FBI verhaftet Studenten aus Florida: Crypto-Malware in Steam-Games versteckt
Das FBI hat einen 21-Jährigen verhaftet, der Krypto-Malware in Steam-Games versteckt haben soll – 220.000 Dollar aus rund 80 Wallets gestohlen.

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Die US-Staatsanwaltschaft hat einen 21-jährigen Studenten aus Florida angeklagt: Zyaire Wilkins soll Krypto-Malware in Videospielen versteckt haben, die er auf Steam hochgeladen hat. Sobald Opfer die Spiele installierten, griff die Schadsoftware im Hintergrund Passwörter und persönliche Daten ab – und räumte die Krypto-Wallets leer. Am Dienstag klickten beim FBI die Handschellen, einen Tag später folgte die Anklage gegen Wilkins und mehrere bislang unbekannte Mittäter.
Was ist auf Steam wirklich passiert?
Laut Anklageschrift haben Wilkins und seine mutmaßlichen Komplizen über rund zwei Jahre hinweg mehrere verseuchte Games veröffentlicht – darunter BlockBlasters, Dashverse, Lampy, Lunara und PirateFi. In Berichten zur breiteren FBI-Ermittlung tauchen weitere Titel wie Chemia, DashFPS und Tokenova auf.
Das Perfide daran: Die Spiele waren keine leeren Hüllen, sondern liefen völlig normal. Man konnte sie installieren, starten und tatsächlich spielen – während die Malware im Hintergrund unbemerkt die Zugangsdaten abgriff. Genau deshalb funktionierte die Masche so gut: Die Opfer hatten keinen Grund, dem Spiel zu misstrauen.
Wie viel Krypto wurde gestohlen?
Für eine Aktion, die über harmlose Gaming-Titel lief, sind die Zahlen ordentlich. Nach Angaben des FBI infizierte die Malware rund 8.000 Rechner, knackte etwa 80 Krypto-Wallets und erbeutete mindestens 220.000 Dollar. Die mutmaßliche Kampagne lief zwischen Mai 2024 und Februar 2026.
Beworben wurden die verseuchten Games gezielt über Social Media. Die Gruppe streute sie über Discord, Telegram, X und LinkedIn – und setzte laut FBI sogar Bots ein, um Nutzer mit dicken Krypto-Beständen aufzuspüren und ihnen gezielt Nachrichten mit dem Download-Link zu schicken. Heißt: Hier wurde nicht auf Zufallstreffer gewartet, sondern ganz bewusst auf wohlhabende Krypto-Halter Jagd gemacht.
Wie ist das FBI ihm auf die Schliche gekommen?
Und hier wird der Fall fast schon kurios. Die Ermittler folgten dem Geld aus der Bitcoin-Wallet der Gruppe – und landeten bei Geschenkkarten. Über 150 Gift Cards wurden mit der Beute gekauft, die meisten davon für Uber Eats.
Von da an führte die Spur direkt vor Wilkins' Haustür. Eine Anfrage bei Uber verband die Karten mit einem Konto, dessen Lieferungen an sein Elternhaus und an seine Adressen an der University of West Florida gingen. Bei der Durchsuchung des Hauses in North Lauderdale stellten die Agenten mehrere Geräte und drei Wallet-Seed-Phrases sicher – eine davon gehörte zu einer Monero-Wallet. Seine Transaktionshistorie zeigte laut Anklageschrift Krypto-Bewegungen von insgesamt 382.000 Dollar.
Welche Strafe droht ihm?
Wilkins wurde am Dienstag verhaftet und wegen Verschwörung zum unbefugten Datenzugriff zum eigenen finanziellen Vorteil angeklagt – darauf stehen bis zu zehn Jahre Haft. Der Fall wird in Seattle verhandelt, nicht weit vom Firmensitz des Steam-Betreibers Valve. Es ist die erste Verhaftung im Rahmen der größeren Steam-Malware-Ermittlung, die das FBI im März öffentlich gemacht hatte. Wilkins' Anwalt hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert.
Häufige Fragen zur Krypto-Malware in Steam-Spielen
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