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Mudwater auf Whatnot: Bored-Ape-Halter in Europa schauen bei der Opening Night nur zu

„$100k Bounty“ stand im Titel der ersten Mudwater-Show auf Whatnot. Wer aus Deutschland zuschaute, konnte nicht bieten, nicht kaufen und an keinem Giveaway teilnehmen. Ein Erfahrungsbericht aus der Nacht.

Drei Screenshots der Whatnot-App: Giveaway nur in U.S., Warum kann ich nicht bieten und der Mudwater-Shop
9 Min. Lesezeit
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Um Mitternacht habe ich eingeschaltet, voller Vorfreude. Der Bored Ape Yacht Club (BAYC) startete auf der US-Plattform Whatnot seine erste Live-Show zu Mudwater, dem eigenen Sammelkartenspiel, moderiert von Yuga-Labs-Chef Michael Figge. Der Titel der Show: „$100k Bounty - Mudwater Opening Night“. Ich bin selbst Bored-Ape-Halter und seit Jahren Sammler von Pokémon-Karten. Nach zwei Stunden konnte ich genau eines tun: chatten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die erste Mudwater-Show lief in der Nacht auf Samstag, 7. November 2026, von 0 bis 2 Uhr deutscher Zeit. Weitere Shows folgen montags, mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr kalifornischer Zeit.
  • Für Zuschauer in Deutschland zeigte die App „Nicht an dich lieferbar“, „Artikel nicht verfügbar“ und „Giveaway nur in U.S.“. Als Grund nennt Whatnot neue Zollbestimmungen für Pakete nach Deutschland.
  • Packs gingen in der Show für rund 150 bis über 200 Dollar weg, das höchste Gebot lag bei 234 Dollar. Ein Booster des neuen Cyberpunk TCG kostet laut Hersteller rund 5 Dollar.
  • Die „$100k Bounty“ im Titel ist ein privates Kopfgeld des Sammlers Adam Weitsman auf die erste gezogene 1/1-Karte. Eine solche Karte wurde laut Bored Ape Gazette bereits am 29. Oktober gezogen.
  • Halter in Europa brauchen eigene Shows zu europäischen Uhrzeiten mit Versand aus der EU. Wie das geht, zeigen Plattformen wie SLABHIT.

Was ich in der Show gesehen habe

Die Show lief auf dem verifizierten Markenkonto des Clubs. Die Zuschauerzahl pendelte zwischen rund 125 und 194, so zeigte es der Zähler in der App. Im Chat kannte sich fast jeder: Mods, langjährige Halter, Insider-Witze. Es war eine schöne Party für die, die schon da sind.

Als Zuschauer aus Deutschland stieß ich an jeder Stelle an dieselbe Wand:

  • Bieten: Unter jeder Auktion stand „Nicht zustellbar“ und „Artikel nicht verfügbar“. Auf die Frage „Warum kann ich nicht bieten?“ antwortete die App: „Aufgrund neuer Zollbestimmungen für Pakete, die in DE eintreffen, ist der Versand aus US zurzeit eingeschränkt.“
  • Shop: Das „Mudwater Pack“ stand mit 40 Stück und ab 20 Dollar im Shop, Versand aus den Vereinigten Staaten, daneben in Rot: „Nicht an dich lieferbar.“
  • Giveaways: Der Shop kündigte zwei Giveaways an, eines davon nur für Käufer. Beim dritten Giveaway der Nacht stand auf dem Knopf: „Giveaway nur in U.S.“
  • Zoll: Beim Betreten der Show warnte die App in Großbuchstaben, dass zusätzliche Zölle anfallen. Kaufen konnte ich trotzdem nichts.

Was blieb, war der Chat. Auf Nachfragen hieß es dort freundlich: Tut uns leid.

Whatnot-Profil des Bored Ape Yacht Club mit der Show $100k Bounty und ein Hinweis auf zusätzliche Zölle
Links der Showtitel mit 100.000 Dollar, rechts der Zollhinweis für Zuschauer in Deutschland. Screenshots: Dennis Weidner

100.000 Dollar im Titel: Wer bekommt sie?

„$100k Bounty“ liest sich wie ein Versprechen an alle, die zuschauen: Wer mitmacht, hat eine Chance auf einen Teil davon. Tatsächlich steckt etwas anderes dahinter. Am 24. Oktober hat der Sammler Adam Weitsman, seit Juli Mitglied im Board des Clubs, auf X ein Kopfgeld von 100.000 Dollar auf die erste gezogene 1/1-Karte ausgerufen, also eine der acht Einzelstücke im Set. So berichtete es die Bored Ape Gazette, das Community-Magazin des Clubs.

Fünf Tage später meldete dieselbe Gazette, dass der Halter Jay Bleezie die erste 1/1-Karte aus einem physischen Pack gezogen hat: Nummer 49, „Good Boy Gary“. Ob er sie an Weitsman verkauft und ob das Kopfgeld ausgezahlt wurde, ist öffentlich nicht bekannt. Der Showtitel sagt dazu nichts. Er sagt auch nicht, dass Zuschauer außerhalb der USA weder ein Pack noch ein Giveaway gewinnen können.

Rechtlich ist das vermutlich kaum angreifbar: Ein privates Kopfgeld ist kein Gewinnspiel, und kein Halter hat Anspruch darauf, in jeder Show mitbieten zu dürfen. Fair finde ich es nicht. Wer mit einer sechsstelligen Summe im Titel wirbt, weckt Erwartungen, und ein Teil der Zuschauer kann sie von vornherein nicht einlösen.

Über 200 Dollar für ein Pack

Ein Mudwater-Pack enthält zehn Karten. Insgesamt gibt es 10.000 Boxen mit je 24 Packs, also 240.000 Packs. In der Show gingen einzelne Packs für diese Preise weg (Umrechnung der App):

Uhrzeit (MEZ) Pack Preis
00:35 Pack #9 234 Dollar, Höchstgebot (ca. 209 Euro)
00:47 Pack #12 204 Dollar, verkauft (ca. 183 Euro)
00:56 Pack #15 217 Dollar, verkauft (ca. 194 Euro)

Später in der Nacht gingen Packs auch für rund 150 Dollar weg, zum Ende hin wurden die Gebote kleiner.

Zum Vergleich: Ende Oktober wurden Packs laut Bored Ape Gazette auf OpenSea für rund 0,94 SOL gehandelt, etwa 95 Dollar. Bei eBay lagen versiegelte Packs am 5. November zwischen 77,67 und 129 Dollar. Welche NFT-Marktplätze es gibt und was sie kosten, zeigt unser NFT-Marktplatz-Vergleich. Ein Booster des neuen Cyberpunk TCG kostet laut Hersteller rund 5 Dollar (Display mit 24 Packs für 119,90 Dollar), ein Pokémon-Booster liegt im deutschen Handel meist zwischen 6 und 8 Euro.

Für mich sind 200 Dollar und mehr für zehn Karten ein Preis, der vor allem von der Show und vom Kopfgeld lebt, nicht vom Spiel. Wer neu einsteigen will, zahlt hier ein Vielfaches dessen, was der restliche Kartenmarkt verlangt.

Drei Auktionen für Mudwater-Packs zu 234, 204 und 217 Dollar, jeweils mit dem Hinweis nicht zustellbar
Drei Auktionen, dreimal nicht zustellbar: Packs für 204 bis 234 Dollar. Screenshots: Dennis Weidner

Was es Käufer in Deutschland kosten würde

Selbst wenn der Versand freigeschaltet wäre, käme zum Gebot einiges dazu. Seit dem 1. Juli 2026 erhebt die EU auf Sendungen unter 150 Euro einen pauschalen Zoll von 3 Euro je Artikel, die Freigrenze von 150 Euro für Zölle ist weggefallen. Dazu kommen 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer auf Ware und Versand, die Bearbeitungsgebühr des Paketdiensts und der internationale Versand aus den USA.

Ein Beispiel mit dem verkauften Pack #12: Auf 182,58 Euro fallen allein rund 35 Euro Einfuhrumsatzsteuer an, vor Versand und Gebühren. Bei einem günstigen Pack ist es umgekehrt: Da kosten Versand, Steuer und Gebühren schnell mehr als die Karten selbst. Mein Gefühl aus der Nacht: Bevor du das erste Pack bezahlt hast, bist du gefühlt bei 100 Euro Nebenkosten.

Eine große Marke vor 167 Followern

Der Bored Ape Yacht Club ist eine der bekanntesten Marken im Kryptomarkt. Laut CoinGecko gibt es 9.998 Bored Apes, 19.571 Mutant Apes und 47.221 Otherdeeds, allein die Bored Apes liegen in 5.668 Wallets. Das Whatnot-Konto des Clubs hatte in der Show-Nacht 167 Follower, das Konto von Michael Figge 4 Follower und einen leeren Shop.

Gleichzeitig ist der Markt für Sammelkarten riesig. Allein von Pokémon-Karten wurden im Geschäftsjahr bis März 2026 rund 10 Milliarden gedruckt, insgesamt sind es über 85 Milliarden. One Piece, Magic und neue Spiele wie Cyberpunk TCG wachsen mit. Mudwater hätte das Zeug, Sammler außerhalb der Krypto-Blase zu erreichen. Eine Show um Mitternacht deutscher Zeit, die Europa ausschließt, holt dagegen vor allem die ab, die ohnehin dabei sind.

Besitzer zweiter Klasse

Ich schreibe das nicht als Außenstehender. Als wir das BMW-Apecar vom Club übernommen haben, wurde ich gefragt, was ich damit vorhabe. Meine Antwort: das Auto auf der Gamescom zeigen, dort mit Ständen und Spielen für den Club werben und gemeinsam in Sammelkartenspiele einsteigen, weil die in Deutschland riesig sind. Ich habe auf der Gamescom gesehen, wie groß der Bereich für Sammelkarten geworden ist. Wir haben auch erzählt, dass wir an einer Live-Commerce-Plattform für Sammelkarten arbeiten, denn wir sind im Pokémon-Bereich zu Hause.

Heute startet der Club sein Kartenspiel, ohne uns, und live auf einer US-Plattform, die Halter in Deutschland nicht beliefert. Das Apecar, das der Club selbst als Teil seiner Geschichte gefeiert hat, taucht nach meinem Stand in keiner Mudwater-Karte auf.

Daraus ziehe ich zwei Schlüsse. Erstens: Ideen und Pläne teile ich mit großen Marken heute bedachter. Zweitens, und das wiegt schwerer: Als europäischer Halter fühlt man sich bei Yuga Labs immer wieder wie ein Besitzer zweiter Klasse. Es gibt die Community, in der alle Apes gleich sind, und es gibt die Abende, an denen ein Teil davon nur zuschauen darf. Zum Apecar folgt in den nächsten Tagen ein eigener Erfahrungsbericht.

Ich habe die Verantwortlichen direkt angeschrieben. Kommt eine Antwort, ergänzen wir sie hier.

Was Halter in Europa brauchen

Die Lösung liegt auf der Hand, und sie ist nicht kompliziert:

  • Shows zu europäischen Uhrzeiten, am Abend statt um Mitternacht.
  • Auftritte, wo Sammler sind, etwa auf der Gamescom, mit Ständen, Spielrunden und dem Apecar.
  • Versand aus der EU, verzollt, ohne Überraschung an der Haustür.
  • Giveaways für alle Halter, wo das Recht es zulässt, oder klar gekennzeichnet, wenn nicht.
  • Co-Branding mit europäischen Plattformen, die Live-Shopping für Sammelkarten schon heute beherrschen.

Eine solche Plattform ist SLABHIT, eine Live-Auktionsplattform für Sammelkarten aus Deutschland. Mitbieten geht im Browser auf jedem Gerät und in der iPhone-App, die Android-App ist bald verfügbar. Gehandelt werden Pokémon, One Piece und weitere Spiele, mit Shows zu deutschen Uhrzeiten und Versand innerhalb der EU. Eine Mudwater-Show für europäische Apes wäre dort an einem Abend eingerichtet.

Offenlegung: SLABHIT gehört zur Unternehmensgruppe von Cryptoticker-Gründer Dennis Weidner. Der Autor hält einen Bored Ape, Cryptoticker hat 2025 das BMW-Apecar übernommen.

Wie Mudwater funktioniert, was im Set steckt und wie Halter ihre Gratis-Packs abholen, zeigen unser Mudwater-Guide und die Anleitung zum Mudwater-Claim. Digitale Packs liegen in einer Solana-Wallet, größere Werte gehören auf eine eigene Hardware-Wallet.

Häufige Fragen zur Mudwater-Show auf Whatnot

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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