Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

BitMEX-Restbestand vier Tage vor der Sperre: Vier Terminkontrakte laufen über den Schließungstermin hinaus

Vier Tage vor der Positionssperre liegen auf BitMEX noch rund 108.146 Bitcoin an offenem Positionswert. Eine eigene Auswertung der Datenschnittstelle zeigt vier Terminkontrakte, deren Fälligkeit hinter dem Schließungstermin liegt.

Ein halb zugedrehtes gusseisernes Absperrventil an einem Stahlrohr, aus dem eine Muenze mit Bitcoin-Symbol rollt, waehrend weitere Muenzen im Rohr feststecken
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Auf BitMEX lagen am Morgen des 22. August 2026 noch rund 108.146 Bitcoin an offenem Positionswert. Vier Tage später sperrt die Börse das Eröffnen neuer Positionen, vier Wochen später stellt sie den Handel ein. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 22. August 2026 selbst erhoben, indem sie die öffentliche Datenschnittstelle der Börse ausgelesen hat statt deren Mitteilungen.

Der Ablauf der Abwicklung selbst ist bekannt und in unserer Meldung vom Tag der Ankündigung beschrieben: BitMEX stellt den Betrieb ein erklärt die Termine, den Reduce-only-Modus ab dem 26. August, die Zwangsschließung, die Kontogebühr nach dem Schließungszeitpunkt und die Freigabe der gestakten BMEX-Token. Dieser Text wiederholt das nicht. Er beantwortet eine andere Frage: Was liegt eigentlich noch da, und was passiert mit den Kontrakten, die über den Schließungstermin hinausreichen?

Was diese Auswertung misst: Methode, Umfang und Zeitpunkt der Erhebung

Abgerufen wurde am 22. August 2026 gegen 06:57 Uhr UTC die öffentliche Programmierschnittstelle von BitMEX unter dem Endpunkt für aktive Instrumente (HTTP 200). Ausgewertet wurden die von der Schnittstelle gemeldeten Felder für Zustand, offenen Positionswert, offenes Interesse, Fälligkeitsdatum und 24-Stunden-Umsatz. Geprüft wurden 39 Instrumente, also der vollständige Satz, den die Schnittstelle als aktiv führt.

Was offenes Interesse und offener Positionswert bedeuten

Offenes Interesse bezeichnet die Summe aller Kontrakte, die zu einem Zeitpunkt offen sind und noch nicht glattgestellt wurden. Der offene Positionswert ist der Gegenwert dieser Kontrakte, den BitMEX in Bitcoin ausweist. Beide Kennzahlen stammen von der Börse selbst und wurden nicht unabhängig geprüft.

108.146 Bitcoin offener Positionswert: Was vier Tage vor der Sperre noch auf der Plattform liegt

Über alle Instrumente meldete die Schnittstelle einen offenen Positionswert von 108.146 Bitcoin. Ein Abruf wenige Minuten zuvor ergab 108.162 Bitcoin. Beide Werte stehen hier nebeneinander und wurden nicht zu einer runden Zahl zusammengezogen, weil es sich um Live-Daten handelt, die sich zwischen zwei Abrufen bewegen. Der 24-Stunden-Umsatz über alle Instrumente lag beim ersten Abruf bei 85.886 Bitcoin.

Für die Einordnung dieser Größe: Der Handel läuft also vier Tage vor der Sperre weiter, und zwar in einer Größenordnung, die dem offenen Bestand nahekommt. Von einer bereits leergeräumten Plattform kann keine Rede sein. Den aktuellen Bitcoin-Kurs und die Einordnung dazu findest du in unserer Bitcoin-Kurs-Prognose.

XBTUSDT und ETHUSDT: Warum sich drei Viertel des Restbestands auf zwei Kontrakte konzentrieren

Die Verteilung ist stark ungleich. Auf den Bitcoin-Perpetual gegen USDT (XBTUSDT) entfielen 53,5 Prozent des gesamten offenen Positionswerts, auf den Ethereum-Perpetual gegen USDT (ETHUSDT) weitere 21,3 Prozent. Zusammen liegen 74,8 Prozent des Restbestands in zwei Kontrakten.

Für die Abwicklung ist diese Konzentration günstig. Zwei liquide Kontrakte lassen sich geordnet schließen, weil auf beiden Seiten genug Gegenparteien stehen. Für Halter der übrigen 25 offenen Instrumente kehrt sich das Bild um: Sie sitzen in genau der Kategorie, für die die Bekanntmachung eine Sonderbehandlung vorsieht.

Ein Stahlzahnrad mit Sperrklinke, die nur eine Drehrichtung zulaesst, mit einer eingeklemmten Muenze mit Bitcoin-Symbol
Der Restbestand kann ab dem 26. August nur noch in eine Richtung: kleiner werden.

Zwölf Instrumente bereits „Unlisted": Wie die Abwicklung schon vor dem Stichtag greift

27 der 39 Instrumente stehen im Zustand „Open", zwölf sind bereits auf „Unlisted" gesetzt. Auffällig ist, welche: Es sind sämtliche Paare gegen USDC, darunter die Paare für Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP, Gold-Token und den Stablecoin RLUSD gegen USDC.

Das Angebot schrumpft also bereits vor dem 26. August, und es schrumpft nach einem erkennbaren Muster entlang einer Abrechnungswährung. Wer in einem dieser Paare gehandelt hat, findet es in der Handelsoberfläche nicht mehr. Für die Auszahlung des zugrunde liegenden Guthabens ändert das nichts; für die Möglichkeit, eine Position im gewohnten Paar zu schließen, sehr wohl.

Regulierte Kryptobörsen im VergleichRegulierte Kryptobörsen im Vergleich

Termin-Kontrakte mit Fälligkeit 2027: Warum XBTZ26 und XBTH27 nie regulär auslaufen

Der auffälligste Befund der Erhebung betrifft die Terminkontrakte, und er steht in keiner Mitteilung der Börse. Fünf der aktiven Instrumente tragen ein Fälligkeitsdatum. Vier davon liegen hinter dem Schließungszeitpunkt am 23. September 2026:

  • XBTQ26, fällig am 28. August 2026, offener Positionswert 0,3 Bitcoin. Der einzige Terminkontrakt, der noch regulär ausläuft.
  • XBTU26, fällig am 25. September 2026, offener Positionswert 47,3 Bitcoin, offenes Interesse 3.674.000 Kontrakte. Fälligkeit zwei Tage nach der Schließung.
  • ETHUSDU26, fällig am 25. September 2026, offener Positionswert 1,6 Bitcoin.
  • XBTZ26, fällig am 25. Dezember 2026, offener Positionswert 12,0 Bitcoin.
  • XBTH27, fällig am 26. März 2027, offener Positionswert 5,4 Bitcoin, offenes Interesse 427.600 Kontrakte.

Zusammen liegen 66,4 Bitcoin an offenem Positionswert in Kontrakten, deren Laufzeit nominell über den Schließungstermin hinausreicht. Ein Kontrakt mit Fälligkeit im März 2027 auf einer Börse, die im September 2026 schließt, kann nicht regulär abgerechnet werden.

Das ist keine Vermutung, sondern die Verbindung zweier belegter Angaben: der Fälligkeitsdaten aus der Datenschnittstelle und der Ankündigung, dass zum Schließungszeitpunkt offene Positionen unmittelbar zwangsgeschlossen werden. Wer einen dieser Kontrakte als Absicherung über den Jahreswechsel oder ins Frühjahr 2027 gekauft hat, hält eine Absicherung, deren Enddatum vor ihrem Zweck liegt.

Ein verlassener Arbeitsplatz im dunklen Handelssaal mit abgeschaltetem Bildschirm, umgedrehtem Stuhl und einer vergessenen Muenze mit Bitcoin-Symbol auf der Tischkante
Ein Kontrakt mit Fälligkeit im März 2027 auf einer Börse, die im September 2026 schließt: Das Enddatum kommt vor dem Zweck.

Vorzeitige Abrechnung bei dünner Liquidität: Was die Bekanntmachung dazu sagt

Ein Satz der Bekanntmachung ist für Halter dieser Kontrakte der wichtigste des ganzen Textes: Für Kontrakte, die mit eingeschränkter Liquidität gehandelt werden, würden vorzeitige Abrechnungsverfahren angewandt; eine Mitteilung an die Nutzer erfolge nach den üblichen Verfahren für vorzeitige Abrechnungen.

Legt man das neben die Zahlen, ergibt sich eine konkrete Erwartung. Die vier Kontrakte mit Fälligkeit nach dem Schließungstermin tragen zusammen 66,4 Bitcoin, also rund 0,06 Prozent des gesamten offenen Positionswerts. Sie sind damit genau die Kategorie „eingeschränkte Liquidität". Die Abrechnung kann also früher kommen als der 23. September, und der Zeitpunkt wird von der Börse gesetzt, nicht vom Halter.

Was die Zahlen nicht sagen: Grenzen dieser Erhebung

Diese Auswertung misst Kontraktbestände, keine Menschen. Sie sagt ausdrücklich nichts darüber, wie viele Konten hinter den offenen Positionen stehen, wie viele davon aus Deutschland kommen, wie tief die Orderbücher tatsächlich sind und ob die von der Börse gemeldeten Werte unabhängig geprüft wurden. Sie ist eine Momentaufnahme eines einzigen Vormittags; ein Abruf am Folgetag kann andere Werte liefern.

Was zusätzlich offenbleibt

Nicht geprüft werden konnte außerdem, wie viele Nutzer ihre Positionen bereits geschlossen haben, wie viel Guthaben jenseits der Derivate als Spot-Bestand auf der Plattform liegt und ob einzelne Großpositionen den Gesamtwert dominieren. Die Schnittstelle liefert Summen, keine Verteilung über Konten.

Hardware-Wallets im VergleichHardware-Wallets im Vergleich

Mitteilung nur auf Englisch: Eine zweite Erhebung zur Sprachverfügbarkeit

Zur Auswertung gehört ein zweiter, kleinerer Teil. Am 22. August 2026 wurden zehn Adressen aus dem Blog- und Hilfebereich von BitMEX mit Browser-Kennzeichen und Cookie-Jar abgerufen, darunter vier mit deutschem Sprachpfad. Ergebnis: Die Bekanntmachung liegt auf Deutsch nicht vor. Die Adressen mit deutschem Pfad liefern dieselbe englischsprachige Seite aus, erkennbar an der unveränderten Sprachauszeichnung im Seitenkopf, und eine deutschsprachige Hilfeseite antwortete mit HTTP 404.

Die Sprachauswahl der Mitteilungsseite selbst führt sechs Sprachen: Englisch, vereinfachtes und traditionelles Chinesisch, Russisch, Spanisch und Vietnamesisch. Deutsch ist nicht darunter. Was sich damit nicht sagen lässt: ob BitMEX seine Kundschaft per E-Mail oder in der App auf Deutsch informiert. Geprüft wurde ausschließlich der öffentlich abrufbare Webauftritt.

Zwangsschließung und Steuer: Warum ein erzwungener Gewinn genauso zählt

Eine Zwangsschließung ist steuerlich kein Sonderfall. Wird eine Position geschlossen, entsteht ein Ergebnis, unabhängig davon, ob der Halter den Zeitpunkt gewählt hat oder die Börse. Für Termin- und Differenzgeschäfte gelten in Deutschland eigene Regeln, die sich von der Behandlung eines gehaltenen Coins unterscheiden; die Einordnung im Einzelfall gehört in fachkundige Hände.

Praktisch folgt daraus vor allem eine Aufgabe mit Termin: Die Belege müssen gesichert werden, solange die Plattform normal läuft. Nach dem Schließungszeitpunkt bleibt die Transaktionshistorie nach Angaben der Betreiberin zwar einsehbar, doch eine Börse in Abwicklung ist keine Adresse, auf deren Exportfunktion man sich in zwei Jahren noch verlassen sollte. Das gilt für die vier Terminkontrakte besonders, weil bei ihnen der Abrechnungszeitpunkt von der Börse gesetzt wird und die Abrechnung ohne Zutun des Halters stattfindet.

Wohin mit Perpetual-Positionen: Was beim Wechsel des Handelsplatzes zu prüfen ist

Wer eine Position fortführen will, sollte drei Punkte vergleichen, die sich zwischen Handelsplätzen stärker unterscheiden, als die gleichen Produktnamen vermuten lassen: der Rhythmus und die Berechnung der Funding-Rate, also des Ausgleichsbetrags zwischen Long- und Short-Seite; die Staffelung der Risikolimits nach Positionsgröße; und die Frage, ob ein Anbieter Kunden aus dem Europäischen Wirtschaftsraum überhaupt annimmt. Der letzte Punkt hat sich seit MiCA verschoben, und mehrere international bekannte Derivatebörsen bedienen europäische Privatkunden heute gar nicht oder nur eingeschränkt. Regulierte zentrale Anbieter stehen im Vergleich der regulierten Kryptobörsen.

Ein Wechsel ist kein Übertrag

Eine Warnung gehört dazu: Eine Position bei einem Anbieter zu schließen und bei einem anderen zu eröffnen, ist kein Übertrag. Zwischen beiden Schritten liegt eine Marktphase ohne Absicherung, und der neue Kontrakt kann zu einem anderen Preis stehen.

BitMEX-Restbestand prüfen: Was du daraus mitnimmst

  1. Prüfe zuerst, ob du einen Terminkontrakt hältst, nicht nur einen Perpetual. Vier Kontrakte mit Fälligkeit zwischen dem 25. September 2026 und dem 26. März 2027 können nicht regulär auslaufen, und ihre dünne Liquidität macht sie zu Kandidaten für eine vorzeitige Abrechnung zu einem Zeitpunkt, den die Börse setzt. Wer die Absicherung fortführen will, findet dezentrale Handelsplätze für Perpetuals im Vergleich der besten Perp-DEX.
  2. Ziehe Guthaben ab, bevor der Handel endet. Die Termine und die Kontogebühr danach stehen in unserer Meldung zur Betriebseinstellung. Für Beträge, die in Selbstverwahrung gehen sollen, lohnt vorher ein Blick in den Hardware-Wallet-Vergleich, damit die Zieladresse steht, bevor es eilig wird.
  3. Exportiere den Handelsverlauf jetzt. Eine Zwangsschließung erzeugt ein steuerlich relevantes Ergebnis, und die Belege holst du dir besser vor der Abwicklung als danach. Werkzeuge dafür stehen im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.

Die vollständige Bekanntmachung der Betreiberin steht in der offiziellen Mitteilung von BitMEX vom 23. Juli 2026; die aktuellen Auszahlungsgebühren in der Gebührenübersicht der Börse.

(Stand: 22. August 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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