Silicon Network wird abgeschaltet: Bis zum 31. Dezember musst du dein Guthaben über die Brücke holen
Die Ethereum-Layer-2 Silicon Network stellt den Betrieb ein: Seit dem 2. September nimmt die Brücke keine Einzahlungen mehr an, das Auszahlfenster endet am 31. Dezember 2026. Eine eigene Messung zeigt eine Kette, die im Sekundentakt weiterläuft und dabei nichts mehr transportiert.
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Silicon Network, eine Ethereum-Layer-2 aus dem Umfeld der südkoreanischen Börse Korbit, wird abgeschaltet. Seit dem 2. September 2026 nimmt die Brücke keine Einzahlungen mehr an. Wer dort noch Guthaben liegen hat, kann es bis zum 31. Dezember 2026, 12:00 Uhr koreanischer Zeit, nach Ethereum zurückholen. Danach schließt der Explorer, das Netz wird beendet, und was liegen geblieben ist, lässt sich nach Angaben des Betreibers nicht mehr wiederherstellen.
Diese Meldung betrifft die wenigsten deutschen Anleger unmittelbar. Silicon Network war nie eine große Kette, und wer nie dorthin überbrückt hat, hat nichts zu tun. Interessant ist der Fall trotzdem, denn er zeigt in seltener Klarheit, wie eine sterbende Blockchain aussieht: Die Kette läuft weiter, sie produziert alle drei Sekunden einen Block, die Weboberfläche ist erreichbar, der Explorer antwortet. Nur transportiert sie nichts mehr. Wir haben das in der Nacht zum 4. September selbst gemessen, und das Ergebnis steht weiter unten.
Der Abschaltplan von Silicon Network: Zwei Stichtage, die zählen
Die Betreiber haben den Ablauf in ihrer Servicemitteilung in zwei Abschnitte geteilt. Der erste Stichtag ist gefallen: Am Mittwoch, dem 2. September 2026, hat die Brücke die Annahme neuer Einzahlungen eingestellt, und das Testnetz wurde abgeschaltet. Von diesem Tag an führt kein Weg mehr auf die Kette hinauf, sondern nur noch von ihr herunter.
Der zweite Stichtag liegt am 31. Dezember 2026 um 12:00 Uhr in der Zeitzone UTC+9. Bis dahin bleibt das Auszahlfenster offen. Danach schließt der Explorer, und das Netz wird endgültig beendet. Die Mitteilung formuliert die Folge ohne jede Weichzeichnung: Werte, die bis dahin nicht abgezogen wurden, können nicht wiederhergestellt werden. Anfragen laufen nach der Schließung über den Betreiber Ozys.
Umgerechnet auf mitteleuropäische Zeit endet das Fenster am 31. Dezember um 04:00 Uhr morgens. Wer die Sache auf den Jahreswechsel schiebt, sollte diese Umrechnung im Kopf behalten. Der Stichtag liegt in einer Nacht, in der die wenigsten an ihre Wallet denken.
Wer hinter der Layer-2-Kette Silicon Network steht
Eine Layer 2 ist eine eigene Blockchain, die ihre Sicherheit von einer größeren Kette bezieht und Transaktionen billiger abwickelt, als es auf dieser größeren Kette möglich wäre. Silicon Network ist nach der Beschreibung des Fachdienstes Blockonomi eine solche Layer 2 auf dem Ethereum-Unterbau, gebaut mit dem Entwicklungsbaukasten CDK von Polygon und an dessen Verbundschicht Agglayer angeschlossen. Zugeordnet wird die Kette dem Umfeld der südkoreanischen Handelsplattform Korbit.
Für die Frage, was du jetzt tun musst, ist die Herkunft weniger wichtig als die Bauweise. Eine Kette dieses Typs verwahrt die eingebrachten Werte nicht selbst. Sie liegen in einem Vertrag auf Ethereum, und die Kette führt darüber Buch, wem wie viel davon zusteht. Diese Buchführung endet mit der Abschaltung.
Warum die Einzahlrichtung der Brücke bereits geschlossen ist
Eine Brücke, im Fachjargon Bridge, ist die Vorrichtung, die Werte zwischen zwei Blockchains bewegt: Sie sperrt eine Münze auf der einen Kette und schreibt ein Abbild davon auf der anderen gut. Beide Richtungen sind technisch getrennt, und genau deshalb lässt sich die eine schließen, während die andere offen bleibt.
Der Betreiber hat die Einzahlrichtung zuerst geschlossen, und das ergibt Sinn: Jeder Wert, der nach der Ankündigung noch hinaufgebrückt würde, wäre ein Wert mehr, der vor dem Stichtag wieder heruntermüsste. Die Mitteilung weist ausdrücklich darauf hin, dass Werte, die nach dieser Bekanntgabe noch gesendet oder eingezahlt werden, möglicherweise nicht ordnungsgemäß verarbeitet werden und sich nicht mehr abziehen oder wiederherstellen lassen.
Für dich heißt das zweierlei. Erstens: Schick nichts mehr dorthin, auch nicht versehentlich über eine gespeicherte Adresse. Zweitens: Die offene Auszahlrichtung ist eine befristete Zusage, keine Dauereinrichtung.

Wie viel Kapital auf Silicon Network noch festliegt
Blockonomi beziffert den verbliebenen Bestand auf der Kette zum Stand 3. September 2026 auf rund 9,75 Millionen US-Dollar. Aufgeschlüsselt nennt der Dienst 2,66 Millionen US-Dollar in USDC, 2,54 Millionen in WBTC, 2,08 Millionen in Ether und 1,85 Millionen in USDT. Diese vier Posten ergeben zusammen etwa 9,13 Millionen; die Differenz zur Gesamtsumme verteilt sich auf weitere Bestände, die der Dienst nicht einzeln ausweist.
Wir haben diese Summe nicht selbst nachgerechnet und geben sie deshalb als Fremdangabe wieder. Was wir selbst messen konnten, steht im nächsten Abschnitt, und es fügt der Zahl eine Seite hinzu, die sie allein nicht zeigt.
Eigene Messung: 25 leere Blöcke auf einer Kette, die im Sekundentakt weiterläuft
Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 4. September 2026 selbst erhoben. Methode: direkte Abfragen gegen den öffentlichen Netzzugang von Silicon Network unter rpc.silicon.network sowie gegen vier weitere Adressen des Projekts, jeweils zwischen 00:50 und 00:53 Uhr UTC. Geprüft wurden 25 aufeinanderfolgende Blöcke und vier Endpunkte.
Der Netzzugang antwortete mit HTTP 200 und meldete die Kettenkennung 2355. Der jüngste Block trug zum Messzeitpunkt die Nummer 20.452.486 mit einem Zeitstempel von 00:52:15 Uhr UTC. Über eine Spanne von tausend Blöcken lag der Abstand zwischen zwei Blöcken bei 3,24 Sekunden, in den 25 zuletzt geprüften Blöcken bei 3,21 Sekunden. Die Kette produziert also unverändert im Sekundentakt.
Der Befund liegt im Inhalt dieser Blöcke. In allen 25 geprüften Blöcken, den Nummern 20.452.462 bis 20.452.486, stand zusammen keine einzige Transaktion. In 77 Sekunden Kettenzeit ist auf Silicon Network nichts passiert. Der Gaspreis lag bei 0,01 Gwei, also am unteren Anschlag dessen, was eine Kette überhaupt verlangen kann.
Dazu passt eine zweite Zahl. Der Datendienst DefiLlama weist für Silicon zkEVM einen in Anwendungen gebundenen Wert von 8.219,53 US-Dollar aus, abgerufen am 4. September 2026 mit HTTP 200. Gegen die von Blockonomi berichteten rund 9,75 Millionen US-Dollar an geparktem Bestand steht damit ein aktiv genutzter Anteil im Verhältnis von etwa eins zu tausendzweihundert. Das Geld liegt dort, es arbeitet nicht mehr, und es hat ein Ablaufdatum.
Bestätigt hat sich außerdem der angekündigte Testnetz-Stopp: Der Testnetz-Zugang unter rpc-sepolia.silicon.network antwortete mit HTTP 503 und ist damit nicht mehr in Betrieb. Erreichbar blieben zum Messzeitpunkt der Explorer und die Brückenoberfläche, beide mit HTTP 200.
Was wir nicht prüfen konnten: die Höhe der gebrückten Bestände selbst, die Zahl der betroffenen Konten und die Frage, wie viele Nutzer aus Deutschland darunter sind. Für keine dieser Größen gibt es eine frei abrufbare Quelle, und wir schätzen sie nicht.
Netzwerkeigene Token: Warum nicht jeder Bestand über die Brücke passt
Die Servicemitteilung trennt zwei Arten von Beständen, und der Unterschied entscheidet darüber, ob deine Position rettbar ist. Von Ethereum gebrückte Werte lassen sich zurück auf das Ethereum-Hauptnetz holen. Für sie ist der Weg vorgezeichnet.
Netzwerkeigene Token sind solche, die erst auf der Kette selbst ausgegeben wurden und kein Gegenstück auf Ethereum haben. Sie lassen sich nach Angabe des Betreibers nicht auf Ethereum brücken, und die Mitteilung räumt offen ein, dass es bei ihnen zu Liquiditätsschwierigkeiten kommen kann. Der Umgang damit bleibe eine Entscheidung im eigenen Ermessen und in eigener Verantwortung des Nutzers.
Das ist eine unangenehme, aber ehrliche Auskunft. Sie bedeutet in der Praxis: Für solche Positionen gibt es keinen garantierten Ausgang. Wer sie hält, kann versuchen, sie auf der Kette gegen etwas Brückbares zu tauschen, solange dort überhaupt noch jemand handelt. Unsere Messung zeigt, wie dünn diese Hoffnung inzwischen ist.
Gas auf einer sterbenden Kette: Warum du Ether im Netz brauchst
Gas ist die Gebühr, die eine Blockchain für die Ausführung einer Transaktion verlangt, und sie wird in der Währung der jeweiligen Kette bezahlt. Auf Silicon Network ist das Ether. Die Mitteilung stellt ausdrücklich klar, dass die Nutzer diese Kosten selbst tragen und für die Auszahlung ausreichend Ether auf der Kette vorhalten müssen.
Daraus folgt eine Falle, die bei jeder Kettenabschaltung Bestände kostet: Wer seinen gesamten Ether-Bestand zuerst abzieht und die übrigen Token für später aufhebt, sitzt danach auf einer Position, die er nicht mehr bewegen kann, weil das Geld für die Gebühr fehlt. Die richtige Reihenfolge ist die umgekehrte. Hol zuerst alles andere heraus und erst zum Schluss den Ether, der als Gasreserve gedient hat.
Der gemessene Gaspreis von 0,01 Gwei spricht dafür, dass ein paar Euro als Reserve genügen. Verlass dich darauf trotzdem nicht bis auf den letzten Cent. Ein Preis, der heute am Anschlag liegt, kann steigen, wenn viele gleichzeitig auf die Idee kommen, kurz vor Silvester noch aufzuräumen.

So prüfst du in wenigen Minuten, ob du betroffen bist
Der Aufwand ist überschaubar, und er lohnt sich auch dann, wenn du dir ziemlich sicher bist, nie auf dieser Kette gewesen zu sein. Öffne deine Wallet und sieh nach, ob dort ein Netzwerk mit der Kettenkennung 2355 eingetragen ist. Diese Kennung ist eindeutig; sie ist der verlässlichste Weg, eine Kette zu identifizieren, deren Name mehrfach vergeben ist.
Findest du den Eintrag, schau dir die Adresse im Explorer der Kette an. Ein Guthaben von null bedeutet Entwarnung. Steht dort etwas, geht es weiter über die Brückenoberfläche des Projekts. Wer sein Guthaben über die Web3-Wallet von Korbit hält, folgt laut Mitteilung dem Verfahren dieser Plattform; wer eine eigene Wallet wie MetaMask nutzt, zieht über die Brücke ab und findet dafür in der Servicemitteilung eine eigene Anleitung verlinkt.
Für den Zielort gilt die übliche Überlegung. Ein Betrag, den du in Ruhe liegen lassen willst, gehört auf eine Adresse, deren Schlüssel du selbst hältst; unser Vergleich der Software-Wallets ordnet die gängigen Anwendungen danach ein, wie sie Schlüssel verwahren und welche Netzwerke sie unterstützen. Größere Beträge gehören auf ein Gerät, das den Schlüssel nie an einen Rechner gibt.
Was am 31. Dezember mit liegengebliebenen Beständen passiert
Nach dem Ende des Auszahlfensters schließt der Explorer, und das Netz wird beendet. Damit entfällt die Buchführung, aus der sich überhaupt ableiten ließe, wem welcher Anteil an den auf Ethereum hinterlegten Werten zusteht. Der Betreiber sagt dazu klar, dass nicht abgezogene Werte nicht wiederhergestellt werden können.
Das ist eine andere Lage als bei einer Börse, die schließt. Dort besteht ein Vertragsverhältnis, es gibt einen Anspruch, und im ungünstigen Fall gibt es ein Verfahren, in dem dieser Anspruch angemeldet wird. Bei einer nicht verwahrenden Kette gibt es keinen Gegenüber, der dir etwas schuldet. Es gibt nur eine Software, die irgendwann nicht mehr läuft. Wir haben die allgemeinen Folgen einer solchen Abschaltung in einem eigenen Beitrag zu abgeschalteten Blockchains und dem Verbleib der Coins ausführlicher beschrieben.
Silicon Network ist kein Einzelfall: Das Muster hinter den Kettenabschaltungen
Wer die Meldungen der vergangenen Wochen nebeneinanderlegt, erkennt eine Häufung. Im August traf es die Brücke des TON-Ökosystems, deren Abschaltung wir samt der geltenden Fristen aufgeschrieben haben, und in den Tagen darauf folgten weitere Netzwerke und Wallet-Anwendungen mit eigenen Stichtagen.
Der gemeinsame Nenner ist wirtschaftlich. Eine Kette zu betreiben kostet dauerhaft Geld, und der Ertrag hängt daran, dass Menschen sie benutzen. Bleibt die Nutzung aus, wird die Abschaltung zur betriebswirtschaftlich naheliegenden Entscheidung. Unsere Messung zeigt den Endzustand dieser Rechnung in einer einzigen Zahl: null Transaktionen in 25 Blöcken.
Daraus folgt eine Gewohnheit, die sich lohnt. Führe eine kurze Liste der Netzwerke, auf denen du jemals Guthaben hattest, und sieh sie zweimal im Jahr durch. Auf einer aktiven Kette kostet dich das ein paar Minuten. Auf einer stillgelegten entscheidet es darüber, ob eine Position noch existiert.
Namensgleichheit und gefälschte Hilfsseiten: Worauf du beim Nachlesen achten musst
Achte beim Nachlesen auf die genaue Adresse. Die Servicemitteilung, auf die sich dieser Artikel stützt, steht in der technischen Dokumentation des Projekts. Der Begriff Silicon wird im Netz von mehreren, miteinander nicht verbundenen Angeboten verwendet, und eine Suche nach dem bloßen Namen führt schnell auf etwas anderes. Nimm für die Fristen die verlinkte Originalmitteilung und keine nacherzählte Fassung. Gerade bei Abschaltungen sind gefälschte Hilfsseiten und angebliche Rettungswerkzeuge ein bekanntes Betrugsmuster: Niemand, der dir wirklich helfen will, braucht dafür deine Wiederherstellungswörter.
Silicon-Guthaben abziehen: Was du daraus mitnimmst
- Prüfe heute, nicht im Dezember. Sieh in deiner Wallet nach der Kettenkennung 2355 und im Explorer nach dem Guthaben. Steht dort nichts, bist du fertig. Steht dort etwas, zieh es über die Brücke nach Ethereum und entscheide dann in Ruhe, wo es hin soll; welche Handelsplätze für den Weiterweg in Frage kommen, zeigt unser Vergleich der Krypto-Börsen.
- Halte die richtige Reihenfolge ein. Erst die übrigen Token, zuletzt der Ether, der die Gebühren trägt. Was danach dauerhaft liegen bleiben soll, gehört auf ein Gerät mit eigenem Schlüssel; die Unterschiede zwischen den Modellen findest du im Hardware-Wallet-Vergleich.
- Dokumentiere den Vorgang. Notiere Datum, Kette, Betrag und die Adresse, auf die du abgezogen hast, solange der Explorer noch antwortet. Nach dem 31. Dezember gibt es diese Belegquelle nicht mehr. Werkzeuge, die Bestände und Bewegungen dauerhaft mitschreiben, stellen wir im Bereich Steuer-Tools und Portfolio-Tracker gegenüber.
Die Originalmitteilung mit beiden Stichtagen steht in der Abschaltbekanntmachung von Silicon Network. Die Einordnung der verbliebenen Bestände stammt aus der Berichterstattung von Blockonomi vom 3. September 2026.
(Stand: 4. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.
































