Digitaler Euro: Das Pilotprojekt der EZB öffnet sich, zwei Termine im Oktober 2026
Die EZB sucht Händler für ihr Pilotprojekt zum digitalen Euro und lädt am 6. Oktober 2026 zu einer Infoveranstaltung, die auch Verbrauchern offensteht. Beide Termine stehen nur auf der englischen Fassung der EZB-Seite.

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Die Europäische Zentralbank hat ihr Pilotprojekt zum digitalen Euro für Bewerbungen geöffnet, und dabei stehen zwei Termine im Oktober 2026 fest. Händler mit Online-Handel können ihr Interesse an einer Teilnahme bis zum 27. Oktober 2026 bekunden. Davor, am Dienstag, dem 6. Oktober 2026 um 15:00 Uhr MEZ, läuft eine Online-Informationsveranstaltung zum Pilotprojekt. Die EZB öffnet diesen Termin ausdrücklich für alle Interessierten, Verbraucher eingeschlossen.
Beide Daten stehen auf der englischsprachigen Fassung der EZB-Seite zum Pilotprojekt. Die deutsche Fassung derselben Seite nennt sie zum Zeitpunkt dieses Artikels nicht und verweist im Kopf darauf, aktuelle Informationen der englischen Sprachfassung zu entnehmen. Wer sich auf Deutsch informiert, geht an beiden Terminen also vorbei.
Wichtig für die Einordnung: Das Pilotprojekt ist ein Test, keine Einführung. Die EZB prüft darin eine Beta-Version, und sie entscheidet nach eigener Aussage erst nach Annahme der Verordnung zum digitalen Euro, ob sie ihn überhaupt ausgibt.
Was die EZB im Pilotprojekt zum digitalen Euro testet
Der digitale Euro ist digitales Zentralbankgeld, auf Englisch Central Bank Digital Currency oder kurz CBDC. Die Definition in einem Satz: elektronisches Geld, das die Zentralbank selbst herausgibt, im Unterschied zum Guthaben auf deinem Girokonto, das eine Forderung gegen deine Geschäftsbank ist.
Im Pilotbetrieb will die EZB nach eigener Beschreibung eine Beta-Version des digitalen Euro unter realen Bedingungen untersuchen. Getestet wird die zugrunde liegende Infrastruktur in Alltagssituationen, etwa bei Zahlungen im Geschäft oder zwischen Privatpersonen. Die drei Prüffragen nennt die Notenbank selbst: Ist das System robust, ist es benutzerfreundlich, ist es skalierbar. Die Ergebnisse sollen in die weiteren Vorbereitungen einfließen.
Der Pilot soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen und zwölf Monate laufen. Die Bewerbungsfrist im Oktober 2026 liegt damit rund ein Jahr vor dem eigentlichen Start. Das ist kein Widerspruch, sondern der übliche Vorlauf: Zahlungsdienstleister und Händler müssen ihre Systeme anbinden, bevor irgendjemand damit bezahlt.
Ein Begriff, der dabei oft fällt, ist das Regelwerk des digitalen Euro, im EZB-Sprachgebrauch das Rulebook. Es beschreibt die technischen und vertraglichen Regeln, nach denen Banken, Zahlungsdienstleister und Händler den digitalen Euro abwickeln würden. Die EZB hat im Juli 2026 eine neue Entwurfsfassung dieses Regelwerks veröffentlicht, Version 0.91, die Rückmeldungen aus einer großen Marktkonsultation aufgenommen hat. Eine Versionsnummer unter 1.0 ist dabei ein ehrliches Signal: Das Regelwerk ist ein Entwurf.
Digitaler Euro, Bitcoin und Stablecoins: Warum dich das Pilotprojekt als Krypto-Anleger angeht
Für Leserinnen und Leser, die Kryptowerte halten, ist der digitale Euro kein Konkurrenzprodukt zur Geldanlage. Er wird nach dem Willen der EZB ein Zahlungsmittel, kein Anlagewert, und genau deshalb betrifft er die Krypto-Seite überhaupt: Er zielt auf denselben Anwendungsfall wie Euro-Stablecoins, also auf das digitale Bezahlen in einer stabilen Recheneinheit.
Drei Dinge lassen sich sauber trennen. Bitcoin ist ein knappes, schwankendes Gut ohne Herausgeber, das du selbst verwahren kannst. Ein Euro-Stablecoin ist ein privat herausgegebener Token, der an den Euro gebunden ist und in der EU unter die Vorgaben der Verordnung über Märkte für Kryptowerte fällt. Der digitale Euro wäre Zentralbankgeld, also eine Forderung gegen das Eurosystem. Wir haben die Unterschiede zwischen digitalem Euro und Stablecoins an anderer Stelle ausführlich aufgeschlüsselt.
Praktisch heißt das: Wenn der digitale Euro kommt, bekommst du eine staatlich herausgegebene Alternative für Zahlungen, die heute über Karten, Zahlungsdienstleister oder eben Stablecoins laufen. Die EZB begründet das Projekt offen mit der Abhängigkeit Europas von internationalen Kartensystemen und nennt dazu eine konkrete Zahl: 13 von 20 Ländern des Euroraums seien bei Kartenzahlungen auf internationale Kartensysteme angewiesen. Wer Kryptowerte über eine Börse kauft und in Euro ein- und auszahlt, merkt von dieser Abhängigkeit im Alltag wenig, bezahlt sie aber über die Zahlungswege mit. Welche Handelsplätze in Europa unter Aufsicht arbeiten, zeigt unser Vergleich der regulierten Kryptobörsen.
Zwei Termine im Oktober 2026: Infoveranstaltung und Bewerbungsschluss
Die beiden Daten unterscheiden sich in dem, was sie von dir verlangen.
6. Oktober 2026, 15:00 Uhr MEZ, Online-Infoveranstaltung. Die EZB nennt sie Focus Session. Inhalt sind nach ihrer Ankündigung die Ziele des Pilotprojekts, der Zeitplan und das Auswahlverfahren für Händler. Der entscheidende Satz auf der Seite: Die Veranstaltung ist offen für alle, die mehr über das Pilotprojekt erfahren möchten, und die EZB zählt dabei Händler, Zahlungsdienstleister, technische Dienstleister und Verbraucher ausdrücklich auf. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über die Seite der EZB nötig.
27. Oktober 2026, Ende der Interessenbekundung für Händler. Angesprochen sind Händler aus dem E-Commerce und dem mobilen Handel. Diese Händler sollen helfen, die Zahlungsabläufe des digitalen Euro für Online- und mobile Plattformen zu gestalten und zu prüfen. Es handelt sich um eine Aufforderung zur Interessenbekundung, nicht um eine verbindliche Anmeldung zum Betrieb: Die Auswahl trifft danach die EZB.

Wer am Pilotprojekt teilnimmt: 36 Zahlungsdienstleister, Händler und Notenbank-Beschäftigte
Die Teilnehmerseite ist zum Teil bereits besetzt. Nach der Aufforderung zur Interessenbekundung für Zahlungsdienstleister im März 2026 bewarben sich nach Angaben der EZB mehr als 50 Anbieter. Ausgewählt wurden davon 36 im Euroraum zugelassene Zahlungsdienstleister. Die Notenbank begründet die Auswahl mit einer breiten Abdeckung nach Geschäftsmodell, Größe und geografischer Verteilung.
Dazu kommen ausgewählte Händler, die jetzt gesucht werden, sowie Beschäftigte der EZB und der 19 nationalen Zentralbanken. Diese Gruppe soll die Beta-Version im Alltag ausprobieren, in den Beispielen der EZB etwa beim Bezahlen in der Kantine. Die Zahl 19 ist übrigens kein Tippfehler und auch kein Widerspruch zu den 20 Euro-Ländern: Die EZB führt sich in dieser Aufzählung getrennt von den nationalen Zentralbanken auf.
Was in dieser Aufzählung fehlt, ist die breite Öffentlichkeit. Eine allgemeine Anmeldung für Privatpersonen zum Mitmachen im Pilotbetrieb gibt es nach der Beschreibung der EZB nicht.
Kannst du als Verbraucher am Pilotprojekt teilnehmen?
Die ehrliche Antwort hat zwei Teile. An der Informationsveranstaltung am 6. Oktober kannst du teilnehmen, denn die EZB nennt Verbraucher ausdrücklich als Zielgruppe. Am Pilotbetrieb selbst kannst du dich nach dem heutigen Stand der Ankündigung nicht bewerben: Die Teilnehmerkreise sind Zahlungsdienstleister, ausgewählte Händler und Beschäftigte der Notenbanken.
Diese Unterscheidung geht in der Berichterstattung leicht unter, weil der Vorgang durchgehend als Händlerthema läuft. Für dich bedeutet sie: Der Oktobertermin ist eine Gelegenheit, aus erster Hand zu hören, wie die Notenbank den Zeitplan und die Auswahl darstellt, und Fragen dorthin zu richten, wo sie beantwortet werden können. Mehr als das ist es nicht, und wer eine frühe Ausgabe digitaler Euro an Privatpersonen erwartet, wird enttäuscht.
Warum die deutsche Fassung der EZB-Seite die beiden Termine nicht führt
Ein Detail, das für deutschsprachige Leser praktisch wichtiger ist als es klingt: Die EZB pflegt ihre Seite zum Pilotprojekt in allen Amtssprachen, hält aber nur die englische Fassung tagesaktuell. Die deutsche Seite trägt im Kopf den Hinweis, aktuelle Informationen seien der englischen Sprachfassung zu entnehmen.
Im Ergebnis stehen auf der deutschen Fassung zwar der Zeitrahmen des Pilotprojekts und die Beschreibung der Beta-Version, unter den Neuigkeiten aber noch der Aufruf an Zahlungsdienstleister vom März 2026. Die Aufforderung an Händler und die Focus Session am 6. Oktober fehlen dort. Auch die Teilnehmerbeschreibung ist weniger genau: Die deutsche Fassung spricht allgemein von ausgewählten Zahlungsdienstleistern, die englische nennt die Zahl 36.
Wer also den Stand des Projekts prüfen will, liest die englische Seite. Das ist keine Kleinigkeit, sondern der Grund, warum diese beiden Termine im deutschsprachigen Raum bislang kaum auftauchen.
Der Zeitplan bis 2029: Verordnung, Pilot und mögliche Erstausgabe
Die EZB nennt drei Zeitmarken, und jede steht unter einem Vorbehalt.
- 2026: Annahme der Verordnung zum digitalen Euro. Die EZB formuliert ihren gesamten Zeitplan als Annahme, nicht als Tatsache: Die Notenbank geht davon aus, dass die Verordnung 2026 angenommen wird.
- Zweite Jahreshälfte 2027: Beginn des zwölfmonatigen Pilotprojekts.
- 2029: mögliche erste Ausgabe des digitalen Euro. Die Notenbank will dafür bereit sein, entscheidet aber erst nach Annahme der Verordnung, ob sie ihn tatsächlich herausgibt.
Der Gesetzgebungsweg läuft parallel und liegt nicht bei der EZB, sondern bei den europäischen Gesetzgebern. Wie das Verfahren steht und welche Streitpunkte offen sind, vor allem die Frage einer Obergrenze für dein Guthaben, haben wir in unserem Beitrag zur Haltegrenze beim digitalen Euro aufgeschlüsselt. Diese Obergrenze ist der Punkt, an dem das Projekt für dein Girokonto konkret wird.
Was die Beta-Version des digitalen Euro ist und was sie nicht ist
Eine Beta-Version ist eine lauffähige Vorabfassung, die unter realen Bedingungen getestet wird, bevor eine Freigabe erfolgt. Im Pilotprojekt heißt das: Es fließt echtes Verhalten in echten Situationen ein, der Umfang bleibt aber auf den Teilnehmerkreis begrenzt.
Daraus folgt, was der Pilot ausdrücklich nicht ist. Er ist keine Einführung des digitalen Euro, keine Vorstufe mit Rechtsanspruch und keine Entscheidung über die Ausgabe. Die EZB hält in ihrer eigenen Darstellung fest, dass die Vorbereitungsarbeiten flexibel bleiben, um sie am Gesetzgebungsverfahren auszurichten. Solange die Verordnung nicht angenommen ist, steht auch der Rechtsrahmen nicht fest, einschließlich möglicher Pflichten für Händler.
Für deine Finanzplanung heißt das nüchtern: In diesem und im kommenden Jahr ändert sich für dein Konto nichts. Was sich ändern kann, ist der Rahmen, in dem Zahlungsdienstleister und Händler ihre Systeme bauen, und das wirkt später auf die Wege, über die du Geld bewegst.

Was Händler mit Online-Shop jetzt abwägen sollten
Betreibst du selbst einen Online-Handel, ist die Interessenbekundung bis zum 27. Oktober eine echte Entscheidung. Dafür sprechen drei Punkte, die die EZB selbst nennt: Du kannst die Zahlungsabläufe mitgestalten, du siehst die technischen Anforderungen früher als der Wettbewerb, und du testest gegen eine Infrastruktur, die im Erfolgsfall in allen Euro-Ländern gleich funktioniert.
Dagegen steht der Aufwand. Eine Beta-Anbindung bindet Entwicklungszeit in einem Projekt, dessen Rechtsgrundlage noch nicht beschlossen ist, und der Pilot startet erst in der zweiten Jahreshälfte 2027. Wer knappe Entwicklungsressourcen hat, verschiebt damit Arbeit an Dingen, die morgen Umsatz bringen.
Ein nüchterner Mittelweg: Die Infoveranstaltung am 6. Oktober kostet eine Stunde und liefert die Grundlage für die Entscheidung, die drei Wochen später fällig wird. Wer Kryptowerte im eigenen Shop akzeptiert, kennt die Abwägung ohnehin aus der Praxis, weil dort dieselben Fragen nach Abwicklung, Rückbuchung und Kosten zu klären sind.
Digitaler Euro und Selbstverwahrung: Was sich für deine Wallet ändert
Die kurze Antwort: an deiner Selbstverwahrung ändert der digitale Euro nichts. Er wird nach der Beschreibung der EZB in einem Konto bei deiner Bank oder bei einem öffentlichen Vermittler liegen, also bei einem Intermediär. Eine Wallet, deren Schlüssel nur du hältst, ist damit weiterhin der einzige Weg, digitales Vermögen ohne fremde Zustimmung zu bewegen.
Zwei Punkte sind trotzdem wert, sie im Blick zu behalten. Erstens die Offline-Funktion: Die EZB stellt Zahlungen ohne Netzverbindung in Aussicht, was dem Bargeld näher kommt als jede Kartenzahlung. Zweitens die geplante Obergrenze für dein Guthaben, die es bei selbstverwahrten Kryptowerten nicht gibt und die den digitalen Euro klar als Zahlungsmittel und nicht als Sparform ausweist.
Wer heute Kryptowerte hält, trifft davon unabhängig die Entscheidung, wie er die Schlüssel sichert. Die Wahl zwischen Verwahrung bei einem Anbieter und eigener Hardware ist ein Thema für sich, und unser Vergleich der Hardware-Wallets zeigt, worauf es bei der Selbstverwahrung praktisch ankommt.
Woran du erkennst, ob der Zeitplan hält
Zeitpläne in diesem Projekt sind schon einmal verschoben worden, deshalb lohnt sich ein Blick auf die Punkte, an denen sich ein Rutschen früh zeigt. Drei Beobachtungspunkte reichen aus.
- Die Verordnung. Der Rechtsakt ist die Bedingung, die die EZB ihrem gesamten Zeitplan voranstellt. Zieht sich das Gesetzgebungsverfahren über 2026 hinaus, verschiebt sich alles dahinter.
- Das Regelwerk. Solange die Entwurfsfassung unter Version 1.0 bleibt, sind die technischen und vertraglichen Regeln nicht endgültig. Ein Sprung auf eine erste vollwertige Fassung wäre das Signal, dass der Pilot konkret wird.
- Die Auswahl der Händler. Nach dem 27. Oktober muss die EZB aus den Interessenbekundungen auswählen. Ein Teilnehmerfeld, das sich hinzieht, ist ein früher Hinweis auf einen späteren Start.
Für Bewegung bei Kryptowerten taugt keiner dieser Punkte als Signal. Der digitale Euro ist ein Zahlungsverkehrsprojekt mit einem Zeithorizont bis 2029, und wer daraus eine Kursaussage für die nächsten Wochen ableitet, überdehnt den Befund.
Digitaler Euro und EZB-Pilotprojekt: Was du daraus mitnimmst
- Trag dir den 6. Oktober 2026, 15:00 Uhr MEZ, ein, wenn dich der Stand aus erster Hand interessiert. Die Anmeldung läuft über die Seite der EZB zum Pilotprojekt, und die Veranstaltung steht auch Verbrauchern offen. Wer parallel wissen will, wie die europäische Aufsicht bei Handelsplätzen greift, findet die Einordnung in unserem Vergleich der regulierten Kryptobörsen.
- Prüfe bis zum 27. Oktober 2026 die Interessenbekundung, falls du im Online-Handel tätig bist. Es ist eine unverbindliche Bekundung, die Auswahl trifft danach die EZB. Für die Zahlungsseite deines Shops lohnt daneben ein Blick auf die Abwicklung über Krypto-Kreditkarten, die dieselben Fragen nach Kosten und Rückbuchung aufwerfen.
- Ändere an deiner Verwahrung nichts wegen des Pilotprojekts. Bis zu einer möglichen Ausgabe 2029 bleibt der digitale Euro ein Vorhaben unter Vorbehalt. Wenn du die Sicherung deiner Schlüssel ohnehin überprüfen wolltest, hilft dir unser Hardware-Wallet-Vergleich bei der Auswahl.
Die beiden Primärquellen zum Nachlesen: die englische Seite der EZB zum Pilotprojekt mit beiden Terminen und die deutsche Fassung derselben Seite, die den Rahmen beschreibt, die Termine aber nicht führt.
(Stand: 17. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.
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