Trust Wallet streicht 25 Netzwerke: Was Nutzer nach dem 15. September wissen sollten
Stand 27.09.2026, Rückblick: Trust Wallet hatte angekündigt, am 15. September 2026 die eingebaute Unterstützung für 25 Blockchain-Netzwerke aus der App zu nehmen, darunter MultiversX, Polygon zkEVM und Moonbeam. Deine Coins bleiben dir, der bequeme Zugang nicht: Der Beitrag zeigt, wie du eine Kette von Hand nachträgst und für welche neun Netzwerke dieser Weg nicht offensteht.

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Stand 30. September 2026: Was nach dem Stichtag gilt
Der 15. September 2026 ist vorbei, und laut Ankündigung von Trust Wallet, zuletzt ergänzt am 2. September 2026, stehen die betroffenen Netzwerke seither nicht mehr in der Netzwerkliste der App. Deine Coins liegen weiter auf ihrer Blockchain und hängen an deiner Wiederherstellungsphrase. Für den Zugang gibt es zwei Wege, je nach Kette:
- EVM-Netzwerke: Du trägst die Kette als Custom Network von Hand nach, die Daten dafür liefert zum Beispiel das Verzeichnis Chainlist. Wie das geht, steht weiter unten.
- Die neun Nicht-EVM-Netzwerke Agoric, Decred, FIO, Firo, Flux, MultiversX, Nano, Nimiq und Stride lassen sich nicht nachtragen. Hier bleibt nur, die Wiederherstellungsphrase in eine andere Wallet zu importieren, die das Netzwerk unterstützt; Trust Wallet zeigt sie unter Einstellungen, Sicherheit und Datenschutz. Gib die Phrase nur in die offizielle App einer Wallet ein, der du vertraust, und nie an Dritte weiter.
Die Trust Handles, also die Wallet-Namen auf der FIO-Kette, hat Trust Wallet laut derselben Ankündigung schon am 7. September 2026 abgeschaltet, eine Woche vor den Netzwerken.
Die Abschnitte darunter geben den Stand vom 31. August 2026 wieder; die Angaben zum Ende der Trust Handles, zu BounceBit und zum Stichtag sind angepasst.
Trust Wallet hatte angekündigt, am 15. September 2026 die eingebaute Unterstützung für 25 Blockchain-Netzwerke aus der App zu nehmen. Deine Coins verschwinden dadurch nicht: Die Bestände bleiben auf ihrer jeweiligen Kette liegen und hängen weiter an deiner Wiederherstellungsphrase. Weg ist der bequeme Weg dorthin: Die betroffenen Netzwerke stehen seit diesem Tag nicht mehr in der Netzwerkliste der App, und ohne einen Handgriff siehst du dein Guthaben dort nicht mehr, kannst es nicht mehr senden und nicht mehr tauschen.
Der Handgriff heißt Custom Network. Du trägst die Kette mit ihren technischen Verbindungsdaten selbst nach. Das funktioniert für die Mehrheit der betroffenen Netzwerke, aber längst nicht für alle. Dieser Text nennt die 25 Ketten, führt das Nachtragen Schritt für Schritt vor, zeigt für welche neun Netzwerke dieser Weg gar nicht offensteht, und sagt dir, wann ein Umzug auf eine andere Wallet die bessere Wahl ist.
Was am 15. September 2026 in der Trust Wallet passiert ist und was mit deinem Guthaben nicht passiert
Trust Wallet hat die Abschaltung am 18. August 2026 im eigenen Produktblog angekündigt und begründet sie mit einer turnusmäßigen Prüfung der Netzwerkabdeckung. Der Anbieter schreibt dazu wörtlich: „Your assets remain yours." Übersetzt heißt das: Das Eigentum an deinen Kryptowerten ändert sich nicht. Trust Wallet ist eine Wallet mit Selbstverwahrung und hält deine Bestände zu keinem Zeitpunkt selbst.
Was sich ändert, ist ausschließlich die Bedienoberfläche. Nach dem Stichtag entfallen laut Anbieter drei Dinge für die betroffenen Ketten: Du kannst dein Guthaben in der App nicht mehr ansehen, nicht mehr senden und nicht mehr über die eingebaute Swap-Funktion tauschen. Die Netzwerke selbst laufen weiter, deine Adresse existiert weiter, und der Kontostand auf der Kette bleibt unverändert. Es ist eine Anzeigefrage geworden, keine Eigentumsfrage.
Konkret betrifft das mehr als die reine Kontostandsanzeige. Auf den abgeschalteten Ketten verschwinden auch NFTs aus der Übersicht, die eingebauten Token-Swaps greifen dort nicht mehr, und die App bietet diese Netzwerke nicht mehr für Verbindungen zu dApps an, also zu dezentralen Anwendungen, die direkt aus der Wallet heraus bedient werden. Dass Trust Wallet Netzwerke eingestellt hat, ändert an deinem Eigentum trotzdem nichts: Die Kontrolle über die Kryptowährungen bleibt bei dir, weil sie an deiner Wiederherstellungsphrase hängt.
Der Fachbegriff dafür lautet Sunset: eine angekündigte, geordnete Abkündigung einer Funktion mit festem Enddatum, im Gegensatz zu einer plötzlichen Abschaltung. Der Stichtag 15. September ist inzwischen verstrichen; wer eines der betroffenen Netzwerke nutzt, trägt die Kette als Custom Network nach, wie unten beschrieben, sofern das für dieses Netzwerk möglich ist.
Trust Wallet stellt außerdem klar, dass Nutzer ohne Guthaben auf diesen Ketten nichts unternehmen müssen. Das ist der erste Schritt für dich: In die App schauen, die Netzwerkliste durchgehen und feststellen, ob dich das überhaupt betrifft. Wer seine Bestände ohnehin überwiegend auf einer Hardware-Wallet liegen hat und die App nur als Zweitzugang nutzt, kommt in vielen Fällen mit einer Sichtprüfung davon.
Welche 25 Netzwerke Trust Wallet aus der App nimmt
Der Anbieter listet die betroffenen Ketten vollständig auf. In alphabetischer Reihenfolge sind das:
- Agoric
- Aurora
- Boba
- BounceBit (laut Ergänzung vom 2. September bereits vom eigenen Ökosystem abgeschaltet)
- Conflux
- Decred
- FIO
- Firo
- Flux (früher Zelcash)
- GoChain
- IoTeX
- KuCoin Community Chain
- Manta
- Merlin Chain
- Meter
- Moonbeam
- Moonriver
- MultiversX
- Nano
- Neon
- Nimiq
- Polygon zkEVM
- Stride
- Viction
- Wanchain
Drei weitere Namen führt Trust Wallet gesondert auf, weil sie bereits von ihren eigenen Ökosystemen abgeschaltet wurden: Evmos, Nebulas und Stargaze. Mit der Ergänzung vom 2. September zählt die Ankündigung auch BounceBit zu dieser Gruppe; in der App abgeschaltet werden damit 24 Netzwerke. Hier ändert die Ankündigung praktisch nichts mehr, weil die Ketten in ihrer bisherigen Form ohnehin nicht weiterlaufen.
Die Liste wirkt auf den ersten Blick wie eine Sammlung kleiner Randketten. Das täuscht in mehreren Fällen. MultiversX gehört mit seinem Token EGLD seit Jahren zu den bekannteren Layer-1-Projekten im deutschsprachigen Raum, Polygon zkEVM trägt den Namen eines der größten Ethereum-Skalierungsprojekte, Moonbeam und Moonriver sind die EVM-Anbindungen des Polkadot- und Kusama-Umfelds, und Nano hat eine kleine, aber sehr treue Nutzerschaft im Zahlungsbereich. Wer Airdrops eingesammelt oder in den vergangenen Jahren an Testphasen teilgenommen hat, hat mit einiger Wahrscheinlichkeit Reste auf mindestens einer dieser Ketten liegen.
Ein Sonderfall in der Liste ist Neon: Diese Kette bringt eine EVM-Umgebung auf Solana und richtet sich vor allem an Entwickler, die Ethereum-Anwendungen dort betreiben wollen. Für deine Bestände ändert das nichts an der Rechnung, wohl aber an der Frage, wo du nach Ersatz suchst, nämlich im Umfeld der jeweiligen Kette und nicht bei den großen Web3-Wallets.
Selbstverwahrung erklärt: Warum deine Coins auf der Blockchain liegen und nicht in der App
Selbstverwahrung bedeutet, dass allein du den kryptografischen Schlüssel zu deinen Kryptowerten kontrollierst und kein Unternehmen ihn für dich aufbewahrt. Die Wiederherstellungsphrase ist die Wortfolge, aus der sich dieser Schlüssel und damit jede deiner Adressen ableiten lässt, und damit der eigentliche Besitznachweis.
Für dieselbe Sache kursieren mehrere Namen. Seed Phrase, Recovery Phrase und Wiederherstellungsphrase meinen alle dasselbe: die Wortfolge aus in der Regel zwölf oder vierundzwanzig Wörtern, aus der sich deine Schlüssel ableiten. Wer diese Wörter hat, hat die Kontrolle über die Kryptowährungen an allen zugehörigen Adressen, und wer sie verliert, macht diesen Verlust durch nichts wieder wett. Eine Krypto-Wallet ist deshalb im Grunde ein Schlüsselbund und kein Tresor.
Daraus folgt der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen: Eine Wallet-App speichert keine Coins. Das Programm leitet aus deiner Wiederherstellungsphrase Adressen ab, fragt bei den Netzwerken den jeweiligen Kontostand ab und zeigt ihn dir an. Deine Vermögenswerte liegen die ganze Zeit über auf der Blockchain. Fällt die Anzeige weg, ändert das am Bestand nichts, und ein Blockchain-Explorer zeigt dir dieselbe Adresse mit demselben Guthaben weiterhin an.
Bei einer Börse ist die Lage umgekehrt. Dort hält ein Unternehmen die Schlüssel und führt für dich ein Konto, das ein Eintrag in seiner Datenbank ist. Wenn dieses Unternehmen den Handel mit einem Token einstellt oder Auszahlungen aussetzt, betrifft das deinen Zugriff unmittelbar. Wer den Unterschied im Kopf hat, bewertet Meldungen wie diese hier deutlich gelassener. Wer wissen will, welche Anbieter für welche Aufgabe taugen, findet in unserem Börsenvergleich und im Software-Wallet-Vergleich die jeweiligen Konditionen und Netzwerkabdeckungen.

Was ein Custom Network ist und warum es der einzige Rückweg in die App ist
Ein Custom Network ist ein Netzwerk, das du in der Wallet-App von Hand einträgst, statt es aus einer vorbereiteten Liste auszuwählen. Die App weiß danach wieder, wie sie mit dieser Kette sprechen soll, und zeigt dein Guthaben dort erneut an.
Dafür brauchst du vier technische Angaben, die zusammen die Verbindung beschreiben. Der RPC-Endpunkt ist die Serveradresse, über die deine App Anfragen an das Netzwerk stellt und Antworten zurückbekommt. Die Chain-ID ist die eindeutige Kennnummer der Kette und verhindert, dass eine Transaktion versehentlich in einem anderen Netzwerk landet. Das Währungssymbol benennt die Einheit, in der Gebühren abgerechnet werden. Der Block-Explorer schließlich ist die Webseite, über die sich Transaktionen nachschlagen lassen.
Trust Wallet schreibt zu diesem Weg eine Warnung dazu, die du ernst nehmen solltest: Der Anbieter prüft weder die Rechtmäßigkeit noch die Sicherheit oder Zuverlässigkeit von Custom Networks, RPC-Endpunkten oder Token. Wer hier falsche Daten einträgt, verbindet seine App im schlimmsten Fall mit einem Server, der manipulierte Antworten liefert. Die Netzwerkdaten müssen deshalb aus einer Quelle stammen, der du vertraust, und das ist im Zweifel die offizielle Dokumentation des jeweiligen Projekts.
So trägst du ein Netzwerk mit RPC-Daten von Hand nach
Der Anbieter beschreibt den Weg in der mobilen App in sieben Schritten. Er gilt für iOS und für Android gleichermaßen, und die Bezeichnungen der Menüpunkte können sich je nach App-Version leicht unterscheiden. Der Weg ist kürzer, als er klingt, wenn die Netzwerkdaten bereits vor dir liegen.
Der Weg in der App
- Auf der Startseite bis zum Token-Bereich nach unten scrollen.
- Auf „Alle anzeigen" tippen.
- Oben rechts die Einstellungen öffnen.
- „Krypto verwalten" auswählen.
- Auf das Plus-Symbol tippen.
- Vom Reiter „Token" auf den Reiter „Netzwerk" wechseln.
- Die Netzwerkdaten eintragen und das Netzwerk importieren.
Woher die Netzwerkdaten kommen
Trust Wallet verweist für die Parameter auf Chainlist unter chainlist.org und beschreibt es als Verzeichnis EVM-kompatibler Netzwerke. Diese Plattform öffnest du im Browser, am Rechner ebenso wie auf dem Telefon. Die Angaben, die du dort abholst, sind öffentliche Zugangsdaten und keine Geheimnisse; trotzdem entscheidet ihre Herkunft darüber, mit welchem Server deine App am Ende spricht. Der Ablauf dort: die gesuchte Kette aufrufen, die angebotenen Angaben durchsehen, einen vertrauenswürdigen RPC-Endpunkt auswählen, die Werte kopieren und in der App eintragen. Ein Hinweis aus der Praxis, der in keiner Anleitung steht: Für dieselbe Kette stehen dort oft mehrere Endpunkte zur Auswahl, und sie unterscheiden sich in Erreichbarkeit und Tempo. Zeigt die App nach dem Import einen Kontostand von null, obwohl du sicher bist, dass dort Guthaben liegt, ist meistens der Endpunkt das Problem und nicht dein Bestand. Dann trägst du einen anderen ein und prüfst noch einmal.
Bevor du dich auf einen frisch eingetragenen Zugang verlässt, schick eine kleine Testübertragung und schau sie dir im Block-Explorer an. Erst wenn diese eine Transaktion sichtbar durchgelaufen ist, weißt du, dass Verbindung und Adresse stimmen.
Chainlist deckt nur EVM-Ketten ab: Für neun der 25 Netzwerke führt dieser Weg ins Leere
Hier liegt die Lücke, die weder der Anbieter noch die bisherige Berichterstattung ausspricht. Die EVM, kurz für Ethereum Virtual Machine, ist die Ausführungsumgebung von Ethereum. EVM-kompatibel heißt, dass eine Kette dieselbe Adressform, dieselbe Transaktionsstruktur und dieselben Werkzeuge verwendet. Chainlist ist ein Verzeichnis genau dieser Ketten, und das schreibt Trust Wallet in der eigenen Anleitung auch so.
Nicht alle 25 abgeschalteten Netzwerke sind EVM-Ketten. Ich habe die 25 Namen am 31. August 2026 gegen die offene Ketten-Datenbank geprüft, die Chainlist als Datengrundlage nutzt und die unter chainid.network/chains.json abrufbar ist. Der Datenbestand umfasste zu diesem Zeitpunkt 2.739 Einträge. Für neun der abgeschalteten Netzwerke findet sich dort unter ihrem Namen kein Eintrag:
- Agoric
- Decred
- FIO
- Firo
- Flux
- MultiversX
- Nano
- Nimiq
- Stride
Das liegt nicht am Verzeichnis, es liegt an der Bauweise dieser Ketten. Decred, Firo und Nano bauen auf eigenen Protokollarchitekturen auf, MultiversX arbeitet mit einem eigenen Adressformat, Agoric und Stride gehören zum Cosmos-Umfeld, und FIO ist eine spezialisierte Kette für Adressnamen. Alle neun sprechen schlicht eine andere technische Sprache als Ethereum.
Für dich heißt das: Wenn dein Guthaben auf einer dieser neun Ketten liegt, ist das Nachtragen als Custom Network in der Trust Wallet keine Lösung, die du dir aus einem EVM-Verzeichnis zusammensuchen kannst. Du brauchst stattdessen die offizielle Wallet des jeweiligen Projekts, eine andere Multi-Chain-Wallet mit passender Unterstützung, oder du bringst die Bestände auf eine Börse, die den Token führt. Seit dem 15. September geht das nur noch über eine andere Wallet, in die du deine Wiederherstellungsphrase importierst.
Trust Handles endeten schon am 7. September: Was Nutzer eines Wallet-Namens umstellen müssen
Ein Trust Handle ist ein menschenlesbarer Name, den du statt einer langen Wallet-Adresse angeben kannst, damit dir jemand Kryptowerte schickt. Technisch ist er eine Registrierung auf der FIO-Kette, und weil FIO auf der Abschaltliste steht, endete die Funktion ebenfalls, nach der Ergänzung der Ankündigung vom 2. September sogar schon am 7. September 2026.
Der Anbieter schreibt dazu: Seit dem 7. September lassen sich keine neuen Trust Handles mehr registrieren, und bestehende funktionieren in der Trust Wallet nicht mehr zum Senden, zum Empfangen, zum Verwalten oder zum Verlängern. Ein Detail ist dabei entscheidend und wird leicht überlesen: Die Registrierung als solche bleibt auf der FIO-Kette bestehen, aber FIO als Custom Network nachzutragen holt die Handle-Funktion in der App nicht zurück. Der Weg, der bei allen anderen Ketten hilft, hilft bei dieser einen Funktion nicht. Trust Wallet empfiehlt stattdessen, künftig direkt die Wallet-Adresse zu verwenden.
Praktisch bedeutet das eine kleine Aufräumaufgabe. Wenn du deinen Handle irgendwo als Empfangsadresse hinterlegt hast, bei einer Auszahlungsadresse in einem Dienst, in einer wiederkehrenden Zahlung oder einfach bei Bekannten, dann informierst du diese Stellen jetzt und gibst die Adresse durch. Transaktionen, die nach dem Stichtag an den Handle gehen, laufen dir sonst ins Leere.

Token-Freigaben prüfen, bevor du eine Kette verlässt
Ein Punkt, den die Ankündigung nicht anspricht und der beim Aufräumen regelmäßig untergeht: Token-Freigaben. Eine Freigabe ist die Erlaubnis, die du einem Smart Contract einmal erteilst, damit er einen bestimmten Token von deiner Adresse bewegen darf. Diese Erlaubnis gilt weiter, auch wenn du die Kette in deiner Wallet nicht mehr siehst, denn sie steht auf der Blockchain und nicht in der App.
Solche Möglichkeiten, an deine Bestände zu kommen, verschwinden also nicht mit der Anzeige. Wer auf einer der betroffenen Ketten in den vergangenen Jahren dApps genutzt hat, widerruft offene Freigaben deshalb besser bald. Seit dem Stichtag ist der Widerruf zwar weiterhin möglich, aber umständlicher, weil du dafür erst wieder eine funktionierende Verbindung zur Kette herstellen musst.
Umziehen statt nachtragen: Wann der Wechsel auf eine andere Wallet oder eine Börse die bessere Wahl ist
Das Nachtragen ist nicht für jeden der sinnvollere Weg. Vier Fragen helfen bei der Entscheidung, und du kannst sie in wenigen Minuten für dich beantworten.
Wie hoch ist der Bestand? Bei Beträgen im niedrigen zweistelligen Bereich steht der Aufwand oft in keinem Verhältnis, zumal die Netzwerkgebühr für den Umzug ebenfalls anfällt. Bei größeren Positionen lohnt sich beides: der Umzug und die saubere Dokumentation.
Steht die Kette auf der Liste der neun? Wenn ja, entfällt der bequeme Weg über ein EVM-Verzeichnis, und du planst gleich den Wechsel.
Traust du dir das Eintragen von Verbindungsdaten zu? Trust Wallet richtet sich ausdrücklich auch an Einsteiger. Wer bei den Begriffen aus dem vorigen Abschnitt ins Grübeln kommt, ist mit einer Wallet, die das Netzwerk von Haus aus führt, besser bedient als mit einer selbst gebauten Verbindung.
Willst du den Token ohnehin halten? Bei Resten aus alten Airdrops ist der Verkauf oder die Zusammenführung häufig die bessere Antwort als ein Zugang, den du nie wieder öffnest.
Wenn du dich für den Umzug entscheidest, gilt eine Reihenfolge, die Ärger erspart: erst die Zieladresse anlegen und zweimal gegenlesen, dann eine kleine Testübertragung schicken und ihre Ankunft prüfen, dann die restliche Übertragung auslösen. Ob die Zieladresse zu einem Konto bei einer Börse aus unserem Börsenvergleich gehört oder zu einer Wallet, entscheidest du danach, ob du verkaufen oder weiter selbst verwahren willst.
Kann eine Wallet-App dein Guthaben blockieren?
Bei einer Wallet mit Selbstverwahrung lautet die Antwort nein. Der Anbieter kann die Anzeige und die Bedienung einschränken, so wie es hier geschieht, aber er kann deine Bestände weder einfrieren noch bewegen noch löschen. Der Grund liegt in der Bauweise: Die Schlüssel entstehen auf deinem Gerät aus deiner Wiederherstellungsphrase, und das Unternehmen kennt sie nicht.
Bei einem verwahrten Konto sieht es anders aus. Eine Börse oder ein Anbieter mit Verwahrung führt deinen Bestand in den eigenen Büchern und kann Auszahlungen aussetzen, Handel einstellen oder Konten sperren, sei es aus regulatorischen Gründen oder wegen einer eigenen Schieflage. Wie eng dieser Unterschied mit der Erlaubnispflicht zusammenhängt und woran du erkennst, wann ein Anbieter eine Zulassung braucht, haben wir in unserem Beitrag zur Erlaubnispflicht bei der Verwahrung von Kryptowerten aufgeschlüsselt.
Die Bilanz nach dem 15. September lautet also: Dein Zugang über diese eine App ist weggefallen, dein Eigentum nicht. Das ist ein spürbarer Unterschied in der Bedienung und trotzdem eine gute Nachricht.
Warum ein Stichtag wie dieser Phishing anzieht und woran du die Masche erkennst
Jede angekündigte Umstellung mit Datum ist eine Vorlage für Betrugsversuche. Das Muster ist immer gleich: Eine Nachricht greift den echten Termin auf, erzeugt Zeitdruck und bietet Hilfe an. Der angebliche Support fragt dann nach der Wiederherstellungsphrase oder fordert dich auf, deine Bestände in eine „sichere" Wallet zu verschieben.
Die Bausteine sind dabei immer dieselben: eine Nachricht im Namen deines Wallet-Anbieters, ein Zeitdruck, der sich auf den echten Termin beruft, und Phishing-Links, die auf eine nachgebaute Eingabemaske führen. Krypto-Betrug dieser Art lebt davon, dass ein echtes Ereignis die Geschichte glaubwürdig macht, und genau das liefert ein angekündigter Stichtag frei Haus. Betrug erkennst du hier am Inhalt der Forderung und nie am Aussehen der Nachricht.
Trust Wallet hat dieser Masche in der eigenen Ankündigung eine eigene Antwort gewidmet und schreibt, das Unternehmen werde niemals nach der geheimen Phrase, nach privaten Schlüsseln oder nach anderen sensiblen Wallet-Daten fragen, und es werde niemals dazu auffordern, im Rahmen dieser Umstellung Gelder in eine andere Wallet zu bewegen. Damit hast du eine klare Prüfregel in der Hand: Jede Kontaktaufnahme, die genau das verlangt, ist ein Betrugsversuch, unabhängig davon, wie professionell sie aussieht.
Die Kanäle dafür sind längst nicht mehr nur E-Mail und Direktnachricht. Wie weit die Täter dabei inzwischen gehen, zeigt der Fall aus unserem Beitrag über Wallet-Phishing per Briefpost, bei dem ein gedruckter QR-Code im Briefkasten die Wiederherstellungsphrase abgreifen sollte. Merke dir die eine Regel, die jede Variante aushebelt: Die Wiederherstellungsphrase wird nirgendwo eingegeben außer bei der Wiederherstellung der eigenen Wallet auf dem eigenen Gerät.
Der zweite Wallet-Rückbau in vier Wochen: Was der Vergleich mit Phantom zeigt
Diese Ankündigung steht nicht allein. Ende August hat Phantom die Unterstützung für Sui und Monad beendet, mit zwei Stichtagen und derselben Grundfrage für die Nutzer. Wir haben den Ablauf damals in unserem Beitrag zum Support-Ende bei Phantom Wallet aufgeschrieben, und die Parallelen sind auffällig: eine turnusmäßige Prüfung als Begründung, Bestände bleiben unberührt, der Zugang wandert in die Eigenverantwortung des Nutzers.
Daraus lässt sich für die Wallet-Auswahl mehr ableiten als eine Terminnotiz. Die Zahl der unterstützten Ketten ist ein Werbeversprechen und keine Zusage auf Dauer. Diese Zahl kann jederzeit schrumpfen, und je exotischer die Kette, desto wahrscheinlicher ist das. Wer Bestände auf kleineren Netzwerken hält, sollte deshalb wissen, welche Wallet des jeweiligen Projekts es außerdem gibt, und diese Information einmal notieren, bevor er sie braucht.
Ein zweiter Punkt betrifft die Aufbewahrung selbst. Wenn ein Anbieter die Bedienoberfläche zurückbaut, merkst du sofort, wie stark du dich auf genau diese eine App verlassen hast. Eine Wiederherstellungsphrase, die sauber gesichert ist und mit der du im Zweifel in einer beliebigen kompatiblen Wallet weitermachst, macht dich von solchen Entscheidungen unabhängig. Genau das ist der praktische Kern von Selbstverwahrung, und er zeigt sich nicht am Tag der Einrichtung, sondern an einem Tag wie dem 15. September.
Trust-Wallet-Abschaltung: Was du daraus mitnimmst
- Prüfe, ob dich die Abschaltung überhaupt betrifft. Geh die 25 Netzwerke oben durch und schau in der App nach, ob dort Guthaben liegt. Findest du nichts, musst du nichts tun. Findest du etwas, entscheide zwischen Nachtragen und Umzug, und nutze dafür die Netzwerkabdeckung aus unserem Software-Wallet-Vergleich als Vergleichsmaßstab.
- Bestände auf den neun Nicht-EVM-Ketten erreichst du seit dem Stichtag nur noch über eine andere Wallet. Für Agoric, Decred, FIO, Firo, Flux, MultiversX, Nano, Nimiq und Stride gibt es keinen bequemen Rückweg über ein EVM-Verzeichnis. Wenn du verkaufen willst, brauchst du dafür einen Handelsplatz, der den Token führt, und die Konditionen dazu findest du in unserem Börsenvergleich.
- Sichere die Wiederherstellungsphrase, bevor du irgendetwas anderes machst. Jeder Umzug und jedes Nachtragen setzt voraus, dass du im Fehlerfall zurück in deine Wallet kommst. Wer größere Beträge hält, verlagert sie bei dieser Gelegenheit auf ein Gerät mit getrennter Schlüsselaufbewahrung; die Unterschiede zwischen den Modellen stehen in unserem Hardware-Wallet-Vergleich.
Die beiden Primärquellen zum Nachlesen: die Ankündigung von Trust Wallet mit der vollständigen Netzwerkliste und der Anleitung zum Custom Network, sowie die unabhängige Aufbereitung bei Cryptobriefing.
(Stand: 31. August 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Häufige Fragen zur Trust-Wallet-Abschaltung
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.
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Tangem Wallet 2026: Kosten, Sicherheit und Tangem Ring im Vergleich
Die Tangem Wallet sichert Krypto mit zwei oder drei Karten statt 24 Wörtern, der Tangem Ring macht daraus ein Schmuckstück. Was die Sets kosten, wie sicher der EAL6+-Chip ist und wie sich Tangem gegen Ledger und Trezor schlägt.
28. September 2026 10:37

Phantom Wallet und Solscan: Was eine Solana-Überweisung wirklich kostet und woran sie scheitert
Eine Überweisung auf Solana kostet 0,000005 SOL, ein neues Token-Konto bindet einmalig 0,00148844 SOL — beide Werte heute selbst an der Kette gemessen. Dieser Praxisratgeber zeigt, wie du Phantom einrichtest, von der Börse hinkommst, Solscan liest und was in Deutschland steuerlich gilt.
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