Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Google baut Krypto-Verwahrung für Banken: Was das für deine Coins bedeutet

Google hat am 28. Oktober 2026 einen Verwahrdienst für Kryptowerte vorgestellt, der den privaten Schlüssel in Fragmente aufteilt und ihn nie vollständig an einem Ort entstehen lässt. Der Dienst richtet sich an Banken, die kommerzielle Freigabe ist für Anfang 2027 angekündigt.

Nächtlicher Kontrollraum in einem Rechenzentrum, langer Leitstand aus dunklem Metall, drei Silhouetten davor, ein einzelnes warmes Signallicht über dem Pult
12 Min. Lesezeit
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Kategorien: Hacks & Sicherheit

Google baut einen Verwahrdienst für Kryptowerte. Zielgruppe sind Banken und große Finanzhäuser, Privatanleger stehen nicht auf der Liste. Vorgestellt wurde er am 28. Oktober 2026 unter dem Namen Google Multi-Party Compute. Der Kern ist einfach: Der private Schlüssel, mit dem eine Überweisung in einer Blockchain unterschrieben wird, liegt nie vollständig an einem Ort. Er zerfällt in Teile, die auf getrennte Rechenumgebungen verteilt werden, und eine Unterschrift entsteht erst, wenn genügend Teile zusammenwirken. Für deine eigenen Coins ändert sich damit heute nichts. Wichtig wird die Nachricht aus einem anderen Grund: Der häufigste Anlass für sehr große Verluste am Kryptomarkt ist ein Schlüssel, der in falsche Hände gerät. Kaputte Protokolle und falsche Kursmeinungen kosten den Markt deutlich weniger.

Was Google Multi-Party Compute ist und wie eine Unterschrift ohne vollständigen Schlüssel entsteht

Multi-Party Computation, kurz MPC, ist ein kryptografisches Verfahren, bei dem mehrere Beteiligte gemeinsam ein Ergebnis berechnen, ohne dass einer von ihnen die Eingaben der anderen sieht. Auf die Verwahrung von Kryptowerten übertragen: Der private Schlüssel wird in Fragmente aufgeteilt, statt kopiert und an einem Ort eingeschlossen zu werden. Jedes Fragment liegt in einer anderen Umgebung, etwa bei Google, auf eigener Hardware des Instituts und bei einem dritten Anbieter.

Soll eine Überweisung unterschrieben werden, rechnen diese Umgebungen zusammen. Der vollständige Schlüssel entsteht dabei an keiner Stelle, auch nicht für den Bruchteil einer Sekunde. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Tresor, aus dem ein Schlüssel für die Benutzung herausgeholt und danach wieder eingeschlossen wird. Wer eines der Fragmente stiehlt, hält nichts Verwertbares in der Hand.

Laut dem Bericht von CoinDesk läuft über den Fragmenten zusätzlich eine Regelprüfung. Vor jeder Unterschrift kontrolliert sie, ob der Vorgang den Vorgaben des Hauses entspricht. Solche Vorgaben können eine Obergrenze für Beträge sein, eine Liste erlaubter Zieladressen oder die Pflicht, dass mehrere Abteilungen zustimmen. Diese Prüfung findet nach Googles Darstellung in einer abgeschotteten Rechenumgebung statt, die der Konzern Confidential Space nennt.

Wo der Unterschied zum Multisig-Konto liegt

Verwechsle MPC nicht mit einem Multisig-Konto. Bei Multisig weiß die Blockchain selbst, dass mehrere Unterschriften nötig sind, und jede davon stammt von einem eigenen, vollwertigen Schlüssel. Bei MPC sieht die Blockchain nur eine einzige, ganz normale Unterschrift. Die Aufteilung passiert davor und bleibt von außen unsichtbar. Das macht MPC unabhängig davon, ob eine Blockchain Multisig überhaupt unterstützt, und erklärt, warum institutionelle Verwahrer das Verfahren bevorzugen.

Zwei von drei Teilen genügen: Wie eine Signaturschwelle den Diebstahl eines Fragments wertlos macht

Die Zahl der Fragmente und die Zahl der für eine Unterschrift nötigen Fragmente lassen sich getrennt festlegen. Google nennt dafür zwei Beispiele: zwei von drei Beteiligten oder fünf von sieben. Eine solche Schwelle löst zwei Probleme auf einmal, die in der Verwahrung sonst gegeneinander arbeiten.

Das erste ist der Diebstahl. Bei einer Schwelle von zwei aus drei braucht ein Angreifer zwei Fragmente aus zwei verschiedenen Umgebungen, und er braucht sie gleichzeitig. Ein einzelner erfolgreicher Einbruch bringt ihn nicht weiter. Das zweite Problem ist der Verlust. Geht ein Fragment kaputt, weil ein Rechenzentrum ausfällt oder ein Gerät zerstört wird, bleiben zwei übrig, und die Bestände sind weiter erreichbar. Genau an dieser Stelle scheitern Verwahrmodelle mit einem einzigen Schlüssel regelmäßig: Sicherung gegen Diebstahl und Sicherung gegen Verlust ziehen in die entgegengesetzte Richtung.

Je höher die Schwelle, desto sicherer und desto unbeweglicher wird der Bestand. Fünf von sieben passt zu einer Reserve, die selten angefasst wird. Zwei von drei passt zu Beständen, die täglich in Bewegung sind. Dass ein Institut beides parallel betreiben kann, ist für den Betrieb wichtiger als jede einzelne Zahl.

Drei schwere Stahlschlüssel in drei getrennten Glasvitrinen auf dunklem Samt, nur zwei davon im Lichtkegel
Zwei beleuchtete Vitrinen, drei Schlüssel: Eine Schwelle von zwei aus drei genügt für die Unterschrift, das dritte Fragment darf ausfallen.

Geschlossene Vorschau statt fertiges Produkt: der Fahrplan bis Anfang 2027

Was Google vorgestellt hat, ist noch kein Dienst, den ein Institut buchen kann. Das Angebot steckt in einer geschlossenen Vorschau. Mehrere Entwicklungspartner und nach Googles Angaben auch größere Finanzhäuser testen es, genannt hat der Konzern keines davon. Die kommerzielle Freigabe ist für Anfang 2027 angekündigt. Preise gibt es bisher nicht.

Neu ist für Google weniger die Technik als das Produkt. Bereits 2023 hatte der Konzern beschrieben, wie Kunden eine MPC-Verwahrung auf seiner abgeschotteten Rechenumgebung selbst bauen können. Was fehlte, war ein fertiger Verwahrdienst, den Google selbst betreibt und verantwortet. Diesen Schritt geht er jetzt.

Für die Einordnung der Zeitangabe lohnt ein nüchterner Blick: Zwischen einer geschlossenen Vorschau und einem Dienst, auf den eine deutsche Bank das Vermögen ihrer Kunden legt, liegen Prüfungen durch Aufseher, Zertifizierungen und Verträge. Rechne nicht damit, dass du den Namen Google im Jahr 2027 im Kleingedruckten deines Depots findest.

Kompromittierte Schlüssel sind der größte einzelne Verlustgrund am Kryptomarkt

Warum ein Konzern dieser Größe überhaupt in die Schlüsselverwahrung einsteigt, zeigt ein Blick auf die Verlustursachen. Die öffentliche Hack-Datenbank des Analysehauses DeFiLlama listet 1.326 Vorfälle aus dem Zeitraum vom 19. Juni 2011 bis zum 27. Oktober 2026. Zusammengenommen sind dabei 21,19 Milliarden Dollar verloren gegangen. Auf die Kategorie der kompromittierten Schlüssel entfallen davon 8,96 Milliarden Dollar, verteilt auf 162 Vorfälle. Das sind 42,3 Prozent der gesamten Summe und damit mehr als auf jede andere Ursache. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 29. Oktober 2026 selbst erhoben.

Das Problem ist auch nicht kleiner geworden. Im laufenden Jahr 2026 stehen in derselben Datenbank bereits 721,1 Millionen Dollar an Verlusten aus kompromittierten Schlüsseln, im gesamten Jahr 2025 waren es 302,0 Millionen Dollar. Der Bericht von CoinDesk kommt über einen anderen Weg zu einer ähnlichen Größenordnung und beruft sich dabei auf eine Auswertung von Chainalysis, nach der 43,8 Prozent der im Jahr 2024 gestohlenen Kryptowerte auf kompromittierte Schlüssel zurückgingen.

Daraus folgt eine Einsicht, die für dich genauso gilt wie für eine Bank: Der teuerste Fehler in diesem Markt ist selten eine falsche Kursmeinung. Es ist die Frage, wer den Schlüssel in der Hand hat.

ECDSA, Ed25519 und die offene Frage nach quantensicheren Signaturen

Zum Start der allgemeinen Verfügbarkeit soll der Dienst zwei Signaturverfahren beherrschen. ECDSA ist das Verfahren, mit dem unter anderem Bitcoin und Ethereum Überweisungen unterschreiben. Ed25519 nutzen Blockchains wie Solana. Mit diesen beiden deckt der Dienst den Großteil der heute relevanten Netzwerke ab, aber eben nicht alles.

Offen bleibt die Antwort auf Quantenrechner. Google stellt in Aussicht, später auch quantensichere Signaturverfahren zu unterstützen, sobald die Blockchains sie übernehmen. Einen Termin dafür nennt der Konzern nicht, und im Umfang der Vorschau ist diese Fähigkeit nicht enthalten. Das ist ein ehrlicher Zuschnitt, weil die Entscheidung bei den Netzwerken liegt und nicht bei einem Verwahrer.

Wie groß die Aufgabe am Ende ist, deutet eine Zahl aus dem Bericht von CoinDesk an: Rund 6,9 Millionen Bitcoin gelten als möglicherweise anfällig für künftige Quantenangriffe, weil ihre öffentlichen Schlüssel offen in der Blockchain stehen. Eine Gefahr für morgen ist das nicht. Eine Begründung dafür, warum Verwahrer ihre Verfahren austauschbar bauen, schon.

Was Alphabet mit seinen eigenen Beständen auf Ethereum und Solana macht

Ein Detail der Vorstellung verdient mehr Aufmerksamkeit als die Produktankündigung selbst. Nach Googles Angaben sichert der Mutterkonzern Alphabet mit derselben Technik eigene digitale Vermögenswerte auf Ethereum und Solana. Welche Werte das sind und wie groß die Bestände ausfallen, hat der Konzern nicht offengelegt.

Zwei Dinge lassen sich daraus ablesen, ohne dass man etwas hineinliest. Erstens hält einer der größten Technologiekonzerne der Welt überhaupt Bestände in diesen beiden Netzwerken. Zweitens traut er dem eigenen Verfahren genug, um sie damit zu sichern. Das ist kein Kaufargument und sagt nichts über Kurse. Als Hinweis darauf, wie weit die Infrastruktur für institutionelle Bestände gereift ist, taugt es trotzdem.

Rich Widmann, bei Google Cloud für die Strategie im Geschäft mit digitalen Vermögenswerten zuständig, ordnete den Schritt laut CoinDesk so ein: Verbreitung und Tokenisierung digitaler Vermögenswerte stünden „an einem Wendepunkt". Als Einschätzung eines Beteiligten gelesen, nicht als Marktprognose, passt der Satz zur Lage.

Aufgefächertes Bündel Glasfasern in einem dunklen Serverraum, die Faserenden leuchten unterschiedlich hell
Getrennte Wege statt ein Ort: Die Fragmente eines Schlüssels liegen in verschiedenen Umgebungen und treffen nie zusammen.

Fireblocks, Fordefi und BitGo: Wer den Markt für institutionelle Verwahrung heute bedient

Google tritt nicht in einen leeren Markt ein. Der Konzern nennt selbst Fireblocks, Fordefi und BitGo als Anbieter, die Sicherung und Freigabe von Transaktionen für Institutionen heute abdecken. Diese Häuser leben seit Jahren von genau dieser Aufgabe und kennen die Anforderungen der Aufseher.

Was Google mitbringt, ist kein besseres Verfahren, sondern eine andere Ausgangslage. Viele Banken betreiben ihre Systeme ohnehin in einer der großen Rechenwolken. Wenn die Verwahrung dort als Baustein verfügbar ist, fällt ein eigener Vertrag mit einem Spezialanbieter weg. Genau dieser Weg hat schon andere Märkte verschoben.

Was ein günstigerer Verwahrer für dich ändert

Für dich wirkt das über die Kosten und über das Angebot. Der Kurs hat damit nichts zu tun. Wird die Verwahrung für Banken billiger und leichter zu betreiben, wächst die Zahl der Häuser, die Kryptowerte überhaupt anbieten. Mehr Anbieter bedeuten Druck auf Gebühren und Spreads. Das ist ein langsamer Effekt über Jahre, kein Ereignis, auf das man einen Einstieg plant.

MiCA und BaFin: Ein Technikanbieter ist kein zugelassener Kryptoverwahrer

Hier liegt das Missverständnis, das sich an solche Meldungen hängt. Google verwahrt mit diesem Dienst keine Kundenbestände. Der Konzern liefert die Technik, mit der ein Institut seine Schlüssel kontrolliert. Verwahrer bleibt das Institut, und damit bleibt auch die Haftung dort.

In Deutschland ist diese Rolle erlaubnispflichtig. Wer Kryptowerte für Kunden verwahrt, braucht eine Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister nach der EU-Verordnung MiCA. Die BaFin erteilt sie und beaufsichtigt die Anbieter; zugelassene Häuser stehen in einem öffentlichen Register der europäischen Aufsichtsbehörde ESMA. Banken und Wertpapierfirmen, die ohnehin beaufsichtigt werden, können den Dienst anzeigen, statt eine vollständige Zulassung zu beantragen. Zu den Pflichten gehört, dass Kundenbestände getrennt von eigenen Beständen gehalten werden.

Praktisch heißt das: Steht in einer Meldung der Name eines Technologiekonzerns, sagt dir das nichts darüber, wer für deine Coins einstehen muss. Diese Frage beantwortet allein die Zulassung deines Anbieters.

Verwahrung an der Börse oder in eigener Hand: Worauf du bei deinem Anbieter achten solltest

Von einer geschlossenen Vorschau für Banken lässt sich wenig auf dein Depot übertragen. Zwei Fragen aber stellt diese Nachricht auch für Privatbestände, und beide kannst du heute beantworten.

Die erste Frage ist, wer den Schlüssel hält. Liegen deine Coins bei einer Börse, hält die Börse den Schlüssel, und du hältst eine Forderung gegen sie. Prüfe deshalb, ob dein Anbieter eine Zulassung nach MiCA trägt, ob er Kundenbestände getrennt führt und was er über seine Verwahrung schreibt. Ein Haus, das zu seiner Schlüsselverwaltung nichts sagt, hat diese Frage für dich nicht beantwortet.

Die zweite Frage ist, ob du den Schlüssel selbst halten willst. Dann liegt die Verantwortung bei dir, und es gibt kein Haus, das einen Fehler ausbügelt. Eine Hardware-Wallet hält den Schlüssel in einem Gerät, das nicht am Netz hängt; eine Software-Wallet ist bequemer und lebt mit dem Risiko des Geräts, auf dem sie läuft. Die Aufteilung auf mehrere Teile, die Google für Banken baut, lässt sich im Kleinen übrigens nachbauen: Wer die Sicherungswörter seiner Wallet auf zwei getrennte Orte verteilt, arbeitet mit derselben Idee, nur von Hand.

Woran du einen seriösen Verwahrhinweis erkennst

Ein belastbarer Hinweis nennt drei Dinge: wer die Schlüssel technisch kontrolliert, unter welcher Aufsicht das Haus steht und was im Fall einer Insolvenz mit den Beständen passiert. Fehlt einer dieser Punkte, ist die Angabe Werbung und keine Auskunft.

Google-Verwahrung: Bis 2027 bleibt die Verwahrung deine Sache

Die Ankündigung verschiebt die Infrastruktur hinter dem Markt, nicht die Lage in deinem Depot. Drei Schritte lohnen sich trotzdem:

  1. Zulassung deines Anbieters nachsehen. Kläre, ob dein Handelsplatz oder Broker unter MiCA zugelassen ist und welche Pflichten damit verbunden sind. Den Rahmen dazu erklärt unsere Übersicht zu den MiCA-Pflichten für Krypto-Unternehmen.
  2. Eigene Verwahrung einmal durchdenken. Entscheide für jeden Teil deines Bestands, ob er bei einem Verwahrer oder bei dir liegen soll. Für die Geräteseite hilft der Blick auf aktuelle Hardware-Wallets im Vergleich.
  3. Verwahrfrage vor der Gebührenfrage stellen. Wer zwischen Handelsplätzen wählt, sollte die Verwahrung mit in die Rechnung nehmen. Welche Häuser in der EU zugelassen arbeiten, zeigt unsere Liste der regulierten Kryptobörsen.

Die Zahlen zu den Verlustursachen in diesem Artikel beruhen auf der öffentlichen Hack-Datenbank von DeFiLlama.

(Stand: 29. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Googles Krypto-Verwahrung

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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