Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

sUSDe-Rendite gegen Aave-Leihzins: Warum sich die USDe-Schleife gerade nicht mehr trägt

Aave hat den Basiszins für USDe auf sechs Prozent angehoben. Eine eigene Messung vom 12. September zeigt Leihzinsen zwischen 6,02 und 6,39 Prozent gegen 5,01 Prozent sUSDe-Rendite — und wie du die Differenz selbst nachrechnest.

Antike Messing-Balkenwaage auf einer Steinplatte, auf der einen Schale viele gestapelte Silbermünzen mit Dollarprägung, auf der anderen nur wenige, der Waagebalken steht schief
14 Min. Lesezeit
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Wer USDe leiht, um daraus sUSDe zu machen, zahlt seit dem 9. September 2026 mehr für den Kredit, als die Einlage abwirft. Auf den vier Aave-Märkten, die sich von außen messen lassen, liegt der Leihzins für USDe an diesem 12. September zwischen 6,02 und 6,39 Prozent, die Rendite von gestaktem USDe bei 5,01 Prozent. Die Differenz ist negativ, und damit verschlechtert jede zusätzliche Runde der gehebelten Schleife das Ergebnis gegenüber dem einfachen Halten. Dieser Text zeigt, wo die beiden Zahlen stehen, wie du sie selbst nachrechnest und ab welchem Punkt die Rechnung kippt.

Was Aave am 9. September am Zinsmodell für USDe geändert hat

Der Risikodienstleister LlamaRisk hat am 9. September 2026 um 16:39 UTC im Governance-Forum von Aave eine Empfehlung veröffentlicht, die den Basiszins für USDe anhebt. Wörtlich heißt es dort: „Increase the USDe base rate by 1% to 6% and decrease Slope1 by 1% on Core, Plasma, Monad, Mantle, and Avalanche." Der Basiszins steigt also von 5,00 auf 6,00 Prozent, während der erste Anstiegsfaktor um einen Prozentpunkt sinkt. Betroffen sind alle fünf Aave-V3-Instanzen, die USDe als Reserve führen. Die vollständige Empfehlung samt Zahlenwerk steht im Governance-Forum von Aave.

Die Begründung steht im selben Beitrag: Das Modell „prices USDe borrowing in line with Ethena's native staking rate". Der Leihzins soll sich am nativen Stakingsatz von Ethena orientieren. Genau das ist der Grund, warum die Schleife kippt, sobald die beiden Sätze sich berühren. Die von LlamaRisk erwarteten Sätze lagen bei 6,36 Prozent auf Core, 6,53 auf Plasma, 6,38 auf Monad, 6,21 auf Mantle und 6,87 auf Avalanche. Nach eigener Darstellung stehen diesen fünf Reserven rund 323,8 Millionen US-Dollar an USDe-Schulden gegenüber, bei etwa 1,18 Milliarden hinterlegtem Angebot.

Ein Punkt gehört dazu, weil er die Tragweite verändert: Die Änderung lief nicht über eine Abstimmung der Token-Halter, sondern über den sogenannten Risk-Steward-Weg. Der Beitrag sagt das offen: „We will move forward and implement these updates via the Risk Steward process." Es gab also keinen Stichtag, den du dir hättest vormerken können. LlamaRisk legt im selben Text offen, teilweise von der Aave-DAO finanziert zu werden.

Die USDe-Rendite-Schleife in einem Satz, und woran sie hängt

Rendite-Schleife heißt: Du hinterlegst sUSDe als Sicherheit bei einem Lending-Protokoll, leihst dir dagegen USDe, stakest dieses USDe wieder zu sUSDe und hinterlegst es erneut. Jede Runde vergrößert die Einlage, ohne dass du neues eigenes Kapital einzahlst. Der Gewinn kommt allein aus der Differenz zwischen dem, was die Einlage abwirft, und dem, was der Kredit kostet.

Damit hängt alles an zwei Zahlen, die sich unabhängig voneinander bewegen. Die eine ist die Rendite von sUSDe, dem verzinslichen Mantel um den synthetischen Dollar USDe. Woher diese Rendite stammt und welche Rolle die BaFin dabei gespielt hat, haben wir in Ethena USDe: Woher die Rendite kommt auseinandergenommen. Die andere ist der variable Leihzins, den Aave für USDe aufruft. Verschiedene Lending-Protokolle und ihre Konditionen findest du im Vergleich der Krypto-Lending-Plattformen.

Wichtig für das Verständnis: Beide Seiten sind auf denselben Dollar lautende Werte. Die Schleife ist keine Wette auf einen steigenden Kurs. Gewettet wird allein darauf, dass eine Zinsdifferenz positiv bleibt.

Welche zwei Zahlen über die Schleife entscheiden: sUSDe-APY und USDe-Leihzins

APY bezeichnet den auf ein Jahr hochgerechneten Ertrag einer Einlage inklusive Zinseszins. Borrow APR ist der Jahreszins, den ein Kreditnehmer zahlt, ohne Zinseszins gerechnet. Bei Aave ist dieser Satz variabel: Er ändert sich mit jeder Ein- und Auszahlung im selben Markt.

Die Rendite von sUSDe wird wöchentlich neu festgelegt und schwankt mit den Erträgen, die Ethena aus seiner Delta-neutralen Position erwirtschaftet. Die Dokumentation des Protokolls beschreibt diesen Mechanismus im Abschnitt zum Staking von USDe. Für dich heißt das: Die eine Zahl bewegt sich wöchentlich, die andere minütlich. Ein Ergebnis, das du heute misst, ist keine Zusage für nächste Woche.

Selbst gemessen am 12. September: vier Aave-Märkte, alle über der sUSDe-Rendite

Für diesen Artikel haben wir beide Seiten am 12. September 2026 gegen 00:50 UTC über die offenen Datenschnittstellen von DefiLlama abgefragt. Die Rendite von sUSDe lag bei 5,01 Prozent, gemessen am Pool von Ethena auf Ethereum mit einem hinterlegten Wert von 1,31 Milliarden US-Dollar. Die Leihzinsen für USDe auf Aave V3 standen so:

  • Ethereum (Core): 6,20 Prozent Leihzins bei 17,8 Prozent Auslastung, 114,0 Millionen Dollar geliehen gegen 639,4 Millionen Angebot.
  • Plasma: 6,39 Prozent bei 16,8 Prozent Auslastung, 72,5 Millionen gegen 432,5 Millionen.
  • Monad: 6,15 Prozent bei 6,6 Prozent Auslastung, 6,4 Millionen gegen 97,7 Millionen.
  • Mantle: 6,02 Prozent bei 0,7 Prozent Auslastung, 0,1 Millionen gegen 14,1 Millionen.

Die Differenz zur sUSDe-Rendite beträgt damit minus 1,19 Prozentpunkte auf Ethereum, minus 1,38 auf Plasma, minus 1,14 auf Monad und minus 1,01 auf Mantle. Auf jedem dieser vier Märkte kostet das Leihen mehr, als die Einlage einbringt. Der fünfte Markt, Avalanche, wird von dieser Datenquelle nicht geführt und fehlt in unserer Messung; bei LlamaRisk stand er mit 6,87 Prozent am höchsten.

Schwere Stahlkette, die sich auf dunklem Beton zu einer nach innen enger werdenden Spirale legt, in deren Mitte eine einzelne Silbermünze mit Dollarprägung liegt
Jede Runde der Schleife legt sich enger um dieselbe Einlage. Genau deshalb schlägt eine kleine Zinsdifferenz am Ende groß durch.

So rechnest du den Leihzins aus Basiszins, Slope 1 und Auslastung selbst nach

Aave leitet den Leihzins aus drei Größen ab. Der Basiszins ist der Sockel, der auch bei leerem Markt anfällt. Slope 1 ist der Aufschlag, der bis zur angepeilten Auslastung linear dazukommt. Die optimale Auslastung ist der Punkt, ab dem ein deutlich steilerer zweiter Aufschlag greift, damit immer Liquidität zum Abziehen übrig bleibt. Solange der Markt unter diesem Punkt liegt, gilt:

Leihzins = Basiszins + Slope 1 × (Auslastung ÷ optimale Auslastung)

Setz die Werte für den Ethereum-Markt ein: Basiszins 6,00 Prozent, Slope 1 nach der Änderung 1,00 Prozent, optimale Auslastung 90 Prozent, tatsächliche Auslastung 17,8 Prozent. Das ergibt 6,00 + 1,00 × (17,8 ÷ 90) = 6,198 Prozent. Gemessen haben wir 6,20. Für Plasma mit Slope 1 von 2,00 und optimaler Auslastung von 85 Prozent kommen 6,00 + 2,00 × (16,8 ÷ 85) = 6,395 heraus, gemessen 6,39. Monad und Mantle gehen genauso auf.

Diese Probe ist mehr als Rechenspielerei. Der Abgleich belegt, dass die Empfehlung vom 9. September tatsächlich umgesetzt ist: Ein Basiszins von 6,00 Prozent ist die einzige Zahl, mit der die vier gemessenen Sätze aufgehen. Außerdem kannst du mit der Formel den Zins für jede künftige Auslastung vorhersagen, ohne auf eine Nachricht zu warten.

Was negativer Carry für dein Ergebnis bedeutet: drei Rechnungen

Carry ist die laufende Differenz zwischen dem Ertrag einer Position und ihren Finanzierungskosten. Ist sie negativ, verliert die Position Geld, solange nichts anderes passiert. Rechnen wir das mit den gemessenen Werten für den Ethereum-Markt durch, also 5,01 Prozent Ertrag und 6,20 Prozent Kosten, jeweils vor Gebühren und Transaktionskosten.

Ohne Hebel. Du hältst eine Einheit sUSDe und leihst nichts. Ergebnis: 5,01 Prozent im Jahr.

Mit 80 Prozent Beleihungsgrenze. Aus einer Einheit Eigenkapital werden fünf Einheiten Einlage und vier Einheiten Schuld. Ergebnis: 5 × 5,01 − 4 × 6,20 = 25,05 − 24,80 = 0,25 Prozent. Aus gut fünf Prozent ist ein Viertelprozent geworden, bei fünffachem Einsatz.

Mit 90 Prozent Beleihungsgrenze. Zehn Einheiten Einlage, neun Einheiten Schuld. Ergebnis: 10 × 5,01 − 9 × 6,20 = 50,10 − 55,80 = minus 5,70 Prozent im Jahr. Die Position kostet dich jetzt Geld, obwohl kein Kurs gefallen ist.

Eine Nebenbedingung, die diese Rechnung trägt: Das bei Aave hinterlegte sUSDe verzinst sich dort nicht zusätzlich. Die Datenquelle weist für die sUSDe-Reserven auf Aave einen Einlagensatz von null aus. Es gibt also keine dritte Ertragsquelle, die die Differenz auffangen würde.

Warum jede zusätzliche Runde dich schlechter stellt als einfaches Halten

Der allgemeine Zusammenhang lässt sich in einem Satz sagen: Solange die Differenz aus Einlagenrendite und Leihzins negativ ist, zieht jede geliehene Einheit vom Ergebnis ab. Die Formel dahinter lautet Ergebnis = Rendite + geliehene Einheiten × (Rendite − Leihzins). Der zweite Summand ist bei negativer Differenz immer ein Abzug, und er wächst mit dem Hebel.

Daraus folgt eine Schwelle, die man kennen sollte: Bei minus 1,19 Prozentpunkten ist das Ergebnis bei rund 4,2 geliehenen Einheiten auf null gefallen, das entspricht einer Beleihung von knapp 81 Prozent. Darüber wird es negativ. Aber schon unterhalb dieser Schwelle liegt die Schleife unter dem, was einfaches Halten abwirft. Die Schwelle markiert also nur den Punkt, ab dem die Schleife ins Minus rutscht. Lohnend gegenüber dem einfachen Halten ist sie schon davor nicht mehr.

Woher die sUSDe-Rendite kommt und warum sie wöchentlich schwankt

USDe ist ein synthetischer Dollar. Hinter dem Token liegen keine Bankguthaben wie bei USDC; Ethena hält stattdessen ein Spot-Asset und verkauft gleichzeitig Perpetual Futures in gleicher Höhe, also Terminkontrakte ohne Laufzeitende. Diese Konstruktion heißt Basis Trade, ihr Ergebnis ist Delta-neutral: Steigt oder fällt der Kurs des Spot-Assets, gleichen sich Gewinn und Verlust der beiden Seiten weitgehend aus.

Der Ertrag kommt aus der Funding-Rate, also der Zahlung, die Inhaber von Long-Positionen an Inhaber von Short-Positionen leisten, solange der Terminkurs über dem Spotkurs liegt. Dreht diese Zahlung ins Negative, schrumpft die Rendite. Genau deshalb bewegt sich der Satz: In den vergangenen zwei Wochen lag er laut derselben Datenquelle am 4. September bei 4,47 Prozent, am 8. September bei 4,68, am 11. September bei 4,85 und am 12. September bei 5,01 Prozent.

Für die Schleife heißt das: Die Differenz kann sich von der Renditeseite her wieder schließen, ohne dass Aave irgendetwas ändert. Die Lücke kann sich aber auch weiter öffnen. Wer eine Schleife fährt, prüft beide Zahlen regelmäßig statt einmal. Passende Werkzeuge dafür stehen im Vergleich der Analyse-Plattformen.

Was die Auslastung eines Marktes über deinen künftigen Zins verrät

Die Auslastung ist der Anteil des hinterlegten Angebots, der gerade verliehen ist. Damit ist sie die einzige Größe in der Zinsformel, die sich laufend ändert, und der beste Frühindikator für deinen künftigen Zins. Auf Ethereum standen am 12. September 17,8 Prozent gegen eine optimale Auslastung von 90 Prozent. Das ist weit entfernt vom steilen Bereich.

Die Umkehrung gilt aber auch: Zieht ein großer Anbieter seine Einlage ab, steigt die Auslastung sprunghaft, und dein Zins steigt mit. Oberhalb des optimalen Punktes greift der zweite, deutlich steilere Aufschlag. Wie steil, zeigt ein Beispiel aus derselben Empfehlung für einen anderen Markt: Dort fällt bei voller Auslastung ein Leihzins von 24,50 Prozent an, nachdem der zweite Aufschlag halbiert wurde; vorher wären es 44,50 Prozent gewesen.

Halb geöffneter Messing-Absperrhahn an einem dicken Rohr vor dunklem Beton, aus dessen Öffnung Silbermünzen mit Dollarprägung herausströmen und sich darunter sammeln
Bei niedriger Auslastung fließt reichlich Liquidität. Je enger der Markt wird, desto teurer wird jede weitere geliehene Einheit.

Wie sicher ist Aave? Smart Contract, Orakel und der Risk-Steward-Weg

Die Frage lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, wohl aber in drei Teile zerlegen. Der erste ist das Smart-Contract-Risiko: Der Code des Protokolls verwaltet die Sicherheiten selbst, ein Fehler darin trifft alle Positionen gleichzeitig. Der zweite ist das Orakel-Risiko: Aave braucht einen Preis für sUSDe gegenüber USDe, und dieser Preis kommt von außen. Weicht er vom Marktpreis ab, kann eine gesunde Position rechnerisch ungesund werden.

Der dritte Teil ist der, den die Änderung vom 9. September sichtbar gemacht hat. Parameter wie Basiszins, Anstiegsfaktoren und Obergrenzen lassen sich über den Risk-Steward-Weg ohne Abstimmung anpassen, innerhalb festgelegter Schranken. Das ist als Sicherheitsmechanismus gedacht, weil eine Abstimmung Tage dauert und ein Risiko nicht wartet. Für dich als Kreditnehmer bedeutet es, dass sich die Grundlage deiner Rechnung ändern kann, während du schläfst. Den Kurs des Protokoll-Tokens behandeln wir getrennt in der Aave-Kursprognose.

Liquidation: Warum eine Dollar-gegen-Dollar-Position trotzdem geschlossen werden kann

Eine Liquidation ist der Zwangsverkauf deiner Sicherheit durch das Protokoll, sobald der Wert der Schuld im Verhältnis zur Sicherheit eine Schwelle überschreitet. Weil in der Schleife beide Seiten auf Dollar lauten, wirkt sie auf den ersten Blick gegen Kursbewegungen immun. Das ist sie im Normalbetrieb auch weitgehend, und sUSDe gewinnt gegenüber USDe sogar langsam an Wert, weil die Erträge hineinlaufen.

Verwundbar ist die Konstruktion an anderer Stelle. Löst sich die Bindung von USDe an den Dollar auch nur kurz, oder bewertet das Orakel sUSDe neu, verschiebt sich das Verhältnis abrupt. Wie wenig Spielraum in solchen Zinsdifferenz-Positionen üblicherweise steckt, zeigt eine Beobachtung aus derselben LlamaRisk-Analyse zu einem anderen Markt: Dort lag der mittlere Gesundheitsfaktor der größten Anbieter bei 1,03, also gut drei Prozent über der Liquidationsschwelle. Diese Zahl gilt ausdrücklich für einen anderen Markt und nicht für USDe, sie zeigt aber die Größenordnung, in der solche Positionen gefahren werden.

Was Kreditnehmer seit dem 9. September tatsächlich getan haben

Zwischen der Empfehlung und unserer Messung liegen drei Tage, und die Zahlen verraten, wie der Markt reagiert hat. LlamaRisk bezifferte die USDe-Schulden über alle fünf Märkte auf rund 323,8 Millionen US-Dollar. Am 12. September messen wir über die vier zugänglichen Märkte zusammen 193,1 Millionen. Ein Teil der Lücke geht auf den fehlenden Avalanche-Markt zurück, der Rest auf Rückzahlungen.

Gleichzeitig ist das Angebot gewachsen. Der hinterlegte Wert im Ethereum-Markt stieg von 233,8 Millionen Dollar am 30. August auf 525,4 Millionen am 12. September. Mehr Angebot bei weniger Nachfrage bedeutet fallende Auslastung, und fallende Auslastung dämpft den Zins wieder. Deshalb liegen die gemessenen 6,20 Prozent unter den von LlamaRisk erwarteten 6,36 Prozent. Der Sockel von sechs Prozent bleibt davon unberührt; unter ihn kann der Satz nicht mehr fallen, egal wie leer der Markt wird.

Eine unabhängige Auswertung von CryptoSlate vom 11. September kam zum selben Befund und bezifferte die Wirkung auf 13 bis 89 Basispunkte. Dort wurde als Renditeseite ein sUSDe-Satz von 4,72 Prozent mit Stand 10. September herangezogen, also ein niedrigerer Wert als der von uns am 12. September gemessene. Die Richtung stimmt in beiden Messungen überein, die Größe der Lücke unterscheidet sich.

Steuer in Deutschland: Welche Fragen du vor der ersten Runde klären solltest

Eine Rendite-Schleife erzeugt mehr steuerlich relevante Vorgänge, als es aussieht, und die Einordnung ist im Einzelfall strittig. Die Aufnahme eines Kredits selbst ist in aller Regel kein Veräußerungsvorgang. Der Tausch von USDe in sUSDe und zurück kann dagegen als Veräußerung zählen, und jede Runde der Schleife enthält mindestens einen solchen Tausch. Die laufenden Erträge aus dem Staking sind Einkünfte, deren Zuordnung von der konkreten Ausgestaltung abhängt.

Drei Fragen gehören deshalb vor die erste Runde, nicht danach: Zu welchem Zeitpunkt und mit welchem Kurs wird jeder Tausch bewertet? Als welche Einkunftsart werden die Staking-Erträge behandelt? Und wie dokumentierst du eine Kette aus Dutzenden Einzelvorgängen so, dass sie nachvollziehbar bleibt? Für den letzten Punkt helfen die Werkzeuge aus dem Vergleich der Steuer- und Portfolio-Tools. Die ersten beiden beantwortet verlässlich nur eine steuerberatende Person, die deinen Fall kennt. Dieser Abschnitt ist ausdrücklich keine Steuerberatung.

Die Begriffe aus diesem Text, jeder in einem Satz

  • USDe: synthetischer Dollar von Ethena, der seinen Wert über eine Delta-neutrale Position hält statt über hinterlegte Bankguthaben.
  • sUSDe: der verzinsliche Mantel um USDe; wer USDe stakt, erhält sUSDe und nimmt damit an den Erträgen des Protokolls teil.
  • Basiszins: der Sockel des Leihzinses, der unabhängig von der Auslastung eines Marktes anfällt.
  • Slope 1: der lineare Aufschlag, der bis zur optimalen Auslastung auf den Basiszins addiert wird.
  • Auslastung: der Anteil des hinterlegten Angebots, der gerade verliehen ist.
  • Carry: die laufende Differenz aus Ertrag der Einlage und Kosten des Kredits.
  • Funding-Rate: die Ausgleichszahlung zwischen Long- und Short-Positionen bei Perpetual Futures, aus der Ethena seine Erträge zieht.
  • Gesundheitsfaktor: Kennzahl eines Lending-Protokolls für den Abstand einer Position zur Liquidationsschwelle; unter dem Wert eins wird liquidiert.

Was diese Rechnung nicht leistet

Die gemessenen Werte sind eine Momentaufnahme vom 12. September 2026 und keine Prognose. Weder der Stakingsatz von Ethena noch der Leihzins von Aave sind zugesagt; beide können sich in beide Richtungen bewegen, und die Differenz kann morgen wieder positiv sein. Gebühren, Netzwerkkosten und die Preisabweichung beim Tauschen sind in keiner der drei Rechnungen enthalten, verschlechtern das Ergebnis also zusätzlich.

Nicht enthalten sind außerdem Anreizprogramme. Protokolle vergüten bestimmte Positionen zeitweise mit eigenen Token, und eine solche Vergütung kann eine negative Zinsdifferenz rechnerisch ausgleichen, solange sie läuft. Wer damit rechnet, sollte wissen, dass ihr Wert schwankt und ihre Laufzeit endet. Zur Ertragslage von Ethena selbst haben wir den Fee Switch und den ENA-Rückkauf gesondert betrachtet.

USDe-Rendite-Schleife nachrechnen: Was du daraus mitnimmst

  1. Miss beide Zahlen am selben Tag, bevor du irgendetwas tust. Der Stakingsatz von sUSDe und der Leihzins für USDe auf deinem Markt gehören nebeneinander. Liegt der Leihzins darüber, verschlechtert jede Runde dein Ergebnis. Werkzeuge, mit denen sich beide Seiten dauerhaft beobachten lassen, stehen im Vergleich der Analyse-Plattformen.
  2. Rechne den Zins selbst aus, statt ihn abzulesen. Basiszins plus Slope 1 mal Auslastung geteilt durch optimale Auslastung: Mit dieser Formel siehst du, wohin dein Zins läuft, wenn ein großer Anbieter abzieht. Wie andere Plattformen dieselbe Aufgabe bepreisen, zeigt der Lending-Vergleich.
  3. Halte die Alternative daneben. Fünf Prozent ohne Hebel schlagen ein Viertelprozent mit fünffachem Einsatz, und sie kommen ohne Liquidationsrisiko. Andere Wege zu laufenden Erträgen und ihre jeweiligen Bedingungen findest du im Vergleich der Staking-Plattformen.

(Stand: 12. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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