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Shiba Inu und der Binance-Hack: Warum 499,9 Milliarden SHIB den Markt kaum bewegten

Analyse: Der Angreifer des Binance-Hacks hat seine 499,9 Milliarden SHIB in der Nacht zum 30. Oktober binnen acht Minuten über ShibaSwap und Uniswap verkauft, mit rund 14 bis 15 Prozent Abschlag. Die Wallet ist leer, der Kurs liegt am Dienstagabend bei 0,00000463 Dollar.

Gusseiserner Industrietrichter in einer dunklen Münzprägeanstalt, aus dem ein Strom kupferfarbener Münzen rauscht, darauf das Shiba-Inu-Zeichen als orange leuchtende Plakette
12 Min. Lesezeit
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Belegt ist: Der Angreifer des Binance-Hacks hat seine gesamten 499,9 Milliarden Shiba Inu (SHIB) in der Nacht zum 30. Oktober 2026 verkauft, in 13 Überweisungen binnen acht Minuten, und die Wallet hält seitdem kein einziges SHIB mehr. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Der Verkauf hat den Kurs kaum bewegt, weil er in zwei Handelspools landete und gemessen am Tagesumsatz klein war, und der Überhang aus dieser Adresse ist damit abgebaut.

Am Dienstagabend, 3. November, notiert SHIB nach Daten von CoinGecko bei 0,00000463 Dollar, umgerechnet rund 0,00000414 Euro. Über 24 Stunden steht ein Plus von 1,2 Prozent, über sieben Tage ein Minus von 4,6 Prozent und über 30 Tage eines von 20,4 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 2,44 Milliarden Euro, damit steht Shiba Inu auf Rang 36 der größten Kryptowährungen.

Binance-Angreifer-Wallet: 499,9 Milliarden SHIB in drei Überweisungen

Binance hatte am 29. Oktober einen Angriff auf seine Hot Wallets gemeldet, also auf die ständig mit dem Internet verbundenen Börsenwallets, aus denen Auszahlungen bedient werden. Den Schaden beziffert die Börse auf rund 6,3 Milliarden Dollar. Unter den abgezogenen Token war auch Shiba Inu, das als ERC-20-Token auf der Ethereum-Blockchain läuft und deshalb über jede Ethereum-Adresse nachverfolgt werden kann.

Die Adresse, auf der die SHIB landeten, führt der Blockchain-Explorer Etherscan unter der Kennzeichnung „Binance Hot Wallet Exploiter 2“. Die Kennung beginnt mit 0x5227 und endet auf 2f8c; ihren vollständigen Verlauf zeigt die Adressseite bei Etherscan. Die Token kamen am Abend des 29. Oktober in drei Überweisungen aus der Binance-Wallet, die Etherscan als „Binance 14“ führt:

  • um 21:24 Uhr deutscher Zeit 499,07 Milliarden SHIB, der Großteil der Beute,
  • um 22:04 Uhr ein Nachzügler von 24,5 Millionen SHIB,
  • um 22:44 Uhr weitere 834,5 Millionen SHIB.

Zusammen ergibt das 499.926.072.560 SHIB. Gemessen am Umlauf von 589,2 Billionen SHIB, den CoinGecko am Dienstagabend ausweist, sind das knapp 0,085 Prozent. Mehrere Branchenportale nennen 0,05 Prozent; sie rechnen gegen das ursprüngliche Angebot von einer Billiarde SHIB, von dem seit dem Start ein großer Teil verbrannt wurde.

Verkauf über ShibaSwap und Uniswap: 13 Überweisungen in acht Minuten

Knapp vier Stunden nach dem letzten Eingang begann der Abverkauf. Zwischen 2:26 Uhr und 2:34 Uhr deutscher Zeit am Freitag, 30. Oktober, schickte die Adresse die SHIB in 13 Schritten weiter, und zwar an genau zwei Empfänger:

EmpfängerÜberweisungenMenge in SHIBAnteil
ShibaSwap-Pool SHIB/WETH10300,53 Milliarden60,1 %
Uniswap-Pool (Version 3)3199,40 Milliarden39,9 %
Summe13499,93 Milliarden100 %

ShibaSwap ist die dezentrale Börse aus dem Umfeld des Shiba-Inu-Projekts, Uniswap die größte dezentrale Börse auf Ethereum. Beide arbeiten ohne Orderbuch: Ein Liquiditätspool ist ein Smart Contract, der zwei Token vorhält, hier SHIB und WETH, die handelbare Fassung von Ether. Wer SHIB in den Pool gibt, bekommt nach einer festen Formel WETH heraus. Eine Anmeldung, eine Identitätsprüfung oder eine Sperre gibt es dort nicht, und genau deshalb weichen Angreifer nach einem Börsenhack auf solche Pools aus.

Seit dem letzten dieser Schritte um 2:34 Uhr hält die Adresse nach den Daten der Ethereum-Blockchain 0 SHIB und nur noch einen Rest von 0,0022 Ether für Gebühren. Ein- und Ausgänge gleichen sich bis auf die letzte Stelle aus.

Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 3. November 2026 selbst erhoben. Grundlage sind die 16 SHIB-Buchungen der Angreifer-Adresse auf der Ethereum-Blockchain, drei Eingänge und 13 Ausgänge, sowie die Bestände der beiden empfangenden Pool-Verträge.

Große Lupe mit Messingrand über einer Reihe von Klarsichtbeuteln mit je einer Kupfermünze auf einem dunklen Holztisch
Jede der 13 Überweisungen aus der Angreifer-Wallet lässt sich auf der Ethereum-Blockchain einzeln nachverfolgen.

Erlös von 873 ETH: Rund 14 bis 15 Prozent unter dem Marktpreis

Was der Angreifer für die SHIB bekam, hat der On-Chain-Analysedienst Lookonchain ausgewertet. Laut seiner Auswertung vom 1. November, die das Portal U.Today zitiert, flossen für die 499,9 Milliarden SHIB 873 ETH zurück, damals rund 1,96 Millionen Dollar. Insgesamt soll der Angreifer mehr als 130 verschiedene Altcoins in rund 123.400 ETH und 1,69 Millionen USDC getauscht haben, zusammen etwa 279 Millionen Dollar.

Aus diesen Zahlen lässt sich der Durchschnittspreis des Verkaufs nachrechnen. 1,96 Millionen Dollar geteilt durch 499,9 Milliarden SHIB ergeben 0,0000039 Dollar je Token. Zur Stunde des Verkaufs, um 2 Uhr deutscher Zeit, stand SHIB nach CoinGecko bei 0,00000457 Dollar. Der Angreifer hat also im Schnitt 14 bis 15 Prozent unter dem Marktpreis verkauft, je nachdem, mit welchem Ether-Kurs der Nacht man den Erlös umrechnet.

Dieser Abschlag ist der Preis der Eile. In einem Liquiditätspool verschlechtert jede verkaufte Tranche den Kurs der nächsten, weil der Pool nach jedem Tausch mehr SHIB und weniger WETH hält. Wer 300 Milliarden SHIB in einen einzelnen Pool schiebt, bewegt dessen Preis massiv. Für den Angreifer zählte offenbar, die Token schnell in Ether zu verwandeln, bevor Börsen und Analysedienste die Adresse breit markieren.

Liquiditätspool und Arbitrage: Wie sich der Verkaufsdruck verteilte

Wie wenig vom Druck im Pool blieb, zeigt ein Blick auf den heutigen Bestand. Der ShibaSwap-Pool hält am Dienstagabend nach den Daten der Ethereum-Blockchain 278,7 Milliarden SHIB und 563 WETH. Das ist weniger SHIB, als der Angreifer allein in diesen Pool gegeben hat. Der Uniswap-Pool hält 25,7 Milliarden SHIB und 47 WETH.

Den Weg der Token erklärt die Arbitrage. Sobald der Preis im Pool nach dem Verkauf unter dem Preis auf großen zentralen Börsen lag, kauften Handelsprogramme die günstigen SHIB aus dem Pool und verkauften sie an den Börsen zum höheren Preis. Dieser Mechanismus holt den Poolpreis zurück an den Marktpreis und verteilt das zusätzliche Angebot über viele Handelsplätze. Der Verkauf trifft damit den gesamten Markt, aber verdünnt und zeitversetzt, nicht als ein einzelner großer Auftrag in einem Orderbuch.

Shiba Inu Kurs in der Verkaufsnacht: Minus 1,5 Prozent, danach Erholung

Die stündlichen Kurse von CoinGecko zeigen, dass der eigentliche Einbruch nicht vom Verkauf kam, sondern vom Hack selbst. Am Abend des 29. Oktober, zur Stunde, in der die SHIB die Binance-Wallet verließen, fiel der Kurs von 0,00000494 auf 0,00000467 Dollar, ein Minus von 5,5 Prozent binnen einer Stunde.

Zeitpunkt (deutsche Zeit)EreignisSHIB in Dollar
29.10., 21 Uhrvor dem Abfluss von Binance0,00000494
29.10., 22 Uhrnach dem Abfluss von Binance0,00000467
30.10., 2 Uhrkurz vor dem Verkauf0,00000457
30.10., 3 Uhrnach dem Verkauf0,00000450
30.10., 7 UhrErholung0,00000470
03.11., 23:40 UhrDienstagabend0,00000463

Die Verkaufsstunde selbst kostete 1,5 Prozent. Gut vier Stunden später, um 7 Uhr, stand SHIB mit 0,00000470 Dollar höher als vor dem Verkauf. Das Tagestief des Freitags lag laut U.Today bei 0,00000446 Dollar, also noch einmal 0,9 Prozent unter dem Wert nach dem Verkauf. Der Kurs ist seitdem in eine enge Spanne zurückgekehrt: In den 24 Stunden bis Dienstagabend lag er zwischen 0,00000453 und 0,00000465 Dollar.

Tagesumsatz von 40 Millionen Dollar: Der Verkauf wog wenig

Ein zweiter Grund für die geringe Wirkung ist die Größenordnung. In den 24 Stunden bis Dienstagabend wurden nach CoinGecko SHIB für 40,3 Millionen Dollar gehandelt. Um den Monatswechsel waren es zeitweise bis zu 110 Millionen Dollar binnen 24 Stunden. Der Erlös des Angreifers von 1,96 Millionen Dollar entsprach damit, je nach Tag, knapp 2 bis knapp 5 Prozent eines einzigen Tagesumsatzes.

Zum Vergleich: Ein Hack, bei dem gestohlene Coins tagelang in einer bekannten Wallet liegen, lastet oft länger auf einem Kurs als der Verkauf selbst. Händler wissen, dass das Angebot jederzeit kommen kann, und halten sich mit Käufen zurück. Dieser Überhang bestand bei SHIB nur rund fünf Stunden, vom ersten Eingang um 21:24 Uhr bis zum letzten Verkauf um 2:34 Uhr.

Hand schiebt einen dicken Stapel Kupfermünzen durch einen vergitterten Wechselstubenschalter, auf der anderen Seite liegt nur eine schmale Reihe Silbermünzen
Für 499,9 Milliarden SHIB bekam der Angreifer 873 ETH, gut ein Siebtel weniger als zum Marktpreis.

Seit dem Burn-Stillstand vom 1. November: Was sich bei SHIB verändert hat

Am Sonntag hatten wir über den Stillstand bei den SHIB-Burns berichtet: Seit dem 31. Oktober war keine Burn-Buchung mehr verzeichnet worden. SHIB stand damals bei rund 0,0000047 Dollar, am Dienstagabend sind es 0,00000463 Dollar, ein Minus von 1,5 Prozent. Neu ist seitdem vor allem der Zugang bei Binance: Seit Dienstag, 5 Uhr deutscher Zeit, lassen sich SHIB dort wieder auszahlen, wie unsere Analyse zur Binance-Freigabe vom Vormittag beschreibt.

Die Verkäufe des Angreifers waren zu diesem Zeitpunkt längst abgeschlossen. Wer die Freigabe als möglichen Auslöser für neuen Verkaufsdruck betrachtet, muss deshalb zwei Quellen auseinanderhalten: die Kunden, die ihre SHIB nach fünf Tagen Sperre bewegen können, und die Beute, die bereits seit dem 30. Oktober in Ether getauscht ist.

Unsere Einschätzung: Der Überhang aus der Angreifer-Wallet ist abgebaut

Aus Sicht der Redaktion ist der Verkauf für SHIB-Halter eher eine Entlastung als eine Belastung. Dafür sprechen drei belegte Punkte: Die Adresse hält seit dem 30. Oktober 0 SHIB, der Verkauf drückte den Kurs in seiner Stunde um 1,5 Prozent und war nach gut vier Stunden aufgeholt, und er entsprach höchstens rund 5 Prozent eines Tagesumsatzes. Ein Risiko, das an dieser Adresse hing, ist damit verschwunden.

Dagegen spricht, dass der Kurs trotzdem nicht steigt. SHIB liegt 20,4 Prozent unter dem Stand von vor 30 Tagen, und die Marke von 0,0000045 Dollar, die schon am Freitag nur knapp hielt, bleibt die nächste Unterstützung. Der Angreifer hält zudem nach Lookonchain rund 123.400 ETH. Deren weiterer Weg betrifft den Ether-Kurs und damit indirekt den ganzen Altcoin-Markt, auch wenn SHIB selbst nicht mehr in der Wallet liegt. Eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf folgt aus all dem nicht.

SHIB bei Binance: Auszahlungen offen, Reservenachweis am 4. November

Für Anleger in Deutschland, die SHIB bei Binance halten, ist die praktische Lage seit Dienstag klarer. Die Börse hat nach eigener Darstellung rund 95 Prozent der fehlenden Bestände bis zum 1. November aus Firmenmitteln ersetzt. Den nächsten Stichtag für ihren Reservenachweis setzt sie auf Mittwoch, 4. November; die Auswertung soll 40 bis 50 Stunden dauern.

Wer seine SHIB nicht auf einer Börse liegen lassen will, kann sie jetzt in die eigene Verwahrung holen. Eine Hardware-Wallet speichert den privaten Schlüssel offline, ein Hack bei einer Börse erreicht diese Coins dann nicht mehr. Welche Geräte SHIB als ERC-20-Token unterstützen und was sie kosten, zeigt unser Vergleich der Hardware-Wallets. Beim Abzug gilt: Netzwerk Ethereum wählen, die Zieladresse vor dem Absenden Zeichen für Zeichen mit der Anzeige des Geräts abgleichen und zuerst einen kleinen Testbetrag schicken.

Etherscan: Eine Adresse selbst nachprüfen

Wer die Zahlen dieses Artikels nachvollziehen will, braucht kein Konto. Auf Etherscan die Adresse eingeben, unter „Token Holdings“ den aktuellen Bestand ablesen und unter „Token Transfers (ERC-20)“ die einzelnen Buchungen mit Uhrzeit, Menge und Empfänger. Die Uhrzeiten stehen dort in UTC; in Deutschland ist es seit der Zeitumstellung am 25. Oktober eine Stunde später.

Haltefrist und Verluste: Was der Abzug in die eigene Wallet steuerlich bedeutet

Eine Überweisung von der Börse auf die eigene Wallet ist kein Verkauf und löst in Deutschland keine Steuer aus. Die Haltefrist nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes läuft weiter, solange die Coins dir gehören; nach einem Jahr ist ein Gewinn aus SHIB steuerfrei. Wichtig ist nur, dass du Kaufdatum und Kaufpreis belegen kannst, auch wenn die Coins die Börse verlassen.

Anders sieht es beim Tausch aus. Wer SHIB in eine andere Kryptowährung tauscht, so wie der Angreifer es mit Ether getan hat, veräußert die SHIB steuerlich. Innerhalb der Jahresfrist zählt dann ein Gewinn oder ein Verlust. Gewinne aus solchen privaten Veräußerungen bleiben steuerfrei, solange sie im Jahr zusammen unter 1.000 Euro liegen. Verluste innerhalb der Frist lassen sich mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungen desselben Jahres verrechnen, was bei einem Coin mit 20 Prozent Minus in 30 Tagen vor dem Jahreswechsel eine Rolle spielen kann. Den Überblick über Kaufdaten und Fristen behalten Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker, die Börsen- und Wallet-Daten zusammenführen.

SHIB nach dem Hacker-Verkauf: Die 0,0000045 Dollar bleiben die Marke

Der Verkauf ist abgeschlossen und auf der Blockchain belegt, sein Effekt auf den Kurs war klein und kurz. Für die nächsten Tage zählen eher der Reservenachweis von Binance und die Frage, ob SHIB über 0,0000045 Dollar bleibt. Drei Schritte, die sich daraus ergeben:

  1. Kaufweg prüfen: Wer SHIB kaufen oder umziehen will, nutzt eine Börse mit Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA. Welche Anbieter sie haben, zeigt der Vergleich regulierter Kryptobörsen.
  2. Verwahrung festlegen: SHIB, die du länger halten willst, gehören auf eine Wallet, deren Schlüssel du selbst kontrollierst, etwa eine Hardware-Wallet aus dem Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Fristen dokumentieren: Kaufdatum und Kaufpreis gehören in ein Steuer-Tool, damit die Jahresfrist auch nach einem Börsenwechsel belegbar bleibt; die Auswahl steht im Vergleich der Steuer-Tools.

(Stand: 3. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Shiba Inu und dem Binance-Hack

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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