Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Impermanent Loss im Liquidity Pool: Bei doppeltem Kurs fehlen 5,7 Prozent, was Anleger wissen müssen

Wer Coins in einen Liquidity Pool legt, verdient Handelsgebühren und zahlt dafür einen Abstand zum einfachen Halten. Bei doppeltem Kurs sind das 5,72 Prozent, aus 150 Euro werden 141,42 Euro: die Formel, eine eigene Rechnung und was ein Gebührenertrag davon aufholt.

Messing-Balkenwaage auf einer dunklen Werkstattbank, in der einen Schale dichte Metallkugeln, in der anderen überschwappende Flüssigkeit, zwei Hände stellen den Balken nach
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Impermanent Loss ist der Abstand zwischen zwei Depots: dem, das deine Coins einfach gehalten hätte, und dem, das sie in einen Liquidity Pool gelegt hat. Verdoppelt sich der Kurs der einen Pool-Hälfte, während die andere stillsteht, beträgt dieser Abstand 5,72 Prozent. Aus 150 Euro beim Halten werden 141,42 Euro im Pool. Mehr ist der Effekt nicht, und er hängt an einer einzigen Größe: am Verhältnis der beiden Kurse zueinander.

Wer Liquidität bereitstellt, bekommt dafür einen Anteil an den Handelsgebühren des Pools. Ob sich das lohnt, entscheidet sich an der Frage, ob diese Gebühren den Abstand aufholen. Dieser Text rechnet beides gegeneinander, mit Zahlen, die du selbst nachrechnen kannst.

Was Impermanent Loss im Liquidity Pool wirklich ist

Liquidity Pool: Ein Topf aus zwei Token, aus dem jeder tauschen kann, ohne einen Gegenüber zu brauchen. Statt eines Orderbuchs mit Käufern und Verkäufern bestimmt eine Formel den Preis. Wer Token einzahlt, ist Liquidity Provider und hält danach keine zwei Coins mehr, sondern einen Anteil am Topf.

Impermanent Loss: Die Differenz zwischen dem Wert dieses Anteils und dem Wert der Coins, wenn du sie nicht eingezahlt hättest. Dieser Abstand entsteht allein durch Kursbewegungen, nicht durch Gebühren, nicht durch einen Hack und nicht durch einen Fehler des Protokolls.

Der Name führt in die Irre, denn verloren ist zunächst nichts. Solange das Kursverhältnis der beiden Token zum Einstieg zurückkehrt, verschwindet der Abstand vollständig. Deshalb heißt er „impermanent“, also vorübergehend. Wer aber auszahlt, während das Verhältnis verschoben ist, macht ihn endgültig.

Entscheidend ist dabei nur das Verhältnis, nicht die Richtung und nicht die absolute Höhe. Steigt eine Pool-Hälfte um 50 Prozent und die andere bleibt stehen, kostet das genauso viel wie der umgekehrte Fall. Steigen beide um 50 Prozent, kostet es gar nichts, weil sich das Verhältnis nicht verändert hat.

Wie ein Automated Market Maker das Verhältnis im Pool nachstellt

Automated Market Maker (AMM): Das Programm, das den Preis im Pool aus den beiden Beständen errechnet. Im klassischen Fall, wie ihn Uniswap v2 und die meisten Nachbauten verwenden, gilt die Regel, dass das Produkt der beiden Bestände konstant bleibt. Wer Token A hineingibt, nimmt Token B heraus, und der Preis verschiebt sich so lange, bis das Produkt wieder stimmt.

Steigt der Außenpreis eines Pool-Token, ist er im Pool kurz zu billig. Dann greifen Händler zu, kaufen ihn dort weg und verkaufen ihn andernorts teurer. Dieses Nachstellen von außen ist kein Nebeneffekt, sondern der Mechanismus selbst: Der Pool folgt dem Markt nur, weil jemand die Lücke ausnutzt. Was dabei an Wert aus dem Pool wandert, trägt der Liquidity Provider.

Praktisch heißt das: Der Pool verkauft dir immer automatisch das, was gerade steigt, und kauft das, was gerade fällt. Am Ende eines starken Kursanstiegs hältst du weniger von dem gestiegenen Token und mehr von dem anderen. Genau diese Umschichtung kostet den Abstand zum einfachen Halten. Wer eine Marktorder an einer zentralen Börse aufgibt, kennt den verwandten Effekt aus einem anderen Blickwinkel: den Preisabstand zwischen erwarteter und ausgeführter Order.

Pools laufen auf dezentralen Handelsplätzen, die ohne Zwischenhändler arbeiten. Wie sich diese von einer klassischen Börse unterscheiden, steht in unserem Erklärer zu dezentralen Krypto-Börsen. Die bekanntesten Paare enthalten Ether; wo der Kurs gerade steht, zeigt die Ethereum-Prognoseseite.

Die Formel hinter dem Impermanent Loss in einem Satz

Nenne das Kursverhältnis am Ende geteilt durch das Kursverhältnis am Anfang k. Dann ist der Wert deines Pool-Anteils gleich dem Haltewert, multipliziert mit zwei Wurzeln aus k, geteilt durch die Summe aus eins und k. Der Abstand zum Halten ist dieser Faktor minus eins.

Dasselbe Ergebnis steht in einer Arbeit über die Qualität zentraler und dezentraler Handelsplätze, dort als Differenz zweier Renditen geschrieben: die halbe Summe aus Kursverhältnis und eins, minus die Wurzel aus dem Kursverhältnis. Die Autoren halten fest, dass dieser Ausdruck nur an einer einzigen Stelle null wird, nämlich bei unverändertem Verhältnis, und sonst immer positiv ist. Nachzulesen ist das in der Untersuchung zu zentralen und dezentralen Handelsplätzen.

Was daran für dich zählt: Es gibt keinen Parameter für Laufzeit, Pool-Größe oder Handelsvolumen. Zwei Wochen und zwei Jahre im Pool kosten bei gleichem Endverhältnis genau dasselbe. Der Abstand ist eine Funktion des Kurses, sonst nichts.

Zwei unterschiedlich hoch gefüllte Glasgefäße auf dunklem Stein, verbunden durch ein gebogenes Glasrohr, Flüssigkeit läuft vom volleren in das leerere Gefäß
Arbitrage wirkt wie zwischen verbundenen Gefäßen: Ausgeglichen wird dort, wo zu viel steht, und der Ausgleich geht zulasten des Pools.

Eigene Rechnung: So treibt das Kursverhältnis den Verlust

Die folgenden Werte sind aus der Formel gerechnet, für ein Paar mit gleichen Hälften zum Einstieg. Die zweite Spalte nennt die Kursänderung der einen Hälfte, während die andere unverändert bleibt. Die dritte Spalte zeigt, wie viel Prozent des Haltewerts am Ende fehlen.

KursverhältnisKursänderung einer HälfteAbstand zum Halten
1,00unverändert0,00 Prozent
1,10plus 10 Prozent0,11 Prozent
1,25plus 25 Prozent0,62 Prozent
1,50plus 50 Prozent2,02 Prozent
2,00plus 100 Prozent5,72 Prozent
3,00plus 200 Prozent13,40 Prozent
4,00plus 300 Prozent20,00 Prozent
5,00plus 400 Prozent25,46 Prozent
10,00plus 900 Prozent42,50 Prozent

Auffällig ist der untere Bereich. Bis zu einem Kursplus von 25 Prozent bleibt der Abstand unter einem Prozent, bei zehn Prozent Kursbewegung liegt er bei einem Tausendstel des Einsatzes. In dieser Zone ist Impermanent Loss praktisch kein Thema, und jede halbwegs aktive Gebührenquote deckt ihn mehrfach.

Darüber wird die Kurve steil. Zwischen plus 100 und plus 400 Prozent vervierfacht sich der Abstand von 5,72 auf 25,46 Prozent. Wer ein junges Token mit großem Kurspotenzial in einen Pool legt, zahlt den Erfolg dieses Tokens mit einem spürbaren Teil des Gewinns.

100 Euro im ETH-Paar: 8,58 Euro Abstand zum einfachen Halten

Ein durchgerechnetes Beispiel macht die Prozentzahl greifbar. Du legst 100 Euro in ein Paar aus Ether und einem Dollar-Stablecoin, also 50 Euro in jeder Hälfte. Danach verdoppelt sich der Ether-Kurs, der Stablecoin bleibt bei einem Dollar.

Hättest du nur gehalten, wären aus den 50 Euro Ether 100 Euro geworden, zusammen mit den unveränderten 50 Euro also 150,00 Euro. Im Pool stehen am Ende 141,42 Euro. Der Abstand beträgt 8,58 Euro oder eben jene 5,72 Prozent. Diese 8,58 Euro sind nicht verschwunden, sie stecken in den Taschen der Händler, die den Pool unterwegs immer wieder ausgeglichen haben.

Die Gegenrechnung gehört dazu: In derselben Zeit hat der Pool Handelsgebühren eingenommen, und dein Anteil daran gehört dir. Bei einem Pool, der auf das Jahr gerechnet 25 Prozent Gebührenertrag abwirft, wären 8,58 Euro nach rund 83 Tagen verdient. Ob dein Pool diese Quote trägt, siehst du nur an seinem tatsächlichen Handelsvolumen, nicht an einer Werbezahl.

Warum die Einstiegsgewichtung die Rechnung verschiebt

Die Werte in der Tabelle gelten für ein Paar mit zwei gleich großen Hälften. Pools mit anderer Gewichtung, etwa 80 zu 20, verteilen den Effekt anders: Die kleinere Hälfte wird stärker umgeschichtet, die größere kaum. Ein Pool, der zu 80 Prozent aus einem Token besteht, verhält sich näher am einfachen Halten dieses Tokens und bringt dafür weniger Gebühren.

Handelsgebühren und Gebührenertrag gegen den Verlust gerechnet

Gebührenertrag: Der Anteil der Handelsgebühren, der auf dein eingezahltes Kapital entfällt, hochgerechnet auf ein Jahr. Er entsteht aus dem Handelsvolumen des Pools, der Gebührenstufe und dem Anteil, den du am Pool hältst. Er ist keine Zusage, sondern eine Rückschau: Fällt das Volumen, fällt er mit.

Aus der Formel und einem angenommenen Gebührenertrag lässt sich ablesen, wie lange ein Pool laufen muss, damit die Gebühren den Abstand decken. Die folgenden Werte sind aus derselben Rechnung abgeleitet, bei durchgehend aktivem Kapital:

  • Kurs plus 50 Prozent, Abstand 2,02 Prozent: bei 10 Prozent Gebührenertrag rund 74 Tage, bei 25 Prozent rund 29 Tage.
  • Kurs verdoppelt, Abstand 5,72 Prozent: bei 10 Prozent rund 209 Tage, bei 25 Prozent rund 83 Tage, bei 50 Prozent rund 42 Tage.
  • Kurs verdreifacht, Abstand 13,40 Prozent: bei 25 Prozent Gebührenertrag rund 196 Tage.
  • Kurs zehnfach, Abstand 42,50 Prozent: selbst 50 Prozent Gebührenertrag brauchen über 300 Tage.
  • Kurs unverändert: kein Abstand, jeder Gebührenertrag bleibt vollständig Gewinn.

Diese Rechnung ist absichtlich wohlwollend, denn sie unterstellt einen über den ganzen Zeitraum stabilen Gebührenertrag, und das ist der unwahrscheinlichste Teil daran. Hohe Quoten entstehen meist in den ersten Wochen eines Pools, wenn das Volumen groß und die eingezahlte Liquidität noch klein ist. Danach fallen sie, oft deutlich.

Dazu kommen Kosten, die in keiner Quote stehen: die Netzwerkgebühr beim Einzahlen, beim Ernten der Belohnungen und beim Ausstieg. Bei kleinen Beträgen fressen sie einen zweistelligen Prozentsatz des Ertrags. Wer lieber eine Plattform mit ausgewiesenen Konditionen sucht, findet im Vergleich der Staking- und Rendite-Plattformen die gängigen Anbieter mit ihren Bedingungen.

Verdoppelung und Halbierung kosten genau denselben Anteil

Dieser Punkt überrascht die meisten und steckt direkt in der Formel: Ein Kursverhältnis von 2 und ein Kursverhältnis von 0,5 ergeben denselben Abstand. Nachgerechnet für mehrere Werte:

  • Plus 25 Prozent und minus 20 Prozent: beide 0,62 Prozent.
  • Plus 50 Prozent und minus 33 Prozent: beide 2,02 Prozent.
  • Plus 100 Prozent und minus 50 Prozent: beide 5,72 Prozent.
  • Plus 300 Prozent und minus 75 Prozent: beide 20,00 Prozent.

Für die Praxis folgt daraus etwas Unangenehmes: Ein Pool schützt dich nicht gegen fallende Kurse. Im Abwärtsfall kommt der Abstand zum Halten zum Kursverlust hinzu. Wer in ein Paar einzahlt, weil er eine ruhige Seitwärtsphase erwartet, hat die Formel richtig verstanden. Wer einzahlt, weil er einen Einbruch abfedern will, hat sie falsch verstanden.

Schmale betonierte Wasserrinne zwischen hohen Betonwänden, nur in einem engen Streifen in der Mitte strömt Wasser, die breiten Seitenkanäle liegen trocken und rissig
Verlässt der Kurs die gewählte Spanne, liegt die Position trocken: Gebühren fallen dann keine mehr an.

Concentrated Liquidity bei Uniswap v3 verschärft den Effekt

Concentrated Liquidity: Liquidität, die nur in einer selbst gewählten Preisspanne wirkt, statt über die ganze Kurve verteilt zu sein. Die Entwicklerdokumentation von Uniswap beschreibt den Kern als Liquidität, die innerhalb einer eigenen Preisspanne zugeordnet wird, und nennt als Beispiel einen älteren Dollar-Pool, der nur rund ein halbes Prozent seines Kapitals für den Handel zwischen 0,99 und 1,01 Dollar nutzte. Wer die Spanne eng zieht, bekommt an dieser Stelle viel mehr Tiefe aus demselben Kapital und verdient entsprechend mehr Gebühren.

Der Preis dafür steht in derselben Dokumentation: Verlässt der Kurs die Spanne, ist die Liquidität nicht mehr aktiv und verdient keine Gebühren mehr. Die Position besteht dann vollständig aus einem der beiden Token. Kehrt der Kurs in die Spanne zurück, wird sie wieder aktiv. Die Einzelheiten stehen in der Dokumentation zu Concentrated Liquidity; wo das Protokoll-Token gerade steht, zeigt die Uniswap-Prognoseseite.

Für die Rechnung heißt das: Die enge Spanne hebelt beide Seiten. Innerhalb der Spanne ist der Gebührenertrag ein Vielfaches, der Abstand zum Halten aber ebenso. Eine Position mit halber Spannenbreite verhält sich bei gleicher Kursbewegung wie ein deutlich größerer Einsatz im klassischen Pool. Und sobald der Kurs ausbricht, verdient sie nichts mehr, während der Abstand bleibt.

Stablecoin-Paare und korrelierte Paare senken das Risiko

Aus der Tabelle folgt direkt, welche Paare ruhig sind. Zwei Dollar-Stablecoins wie USDC und USDT bewegen sich normalerweise um Bruchteile eines Prozents zueinander; das Kursverhältnis bleibt nahe eins, und damit bleibt der Abstand nahe null. Dasselbe gilt für ein Paar aus Ether und einem Ether, der in einem Staking-Protokoll liegt, oder für ein Paar aus BTC und einer verpackten Fassung desselben Coins.

Der Haken: Genau diese Paare tragen die niedrigsten Gebühren, weil zwischen ihnen wenig Spielraum liegt. Ruhig und ertragreich gibt es im selben Pool nicht. Dazu bleibt bei Stablecoin-Paaren ein eigenes Risiko, das die Formel nicht abbildet: Löst sich die Bindung eines der beiden Token vom Dollar, verschiebt sich das Verhältnis plötzlich stark, und dann greift der Effekt mit voller Kraft.

Belohnungen aus Liquiditätsprogrammen können die Gleichung drehen, allerdings mit eigenen Fristen. Dass solche Ansprüche verfallen können, zeigt der Fall eines Programms, bei dem jeder Anspruch unter einer Mindestmenge zu einem festen Datum verfiel.

Warum der Verlust „impermanent“ heißt und wann er endgültig wird

Solange dein Anteil im Pool liegt, ist der Abstand eine Rechengröße. Kehrt das Kursverhältnis zum Einstiegswert zurück, löst er sich vollständig auf, und zwar unabhängig davon, wie weit er zwischendurch aufgelaufen war. Ein Paar, das von eins auf vier und zurück auf eins läuft, kostet am Ende null.

Endgültig wird er in dem Moment, in dem du die Position auflöst. Dann bekommst du die beiden Token in dem verschobenen Verhältnis ausgezahlt, und was fehlt, fehlt. Dasselbe passiert bei einer Position mit enger Spanne, wenn du sie außerhalb der Spanne schließt.

Daraus folgt eine schlichte Konsequenz für den Ausstiegszeitpunkt: Wer nach einer starken Bewegung sofort aussteigt, realisiert den höchsten Abstand. Wer wartet, bis sich das Verhältnis beruhigt hat, zahlt weniger, trägt dafür aber länger das Kursrisiko beider Token und das Risiko des Protokolls selbst.

Steuer in Deutschland: Einzahlung, Belohnungen und der Ausstieg

Die steuerliche Behandlung folgt nicht der wirtschaftlichen Logik des Pools, sondern dem deutschen Einkommensteuerrecht, und sie zerfällt in drei getrennte Vorgänge: die Einzahlung, den laufenden Zufluss und den Ausstieg. Jeder davon wird eigenständig beurteilt, und keiner davon kennt den Begriff Impermanent Loss.

Besonders unangenehm ist die Reihenfolge: Ein Abstand zum Halten ist steuerlich kein Verlust, solange er nicht durch einen Vorgang realisiert wird, während Belohnungen aus dem Pool im Zuflussmoment bewertet werden. Es kann also ein steuerpflichtiger Zufluss entstehen, während die Position insgesamt im Minus liegt. Welcher Vorgang in Deutschland wie eingeordnet wird und welche Nachweise das Finanzamt sehen will, haben wir im Beitrag zu Liquidity Pools und Steuern vom 10. Juli 2026 aufgeschrieben.

Praktisch zählt vor allem die Dokumentation. Eine Pool-Position erzeugt viele kleine Vorgänge, die keine Börse für dich auflistet: Einzahlung, Umschichtung durch den Pool, Belohnungen in kleinen Tranchen, Netzwerkgebühren, Ausstieg. Ohne lückenlose Aufzeichnung lässt sich am Jahresende weder ein Gewinn noch ein Verlust belegen.

Was ein Impermanent-Loss-Rechner leistet und wo er irrt

Rechner im Netz nehmen zwei Kurse und geben den Abstand in Prozent aus. Diesen Teil beherrschen sie zuverlässig, denn es ist genau die Formel von oben. Für eine schnelle Einordnung reicht das.

Drei Dinge liefern diese Werkzeuge typischerweise nicht. Erstens den tatsächlichen Gebührenertrag deines Pools über den gehaltenen Zeitraum, denn der hängt am Volumen und an deinem Anteil. Zweitens die Netzwerkgebühren für Einstieg, Ernte und Ausstieg. Drittens die Zeit, in der eine Position mit enger Spanne außerhalb ihrer Spanne lag und deshalb nichts verdient hat. Ein Ergebnis von „minus 5,72 Prozent“ sagt daher nichts darüber, ob dein Geschäft gewonnen oder verloren hat.

Die englischen Bezeichnungen, die in den Apps stehen

Die Oberflächen der Protokolle sind fast durchgehend englisch, und die Begriffe dort decken sich nicht mit den deutschen. Diese sechs begegnen dir am häufigsten: Ein Impermanent Loss Calculator rechnet den Abstand aus zwei Kursen. Fee APR ist der Gebührenertrag auf das Jahr gerechnet, APY dieselbe Zahl mit unterstellter Wiederanlage und deshalb immer die größere der beiden. Die Fee Tier ist die Gebührenstufe des Pools, also der Satz, den jeder Tausch dort kostet. Die Range ist die Preisspanne einer Position mit Concentrated Liquidity. Das LP-Token ist der Beleg über deinen Anteil am Pool, den du beim Ausstieg wieder einreichst. Und das Price Ratio ist genau jenes Kursverhältnis, das in der Formel oben als k auftaucht.

Wer diese Zuordnung kennt, liest die Oberfläche eines Pools in einer halben Minute: Fee Tier und Fee APR sagen, was hereinkommt, die Range sagt, wie lange das Kapital aktiv bleibt, und das Price Ratio sagt, was es kostet.

Belastbar wird die Rechnung erst, wenn du die vier Größen zusammenstellst: Abstand aus der Formel, vereinnahmte Gebühren, Netzwerkkosten und die Zeit mit aktivem Kapital. Erst dann steht fest, ob der Pool mehr eingebracht hat als das einfache Halten.

Unsere Einschätzung zum Liquiditätsgeschäft für Privatanleger

Aus Sicht der Redaktion ist Liquiditätsbereitstellung für Privatanleger in genau einem Fall rechnerisch attraktiv, und zwar bei Paaren, deren Kursverhältnis stabil bleibt. Der Beleg steht in der Tabelle oben: Unter 25 Prozent Kursbewegung bleibt der Abstand unter einem Prozent, und dort deckt schon ein zweistelliger Gebührenertrag den Effekt in wenigen Wochen. Bei einem Kursverhältnis von vier dagegen fehlen 20 Prozent, und das holt kaum ein Pool wieder herein.

Dagegen spricht, dass der ertragreichste Teil des Marktes genau der volatile ist. Hohe Gebührenquoten entstehen bei jungen, stark schwankenden Token, also dort, wo das Kursverhältnis am weitesten läuft. Wer diese Quoten sucht, kauft sich den Abstand mit ein. Dazu kommen das Risiko eines Fehlers im Protokoll und der Umstand, dass dezentrale Handelsplätze keine Zulassung der BaFin tragen und keinen Anlegerschutz bieten: Bei einem Fehler gibt es keinen Ansprechpartner und keine Entschädigung. Ein Totalverlust des eingezahlten Betrags ist möglich.

Impermanent Loss: Erst ab doppeltem Kurs kostet er mehr als 5 Prozent

  1. Rechne vor der Einzahlung mit der Formel durch, welchen Abstand du bei einer Verdoppelung und bei einer Halbierung in Kauf nimmst. Als Maßstab dient die Tabelle oben: 2,02 Prozent bei plus 50, 5,72 Prozent bei plus 100, 20,00 Prozent bei plus 300 Prozent. Liegt der erwartete Gebührenertrag darunter, ist das Geschäft rechnerisch nicht zu gewinnen. Wer stattdessen eine Rendite ohne Kursverhältnis sucht, findet die Anbieter im Vergleich der Lending-Anbieter.
  2. Halte für jede Position vier Werte fest: Einstiegskurse beider Token, Datum, vereinnahmte Gebühren und alle Netzwerkkosten. Diese vier Werte tragen später die Steuererklärung und die Antwort auf die Frage, ob sich das Geschäft gelohnt hat. Die passenden Werkzeuge stehen im Vergleich der Steuer-Tools.
  3. Vergleiche vor dem Einstieg den einfachen Kauf an einer zugelassenen Börse mit dem Pool. Wenn du den Coin ohnehin halten willst, ist der Kauf ohne Pool der Weg ohne Abstand und ohne Protokollrisiko; eine Übersicht der zugelassenen Handelsplätze bietet der Börsenvergleich.

(Stand: 18. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Impermanent Loss

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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