Coldcard 5.6.1 ist da: Warum das Firmware-Update deinen alten Seed nicht rettet
Coinkite hat am 20. August 2026 die Coldcard-Firmware 5.6.1 und 1.5.1Q ausgeliefert. Das Update schließt die Lücke für neue Seeds, repariert einen bereits betroffenen Seed aber nicht.

Coinkite hat am 20. August 2026 die Firmware-Fassungen 5.6.1 für die Coldcard-Modelle Mk4 und Mk5 sowie 1.5.1Q für das Modell Q ausgeliefert. Wer eine Coldcard besitzt, muss deshalb zwei Dinge auseinanderhalten: Das Update schließt die Lücke für alles, was du ab jetzt neu anlegst. Einen Seed, der auf einer fehlerhaften Fassung entstanden ist, repariert es nicht. Für diesen Seed bleibt nur der Umzug auf eine neu erzeugte Wiederherstellungsphrase.
Der Hersteller schreibt das in seiner Mitteilung ausdrücklich hin: „Installing this update does not make an existing vulnerable seed safe." Auf der Statusseite unter coldcard.com/security/status steht derselbe Satz noch kürzer: „An update is not a seed migration."
Betroffen ist damit jeder, der sein Gerät zwischen März 2021 und Juli 2026 eingerichtet hat und seither dieselbe Wiederherstellungsphrase nutzt. Das Update allein reicht in diesem Fall nicht aus, auch dann nicht, wenn die Coldcard danach die neue Versionsnummer anzeigt.
Coldcard 5.6.1 und 1.5.1Q: Was der Hersteller am 20. August ausgeliefert hat
Die beiden Fassungen sind das Ergebnis einer dreiwöchigen Überprüfung, die Coinkite nach dem Nothilfe-Update vom 31. Juli begonnen hatte. Sie ersetzen die Fassungen 5.6.0 und 1.5.0Q, die damals schnell nachgeschoben worden waren, und gehen inhaltlich über die reine Fehlerbehebung hinaus.
Die Auslieferung lässt sich am Dateinamen ablesen. Die auf der Download-Seite verlinkte Datei für Mk4 und Mk5 heißt 2026-08-20T1336-v5.6.1-mk-coldcard.dfu, die für das Q 2026-08-20T1335-v1.5.1Q-q1-coldcard.dfu. Beide tragen also den 20. August als Zeitstempel im Namen selbst.
Nach Angabe des Herstellers umfasst die Fassung vier Bereiche: die Seed-Erzeugung, die Prüfung von Transaktionen vor dem Signieren, die Abgrenzung von Daten über die USB-Verbindung und das Verhalten bei Sicherungskopien. Coinkite stellt der Aufzählung eine Einschränkung voran, die im Wortlaut bemerkenswert nüchtern ausfällt: Es handele sich um bestimmte Kontrollen, nicht um die Behauptung, jeder denkbare Fehler sei ausgeschlossen.
Firmware-Update ist keine Seed-Migration: Warum der alte Seed betroffen bleibt
Der Seed ist die Zahl, aus der sich sämtliche Schlüssel und Adressen eines Wallets ableiten; die zwölf oder vierundzwanzig Wörter auf dem Notfallzettel sind nur ihre lesbare Schreibweise. Diese Zahl wird ein einziges Mal erzeugt, beim Einrichten des Geräts, und danach nie wieder verändert.
Genau daraus folgt die Eigenart dieses Falls. Ein Firmware-Update tauscht die Software aus, die neue Seeds erzeugt. Es fasst den vorhandenen Seed nicht an, weil es ihn gar nicht anfassen kann, ohne das Wallet zu zerstören. Wer also ein betroffenes Gerät aktualisiert und danach weiterbenutzt, hat die Software repariert und die Schwachstelle behalten.
Der Vorfall selbst hat das im Sommer vorgeführt. Angreifer haben Bitcoin-Bestände von Geräten abgeräumt, deren Wiederherstellungsphrase vorhersehbar war; die ersten Wellen und die Größenordnung haben wir am 31. Juli in unserem Bericht zum Coldcard-Firmware-Fehler beschrieben. Zu den Gesamtschäden gehen die Angaben auseinander: TRM Labs beziffert sie auf rund 116 Millionen US-Dollar, CoinDesk nennt in seinem Bericht zur Auslieferung der neuen Firmware rund 114 Millionen US-Dollar. Der Portalbericht von crypto.news spricht von 1.816 Bitcoin aus mehr als 5.200 Adressen und merkt an, dass rund 90 Prozent der in den bestätigten Wellen entwendeten Bestände bislang nicht weiterbewegt wurden.
72 statt 128 Bit: Was der Entropie-Fehler bei der Seed-Erzeugung bedeutet
Entropie ist das Maß dafür, wie viele verschiedene Werte bei der Erzeugung eines Seeds tatsächlich möglich waren; je höher sie ausfällt, desto aussichtsloser ist das Durchprobieren. Der Zielwert liegt bei 128 Bit.
Erreicht wurde er auf den betroffenen Fassungen nicht. Nach Angaben des Herstellers kamen Seeds auf Mk4, Mk5 und Q auf ungefähr 72 Bit. Für die älteren Modelle Mk2 und Mk3 fällt der berichtete Wert noch deutlich niedriger aus: crypto.news nennt für sie rund 40 Bit wirksamen Zufall. Der Grund war in beiden Fällen derselbe: Die Geräte holten den Zufall nicht aus dem dafür verbauten Hardware-Baustein, sondern aus einem Software-Ersatz.
Was diese Differenz praktisch bedeutet, lässt sich schwer in einem Bild fassen, weil die Skala verzerrt. Der Abstand zwischen 72 und 128 Bit ist kein Zuschlag, sondern eine Verschiebung um viele Größenordnungen. Entscheidend für dich ist die schlichte Folge: Ein Seed mit zu wenig Zufall ist berechenbar, und er bleibt es, solange er in Gebrauch ist.
Welche Fassungen als betroffen gelten
Der Migrationsleitfaden des Herstellers benennt die betroffenen Stände genau: Mk2 und Mk3 mit den Fassungen 4.0.1 bis 4.1.9, Mk4 und Mk5 im Standard-Zweig vor 5.6.0, das Q vor 1.5.0Q, die Edge-Fassungen vor 6.6.0X beziehungsweise 6.6.0QX. Der Fehler reicht damit bis in den März 2021 zurück.

Pflicht-Entropie beim neuen Seed: 65 Tastendrücke, 50 Würfelwürfe oder 128 Münzwürfe
Die auffälligste Änderung der neuen Fassung betrifft die Einrichtung. Ein neuer Seed entsteht auf dem Standard-Zweig nicht mehr allein aus dem Zufall des Geräts. Du musst zusätzlich selbst Zufall beisteuern, und zwar über genau eine von drei Methoden: mindestens 65 Tastendrücke in unvorhersehbarem Takt, 50 Würfe eines echten sechsseitigen Würfels oder 128 Münzwürfe.
Das Gerät mischt diesen selbst erzeugten Anteil mit frischem Gerätezufall. Laut der maschinenlesbaren Statusdatei des Herstellers fließt der Beitrag beider Sicherheitsbausteine je Seed mit ein. Wer den Gerätezufall ganz umgehen will, findet dafür den gesonderten Zweig „Dice Rolls Only": Er verlangt 50 Würfe für eine Phrase aus zwölf Wörtern und 99 Würfe für eine aus vierundzwanzig.
Der Aufwand ist Absicht. Er verlagert einen Teil des Vertrauens vom Bauteil zurück zu dir, und er ist der Punkt, an dem sich die Einrichtung eines Hardware-Wallets ab sofort spürbar anders anfühlt als früher. Wer die Wahl hat, sollte die Würfelmethode nehmen: Sie ist am leichtesten nachvollziehbar und lässt sich als Vorgang selbst beobachten.
Eigene Erhebung: Welche Coldcard-Firmware der Hersteller am 22. August anbietet
Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 22. August 2026 selbst erhoben. Methode: Abruf der öffentlichen Download-Seite des Herstellers unter coldcard.com/downloads mit Browser-Kennzeichen, anschließend Auszählung aller dort geführten Modellzeilen samt Versionsnummer und Kennzeichnung. Geprüft wurden sieben Modellzeilen.
Das Ergebnis: Fünf der sieben Zeilen tragen den Vermerk „Fixed release", zwei nicht. Mit dem Vermerk versehen sind Mk5/Mk4 mit 5.6.1, das Q mit 1.5.1Q, die Edge-Zweige mit 6.6.0X und 6.6.0QX sowie die gemeinsame Zeile für Mk3 und Mk2 mit 4.2.0. Ohne Vermerk bleiben zwei Zeilen, die die Seite selbst als überholt führt: eine eigenständige Mk4-Zeile mit der Fassung 5.4.5 und die Mk1-Zeile mit 3.0.6.
Für Mk1-Besitzer ist das der praktisch bedeutsame Befund. Der Sicherheitshinweis nennt 4.0.1 als erste betroffene Fassung, während die Mk1-Linie bei 3.0.6 endet und keinen korrigierten Stand ausweist. Was daraus für ein Mk1 folgt, sagt die Seite nicht ausdrücklich.
Ein zweiter Befund betrifft das Prüfdatum. Die Statusseite trägt den Stempel „Verified 2026-08-17" und empfiehlt gleichzeitig 5.6.1 und 1.5.1Q, also zwei Fassungen, die erst drei Tage später ausgeliefert wurden. Ob die Seite nach der Auslieferung erneut geprüft und nur der Stempel nicht nachgezogen wurde, geht aus ihr nicht hervor.
Eine kurze Zusatzprüfung galt der Sprache: Drei deutsche Pfade der Hersteller-Adressen wurden abgerufen, alle drei antworteten mit 404. Der Sicherheitshinweis, die Statusseite und der Migrationsleitfaden liegen ausschließlich auf Englisch vor.
Grenzen dieser Erhebung
Nicht prüfbar war, ob die als überholt geführte Mk4-Zeile mit 5.4.5 den Fehler enthält oder ob sie lediglich einen eingestellten Zweig dokumentiert. Ebenfalls nicht prüfbar: wie viele Geräte in Deutschland betroffen sind, wie viele Halter das Update bereits eingespielt haben und ob der Hersteller seine Kunden per E-Mail auf Deutsch informiert. Die Erhebung sagt nur, was die Download-Seite an diesem Tag anzeigte.
Hardware-Wallets im VergleichRelease-Track statt Modellname: Welche Mindest-Fassung für dein Gerät gilt
Ein Release-Track ist der Auslieferungszweig, auf dem eine Firmware gepflegt wird; dasselbe Gerät kann je nach Zweig völlig verschiedene Versionsnummern tragen. Genau daran scheitern Prüfungen, die sich nur am Modellnamen orientieren.
Der Hersteller nennt deshalb Mindest-Fassungen je Zweig. Für Mk2 und Mk3 gilt 4.2.0 oder neuer. Für Mk4 und Mk5 im Standard-Zweig gilt 5.6.0 oder neuer, für das Q im Standard-Zweig 1.5.0Q oder neuer. Wer den Edge-Zweig fährt, braucht 6.6.0X auf Mk4 und Mk5 beziehungsweise 6.6.0QX auf dem Q. Als aktuell empfohlene Stände nennt er darüber hinaus 5.6.1 und 1.5.1Q.
Praktisch heißt das: Öffne am Gerät die Anzeige der Firmware-Version, notiere sie vollständig samt Buchstabenzusatz und vergleiche sie mit der Mindest-Fassung deines Zweigs. Ein „X" oder „QX" am Ende weist auf den Edge-Zweig hin, für den andere Zahlen gelten.
Die Würfel-Ausnahme: Wann ein vorhandener Seed nach Herstellerangabe nicht migriert werden muss
Es gibt einen Fall, in dem der Hersteller den Umzug für entbehrlich hält. Wer seinen Seed seinerzeit über die Funktion „Add Dice Rolls" mit eigenen Würfen angereichert hat, kann unter engen Bedingungen darauf verzichten.
Die Bedingungen sind im Leitfaden präzise gefasst: mindestens 50 faire, voneinander unabhängige Würfe, eingegeben über diese Funktion, die Wurffolge muss privat geblieben und nie aufgeschrieben oder offengelegt worden sein, und verwendet werden müssen die Wörter, die das Gerät nach dem Hinzufügen der Würfe angezeigt hat. Unter diesen Bedingungen gelten laut Hersteller mindestens 128 Bit zusätzlicher Entropie als eingebracht; ab 99 Würfen nennt er rund 256 Bit.
Der Satz, auf den es ankommt, steht am Ende: Bei weniger Würfen oder unsicheren Bedingungen ist zu migrieren. Wer sich nach vier Jahren nicht mehr sicher erinnert, wie viele Würfe es waren und ob die Folge wirklich nirgends notiert wurde, fällt damit in die Migrationspflicht. Unsicherheit zählt hier nicht als Entlastung.
PSBT-Prüfung und SIGHASH_SINGLE: Welche Fehler jenseits der Seed-Erzeugung behoben wurden
Die dreiwöchige Überprüfung hat Punkte zutage gefördert, die mit dem ursprünglichen Zufallsfehler nichts zu tun haben. Sie betreffen den Weg, den eine Überweisung vom Rechner zum Gerät und zurück nimmt.
Eine PSBT ist eine teilweise signierte Bitcoin-Transaktion: die Datei, in der die Wallet-Software den Zahlungsvorschlag ablegt und die das Hardware-Wallet zur Freigabe angezeigt bekommt. Neu ist, dass die Coldcard diese Datei unmittelbar vor dem Signieren erneut prüft und den Vorgang mit dem Hinweis „Transaction modified" abbricht, falls sich zwischen Anzeige und Freigabe etwas verändert hat. Bei Übergabe über USB muss zusätzlich die Prüfsumme der Anfrage zur hinterlegten Datei passen, sonst endet der Vorgang mit „PSBT checksum mismatch".
SIGHASH_SINGLE ist eine Signaturvariante, die nur einen Teil einer Transaktion festschreibt und den Rest offen lässt. Sie wird künftig standardmäßig blockiert. Dazu kommen engere Grenzen beim Datenabruf über USB, der auf das Ergebnis der laufenden verschlüsselten Sitzung beschränkt wird, sowie die Vorgabe, dass eine Firmware-Datei zu ihrer signierten Länge passen muss.
Weitere Änderungen betreffen die Prüfung nach BIP-322, die Abschottung des Delta-Modus und das Verhalten bei Sicherungskopien: Eine Sicherung erfasst das gerade wirksame Wallet. Bei einem Passphrase-Wallet enthält sie dessen abgeleiteten Hauptschlüssel, nicht die Wörter des übergeordneten Seeds und nicht die Passphrase.
BIP-39-Passphrase: Warum sie einen betroffenen Seed nicht repariert
Eine BIP-39-Passphrase ist ein zusätzliches, frei gewähltes Wort oder ein Satz, aus dem zusammen mit dem Seed ein eigenständiges Wallet entsteht. Sie gilt zu Recht als starke Zusatzsicherung, und der Hersteller empfiehlt sie ausdrücklich für jedes Wallet, dessen Verlust seinem Besitzer ernsthaft wehtäte.
Für den vorliegenden Fehler löst sie das Problem trotzdem nicht. Der Hersteller formuliert es unmissverständlich: Eine starke, einmalige Passphrase könne den Zugriff auf den darunterliegenden Seed erschweren, sie repariere ihn aber nicht. Nutzer mit Passphrase sollten so bald wie praktikabel umziehen.
Wer eine Passphrase für ein neues Wallet einsetzt, sollte sie getrennt vom Seed sichern, den Fingerabdruck des Passphrase-Wallets notieren und die Wiederherstellung testen, bevor überhaupt Geld daraufgeht. Was „ernsthaft wehtut", legt der Hersteller bewusst nicht als Betrag fest; das ist eine persönliche Grenze.

Firmware-Datei prüfen: SHA-256-Prüfsumme und Signatur vor der Installation
Ein Sicherheitsvorfall zieht Nachahmer an, und eine gefälschte Firmware-Datei wäre der bequemste Weg, an Bestände zu kommen. Der Hersteller verlangt deshalb zwei Prüfungen, bevor die Datei auf die Speicherkarte kommt.
Erstens den Abgleich der SHA-256-Prüfsumme: Eine Prüfsumme ist ein kurzer Fingerabdruck einer Datei, der sich bei jeder noch so kleinen Änderung vollständig verändert. Zweitens die Kontrolle der signierten Datei signatures.txt, die belegt, dass die Datei tatsächlich vom Hersteller stammt. Erst danach folgt die Installation über die Speicherkarte, und nach dem Neustart die Sichtkontrolle der angezeigten Versionsnummer.
Lade die Datei ausschließlich von der Hersteller-Adresse und niemals aus einem Forum, einem Chat oder einem Link, den dir jemand ungefragt geschickt hat. Und noch eine Grundregel, die der Migrationsleitfaden eigens wiederholt: Gib deine Seed-Wörter niemals auf einer Website ein und schicke sie niemals an einen Support-Kanal.
Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker im VergleichSeed-Migration Schritt für Schritt: Wie der Umzug auf das neue Wallet abläuft
Der Hersteller beschreibt zwei Wege. Empfohlen ist der Weg über zwei Geräte, weil dabei zu keinem Zeitpunkt ein funktionierendes Wallet aufgegeben wird.
Wer für diesen Weg ein zweites Gerät anschaffen muss, findet die verfügbaren Modelle und ihre Unterschiede in unserem Hardware-Wallet-Vergleich. Zwingend ist ein Gerät desselben Herstellers dabei nicht: Eine Wiederherstellungsphrase nach BIP-39 lässt sich grundsätzlich auch auf einem Gerät einer anderen Marke einspielen.
Auf dem zweiten Gerät wird die korrigierte Firmware installiert und ein vollständig neuer Seed erzeugt, ausdrücklich kein Klon des alten. Danach werden die Sicherung und der Fingerabdruck des neuen Wallets geprüft. Es folgt eine kleine Testüberweisung vom alten auf das neue Wallet, und erst wenn diese angekommen ist, wandert der Rest hinterher. Die alte Sicherung bleibt aufbewahrt, bis der Umzug abgeschlossen ist.
Wer nur ein Gerät hat, geht den Ersatzweg: erst die Sicherung und den Fingerabdruck des alten Seeds prüfen, dann die korrigierte Firmware installieren, den alten Seed auf dem Gerät löschen, den neuen erzeugen und prüfen, und die Bestände über abwechselndes Einspielen beider Seeds übertragen. Dieser Weg ist heikler, weil er zwischenzeitlich ohne zweite Absicherung auskommt.
Drei Warnungen zieht der Leitfaden ausdrücklich hoch. Vernichte niemals die einzige funktionierende Kopie eines Wallets. Brich ab und überweise nichts, wenn ein Fingerabdruck oder eine Adresse nicht übereinstimmt. Und benutze die Klon- oder Übernahmefunktionen des Geräts nicht als Lösung: Sie kopieren den betroffenen Seed mit.
Was du beim Umzug dokumentieren solltest
Der Umzug führt zu Bewegungen zwischen deinen eigenen Adressen. Halte für jede davon den Zeitpunkt, die Transaktions-ID und die beteiligten Adressen fest, und bewahre die Notiz zusammen mit deinen übrigen Unterlagen auf. Das kostet beim Umzug fünf Minuten und erspart dir später die Rekonstruktion aus dem Gedächtnis, wenn der Weg deiner Bestände zu belegen ist.
Unabhängige Prüfungen und offener Postmortem: Was bislang nicht belegt ist
Coinkite führt auf seiner Statusseite vier externe Prüfungen auf, jeweils mit Namen, Gegenstand und Umfang. Ein Prüfer mit dem Konto @bigshiny0 hat auf einem echten Gerät mit Mk4-Firmware 5.6.0 gemessen, dass für eine 32-Byte-Anforderung acht Lesevorgänge am Hardware-Zufallsgenerator stattfinden, der korrigierte Weg den Baustein also tatsächlich erreicht. Ein zweiter Prüfer hat den Quelltext über alle korrigierten Zweige gelesen und bestätigt, dass der Software-Ersatz entfernt wurde. Ein dritter hat dasselbe für das Nothilfe-Update geprüft. Ein vierter hat die Fassung 5.6.0 nachgebaut und Byte für Byte mit der veröffentlichten signierten Datei verglichen.
Der Hersteller schränkt diese Belege selbst ein. Die veröffentlichten Nachweise begründeten kein vollständiges unabhängiges Audit jeder korrigierten Firmware-Datei; sie bestätigten jeweils nur ihren eigenen Prüfumfang. Auffällig ist zudem, dass sich die genannten Prüfungen auf 5.6.0 beziehen, während als aktuell empfohlen 5.6.1 gilt.
Offen ist auch die Aufarbeitung. Auf die Frage, ob der förmliche technische Postmortem vorliege, antwortet die Statusseite mit Stand vom 15. August 2026: nein, er sei weiterhin in Arbeit. Wer wissen will, wie der Fehler über vier Jahre unentdeckt bleiben konnte, wartet also weiter.
Eine Einordnung, die als solche gekennzeichnet sei: Dass ein Hersteller die Grenzen seiner eigenen Nachweise so deutlich benennt, ist ungewöhnlich und spricht für die Darstellung. Es ersetzt den ausstehenden Bericht aber nicht, und für die Frage, ob du deinem Gerät weiter vertraust, bleibt der Postmortem der wichtigere Text.
Coldcard-Firmware prüfen: Was du daraus mitnimmst
- Prüfe zuerst die Versionsnummer am Gerät, nicht das Modell. Notiere die vollständige Fassung samt Buchstabenzusatz und vergleiche sie mit der Mindest-Fassung deines Zweigs: 4.2.0 für Mk2 und Mk3, 5.6.0 für Mk4 und Mk5 im Standard-Zweig, 1.5.0Q für das Q, 6.6.0X beziehungsweise 6.6.0QX im Edge-Zweig. Liegt dein Stand darunter, lade die korrigierte Fassung von der Hersteller-Adresse, gleiche Prüfsumme und Signatur ab und installiere sie. Wenn du bei der Gelegenheit ohnehin über dein Gerät nachdenkst, hilft unser Vergleich der Hardware-Wallets beim Abgleich der Modelle.
- Entscheide danach getrennt über den Seed. Wurde deine Wiederherstellungsphrase zwischen März 2021 und Juli 2026 auf einer betroffenen Fassung erzeugt, erzeuge einen neuen Seed und ziehe deine Bestände um, am besten über den Weg mit zwei Geräten und mit einer kleinen Testüberweisung vorab. Nur die enge Würfel-Ausnahme mit mindestens 50 privaten, unabhängigen Würfen entbindet dich davon. Wer den Umzug zum Anlass nimmt, seine Aufteilung neu zu ordnen, findet im Vergleich der Software-Wallets die Gegenstücke für den täglichen Gebrauch.
- Dokumentiere den Umzug, während er läuft. Notiere zu jeder Bewegung Zeitpunkt, Transaktions-ID und Adressen; hinterher ist das mühsam. Ein Portfolio-Tracker nimmt dir diese Buchführung weitgehend ab, eine Übersicht der gängigen Programme steht in unserem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
Die Mitteilung des Herstellers zur Auslieferung findest du im Coinkite-Blog zur Fassung 5.6.1 und 1.5.1Q, die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umzug im Migrationsleitfaden von Coldcard.
(Stand: 22. August 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.










