfängerseite. Diese Mechanik ist der eigentliche Motor, und sie war es auch schon vor der Ankündigung. Wie sie im Einzelnen rechnet, haben wir in unserem Beitrag zur Herkunft der USDe-Rendite aufgeschlüsselt.

Funding-Rate und sUSDe-Rendite: rund fünf Prozent, aber nicht garantiert

Die entscheidende Frage für Halter lautet, wie viel nach dem Wegfall der Subvention übrig bleibt. Ein belegter Anhaltspunkt: Der Support-Bereich des Anbieters Eco wies für sUSDe zum 15. September 2026 rund 5,01 Prozent Jahresrendite aus und beschrieb damit eine deutliche Verdichtung gegenüber den zweistelligen Werten der Vorjahre. Diese Zahl ist eine Momentaufnahme und keine Zusage.

Wichtig ist die Richtung der Schwankung. Die Rendite ist hoch, wenn die Finanzierungskosten hoch sind, und das ist typischerweise in Phasen steigender Kurse und gedrängter Long-Positionierung der Fall. Dreht die Stimmung, sinkt die Rate, und in Ausnahmefällen kann sie negativ werden. Für solche Phasen hält Ethena einen Versicherungsfonds, der laut derselben Quelle im März 2026 bei 61 Millionen US-Dollar lag, damals bei einem Umlauf von 5,6 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Puffer, keine Garantie.

Daraus folgt eine schlichte Einsicht für die eigene Planung: Eine Rendite, die an der Marktstimmung hängt, taugt nicht als Ersatz für Festgeld. Wer Dollar-Token als Renditebaustein nutzt, sollte die Konditionen der Alternativen kennen, statt sich auf eine einzelne Zahl zu verlassen. Einen Überblick über die Anbieter und ihre Bedingungen findest du in unserem Vergleich der Staking-Plattformen.

USDe-Umlauf schrumpft von 15 auf 4,9 Milliarden Dollar

Die Subvention hat gewirkt, solange sie lief, und ihr Abschmelzen ist an der Größe des Tokens ablesbar. Auf dem Höchststand im Oktober 2025 waren rund 15 Milliarden US-Dollar USDe im Umlauf. Ende August 2026 lag der Wert unter 5 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von mehr als 65 Prozent (Crypto Briefing, 26. September 2026).

Ein eigener Abruf bei CoinGecko am 28. September 2026 bestätigt diese Größenordnung: Der USDe-Umlauf lag bei rund 4,90 Milliarden Token bei einem Kurs von 0,9998 US-Dollar. Von sUSDe waren gut 1,04 Milliarden Stück im Umlauf, bei einem Kurs von 1,25 US-Dollar und damit einem Marktwert von rund 1,30 Milliarden US-Dollar. Gestakt ist also etwa ein Viertel des Bestands.

Der Kurs von 1,25 US-Dollar für sUSDe erklärt sich aus der Bauweise des Tokens. sUSDe schüttet nichts aus. Der Token wird im Verhältnis zu USDe teurer, je mehr Ertrag aufgelaufen ist. Aus dem Abstand zwischen 1,00 und 1,25 lässt sich ablesen, dass seit Auflage rund 25 Prozent Ertrag in den Token gewandert sind. Diese Rechnung stammt aus den oben genannten Kursdaten und ist keine Prognose. Wer sUSDe gegen Leihzinsen stellt, rechnet deshalb immer mit einer beweglichen Größe.

Der ENA-Rückkauf ab 7,5 Milliarden Dollar USDe-Umlauf

Die zweite Hälfte der Umstellung betrifft den Governance-Token. An die Stelle der Ausschüttung tritt ein Rückkauf, der an die Größe des Stablecoins gekoppelt ist. Ein im September 2026 beschlossener Governance-Vorschlag setzt die erste Schwelle bei 7,5 Milliarden US-Dollar USDe-Umlauf. Steigt der Umlauf darüber, fließen 95 Prozent des Nettoerlöses des Protokolls in Käufe von ENA am offenen Markt (Crypto Briefing, 26. September 2026).

Gemessen an den 4,90 Milliarden US-Dollar vom 28. September 2026 fehlen bis zu dieser Schwelle rund 2,6 Milliarden US-Dollar, also etwa ein Plus von 53 Prozent gegenüber dem heutigen Umlauf. Das ist der Punkt, an dem die neue Mechanik überhaupt erst greift. Bis dahin trägt ENA die Umstellung ohne den Rückkauf, und genau diese Lücke erklärt, warum der Markt die Nachricht nicht einheitlich gelesen hat.

BaFin und MiCAR: Wie die Ethena GmbH 2025 in Deutschland abgewickelt wurde

Hier liegt der Teil der Geschichte, der für Anleger in Deutschland schwerer wiegt als jede Renditezahl. USDe wurde in Europa zunächst von der Ethena GmbH herausgegeben, einer deutschen Gesellschaft. Das Unternehmen nutzte eine Übergangsvorschrift der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCAR, stellte im Juli 2024 einen Erlaubnisantrag bei der BaFin und zog diesen am 3. April 2025 zurück. Damit endete das Verfahren ohne Erlaubnis.

Die Aufsicht zog daraufhin die Konsequenz. Am 15. April 2025 ordnete die BaFin die Abwicklung des erlaubnispflichtigen Geschäfts in USDe-Token an. Am 25. Juni 2025 setzte sie den Rücktauschprozess in Gang: Halter konnten ihre Token vom 25. Juni bis zum 6. August 2025 zurücktauschen, 42 Kalendertage lang, und zwar ausschließlich gegen den Dollar-Token USDC (BaFin, Verbrauchermitteilung vom 25. Juni 2025). Es war die erste Maßnahme, mit der die BaFin MiCAR durchsetzte.

Diese Vorgeschichte bildet den Rahmen, in dem deutsche Halter heute stehen. Abgeschlossen ist sie damit nicht. Das Protokoll selbst ist weiter aktiv, der Token existiert global, und er wird gehandelt. Weggefallen ist der europäische Emittent mit Erlaubnis.

Kein Rücktauschanspruch in Deutschland: Die Folgen für deine USDe-Bestände

Ein zugelassener Emittent unter MiCAR muss den Token jederzeit und zum Nennwert zurücknehmen. Dieser Anspruch ist der Kern des Verbraucherschutzes bei Dollar-Token, und er ist im Fall USDe für deutsche Halter nach der Abwicklung 2025 nicht mehr gegen eine deutsche Gesellschaft durchsetzbar. Wer den Token heute hält, hält ihn über Wege außerhalb der deutschen Aufsicht.

Praktisch heißt das drei Dinge. Der Rücktausch läuft über den Markt, also über die Kurse an einer Handelsplattform, und nicht über einen gesetzlichen Anspruch. Die Qualität der Deckung bleibt eine Frage des Vertrauens in die Berichte des Protokolls. Und die Verfügbarkeit hängt an der Plattform, über die du den Token hältst, was in Stressphasen der empfindlichste Punkt ist.

Monumentales klassizistisches Behoerdengebaeude mit Steinsaeulen in der Abenddaemmerung, davor eine grosse polierte Metallmuenze
Die BaFin setzte bei der Ethena GmbH erstmals MiCAR durch und ordnete 2025 die Abwicklung des USDe-Geschäfts an.

Steuer: sUSDe-Erträge zwischen Kapitalertrag und privatem Veräußerungsgeschäft

Die steuerliche Einordnung von sUSDe ist kein Randthema, denn sie entscheidet darüber, wie viel von fünf Prozent bei dir ankommt. Zwei Rahmen kommen in Betracht, und welcher greift, hängt von der Einordnung des Tokens im Einzelfall ab.

Der erste Rahmen ist Paragraf 20 des Einkommensteuergesetzes, also Kapitalerträge mit Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag. Der zweite ist Paragraf 23, das private Veräußerungsgeschäft: Dort gilt eine Haltefrist von einem Jahr, nach deren Ablauf ein Gewinn steuerfrei bleibt, und innerhalb des Jahres eine Freigrenze von 1.000 Euro für die Summe aller solchen Gewinne im Kalenderjahr. Weil sUSDe nichts ausschüttet und der Ertrag ausschließlich über den steigenden Tokenkurs entsteht, liegt die Einordnung als Veräußerungsgewinn nahe, ist damit aber nicht entschieden.

Belastbar ist an dieser Stelle nur eines: Die Frage gehört vor dem nächsten Verkauf geklärt, nicht danach, und sie gehört einem Steuerberater gestellt. Was du selbst tun kannst, ist die Datenlage sauber halten, also jeden Zugang, jeden Tausch und jedes Datum dokumentieren. Jeder Zugang, jeder Tausch und jedes Datum gehören dokumentiert, solange die Vorgänge frisch sind.

Rechenbeispiel: 10.000 USDe bei fünf Prozent über ein Jahr

Ein Beispiel macht die Größenordnung greifbar. Es rechnet mit der oben belegten Momentaufnahme von rund 5 Prozent und ist eine Modellrechnung, keine Erwartung. Wer 10.000 USDe in sUSDe hält und ein Jahr lang bei dieser Rate bleibt, käme auf etwa 500 US-Dollar Ertrag vor Steuern.

Fällt dieser Betrag unter Paragraf 23 und verkaufst du nach mehr als einem Jahr, bleibt er steuerfrei. Verkaufst du innerhalb des Jahres, greift die Freigrenze von 1.000 Euro, sodass bei diesem Betrag und ohne weitere solche Gewinne im Jahr ebenfalls keine Steuer anfällt. Fällt er dagegen unter Paragraf 20, wären bei 25 Prozent Abgeltungsteuer rund 125 US-Dollar fällig, womit etwa 375 US-Dollar bleiben. Die Spannweite zwischen 500 und 375 US-Dollar ist keine Feinheit, sondern ein Viertel des Ertrags.

Zwei Posten fehlen in dieser Rechnung noch, und beide drücken das Ergebnis. Das Wechselkursrisiko zwischen US-Dollar und Euro trifft dich in voller Höhe, weil USDe an den Dollar gebunden ist und nicht an den Euro. Dazu kommen die Gebühren des Zugangswegs, die je nach Plattform und Netzwerk stark auseinandergehen.

USDe ohne ENA-Anreize: Das Wichtigste für deine Entscheidung

  1. Kläre deinen Zugangsweg. Prüfe, über welche Plattform du USDe hältst und welcher Aufsicht sie untersteht, denn einen Rücktauschanspruch gegen einen deutschen Emittenten gibt es seit 2025 nicht mehr. Welche Häuser in Europa mit Erlaubnis arbeiten, zeigt unsere Übersicht der regulierten Kryptobörsen.
  2. Rechne die Rendite gegen Alternativen. Ab Oktober trägt allein die Funding-Rate den Ertrag, und die schwankt. Stelle die rund 5 Prozent den Konditionen anderer Anbieter gegenüber, etwa im Vergleich der Lending-Anbieter.
  3. Bring die Steuerfrage vor den Verkauf. Der Unterschied zwischen Paragraf 20 und Paragraf 23 kostet im Beispiel oben ein Viertel des Ertrags. Dokumentiere jeden Vorgang und lass die Einordnung klären, unterstützt von einem Steuer-Tool.

(Stand: 28. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu USDe und sUSDe

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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