Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

25 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung, 106.000 Dollar Handelsvolumen: Was du jetzt tun kannst

Vier der 25 größten Kryptowährungen setzen am Tag weniger als 0,32 Prozent ihrer Marktkapitalisierung um, eine davon ohne einen einzigen verzeichneten Handelsplatz. Was die Rangliste verschweigt und woran du einen dünnen Markt vor dem Kauf erkennst.

Gestrandetes Holzboot auf dem rissigen, ausgetrockneten Grund eines weiten Seebeckens im Abendlicht, im Rumpf ein kleines eingraviertes Kreissymbol
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Eine Kryptowährung kann auf Platz neun der größten Kryptowährungen stehen und trotzdem praktisch keinen Handel haben. Figure Heloc bringt 25,09 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung auf die Waage, und in 24 Stunden wechselten Anteile für 106.017 Dollar den Besitzer. Das sind 0,0004 Prozent. Bitcoin kommt im selben Zeitraum auf 0,89 Prozent, Ethereum auf 2,79 Prozent.

Wir haben deshalb alle 25 größten Kryptowährungen durchgerechnet und den Tagesumsatz jeweils gegen die Marktkapitalisierung gestellt. Vier von ihnen bleiben unter 0,32 Prozent. Wer einen dieser Werte kauft, kauft etwas, das in der Rangliste neben Bitcoin steht und sich beim Verkauf vollkommen anders verhält. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 11. Oktober 2026 selbst erhoben.

Marktkapitalisierung und Handelsvolumen messen zwei verschiedene Dinge

Die Marktkapitalisierung ist der letzte gehandelte Kurs multipliziert mit der Zahl der umlaufenden Einheiten. Damit benennt diese Kennzahl, was der Bestand wert wäre, wenn man ihn zum aktuellen Kurs bewertet. Über die Frage, ob dieser Kurs für mehr als eine kleine Order gilt, sagt sie nichts.

Das Handelsvolumen ist die Gegenprobe. Es nennt die Summe, die in 24 Stunden tatsächlich gehandelt wurde. Setzt man beide Zahlen ins Verhältnis, entsteht eine Kennzahl, die in der Rangliste nirgends auftaucht: der Anteil der Marktkapitalisierung, der an einem Tag den Besitzer wechselt. Bei den großen Werten liegt er im einstelligen Prozentbereich, bei vier Werten der Top 25 im Promillebereich.

Der Unterschied ist kein Schönheitsfehler der Statistik. Er entscheidet darüber, ob du zu dem Kurs verkaufen kannst, den dir die App anzeigt.

Figure Heloc auf Rang 9: kein einziger gelisteter Handelsplatz

Der auffälligste Fall trägt den Namen Figure Heloc und steht mit 25,09 Milliarden Dollar auf Rang neun, also zwischen Tron und Zcash. Für diesen Token ist bei CoinGecko kein einziges Handelspaar an einer Börse verzeichnet. Null. Die 106.017 Dollar Tagesumsatz entstehen also außerhalb der Handelsplätze, die die Kursseiten auswerten.

Für einen Anleger in Deutschland heißt das zunächst etwas sehr Praktisches: Es gibt keinen Weg, diesen Token über eine der gängigen Kryptobörsen zu kaufen oder zu verkaufen. In der Rangliste ist der Token in den vergangenen Wochen gestiegen, im Handel nicht.

Die Messung im Überblick: 0,0004 bis 0,32 Prozent gegen 2,23 Prozent im Median

Der Median aller 25 Werte ohne Stablecoins liegt bei 2,23 Prozent. An diesem Maßstab gemessen fallen vier Werte deutlich heraus:

RangWertMarktkapitalisierungUmsatz in 24 StundenAnteil
9Figure Heloc25,09 Mrd. $0,11 Mio. $0,0004 %
18LEO Token8,20 Mrd. $0,27 Mio. $0,0033 %
20Rain7,17 Mrd. $13,04 Mio. $0,18 %
23Canton5,02 Mrd. $15,84 Mio. $0,32 %
1Bitcoin1.678,61 Mrd. $14.925,94 Mio. $0,89 %
2Ethereum308,90 Mrd. $8.609,41 Mio. $2,79 %

Knapp darüber liegt WhiteBIT Coin auf Rang 16 mit 0,34 Prozent. Am anderen Ende der Skala steht NEAR Protocol mit 11,85 Prozent, dort wechselt an einem Tag also fast ein Achtel der Marktkapitalisierung den Besitzer. Zwischen Figure Heloc und NEAR liegt in derselben Liste ein Faktor von rund 30.000.

Riesiger Stahltrichter in dunkler Werkhalle, oben randvoll mit Metallkügelchen, unten tritt nur ein dünner Faden aus
Oben die Masse, unten die Engstelle: Der Tagesumsatz entscheidet, wie viel von einer Position wirklich durchgeht.

Warum ein hoher Listenplatz bei dünnem Handel entstehen kann

Der Mechanismus ist einfacher, als er klingt. In die Marktkapitalisierung geht die gesamte umlaufende Menge ein, auch der Teil, der seit Jahren unbewegt liegt oder gar nicht frei handelbar ist. Figure Heloc hat 23,76 Milliarden Einheiten im Umlauf, Rain sogar 709,25 Milliarden. Ein Kurs von einem Dollar oder einem Cent genügt dann für eine Bewertung im Milliardenbereich.

Bewegt ein kleiner Handel diesen Kurs, bewegt er die ganze Bewertung mit. Bei Figure Heloc stieg der Kurs in 24 Stunden um 5,49 Prozent, was die Marktkapitalisierung um gut eine Milliarde Dollar anheben würde. Getragen wird diese Bewegung von einem Umsatz, der kleiner ist als der Jahresumsatz einer Bäckerei.

Umgekehrt gilt dasselbe nach unten, und das ist die Seite, die Geld kostet.

LEO Token: Vier Fünftel des Umsatzes laufen über eine einzige Börse

Bei LEO Token, Rang 18 mit 8,20 Milliarden Dollar, verteilt sich der Umsatz von 271.272 Dollar auf sieben verzeichnete Handelsplätze. Das klingt nach Auswahl. In der Aufschlüsselung entfallen rund vier Fünftel auf einen einzigen kleinen Handelsplatz, ein weiterer knapper Rest auf Bitfinex, und auf OKX bleiben noch gut 4.800 Dollar übrig. Ein Handelspaar an einer dezentralen Börse trägt 43 Dollar bei.

Wer bei LEO eine Order über wenige tausend Euro aufgibt, ist damit bereits ein erheblicher Teil des Tagesgeschehens an diesem Platz. Das Orderbuch, also die Liste aller offenen Kauf- und Verkaufsaufträge mit ihren Preisen, ist in solchen Fällen nur wenige Zeilen tief.

Rain vor der Token-Freigabe: 785,5 Millionen Dollar gegen 13 Millionen Tagesumsatz

Rain steht auf Rang 20 mit 7,17 Milliarden Dollar und 13,04 Millionen Dollar Tagesumsatz. Der Kurs gab in 24 Stunden um 15,34 Prozent nach, die stärkste Abwärtsbewegung in den Top 25 an diesem Tag.

Dazu passt ein Termin. Das Fachmedium Cryptobriefing nannte am 2. Juli 2026 für den Oktober eine Freigabe von 785,5 Millionen Dollar in zuvor gesperrten Rain-Token, rund 73 Prozent der sieben größten Freigaben des Monats. Eine Token-Freigabe ist der Zeitpunkt, an dem vertraglich gesperrte Anteile handelbar werden. Ob die Halter verkaufen, weiß niemand vorher. Sicher ist nur das Verhältnis: Die genannte Summe entspricht dem Sechzigfachen dessen, was an diesem Token an einem Tag umgesetzt wird. Die Kursseite von CoinMarketCap weist für Rain einen Umsatz in derselben Größenordnung aus.

Rain wird nach unserer Aufschlüsselung an zwölf Plätzen gehandelt, angeführt von BingX, HTX, MEXC und BloFin, dazu ein Handelspaar auf Uniswap. In dieser Reihe fehlt jede Börse, die ein Anleger in Deutschland üblicherweise als erste Adresse nutzt. Wer hier ein- und aussteigen will, landet bei Anbietern, deren Zulassung in der EU erst zu prüfen ist.

Lange menschenleere Schalterhalle mit geschlossenen dunklen Abfertigungsschaltern, nur ein Schalter am Ende ist erleuchtet und geöffnet
Ein offener Schalter: Bei LEO Token läuft der größte Teil des Umsatzes über einen einzigen Handelsplatz.

Canton als Gegenprobe: dünner Handel, aber 18 Handelsplätze

Canton zeigt, dass ein niedriger Umsatzanteil allein noch kein Urteil ist. Der Wert liegt mit 0,32 Prozent knapp über der Gruppe und legte in 24 Stunden 6,75 Prozent zu. Seine 15,84 Millionen Dollar Umsatz verteilen sich allerdings auf 18 Handelsplätze, und darunter sind Bybit, OKX, Kraken, Upbit, Bitget, KuCoin und Gate.

Der Unterschied zu Rain und LEO ist damit weniger die Tiefe des Marktes als seine Erreichbarkeit. Über Kraken ist Canton für Anleger in Deutschland auf einem vertrauten Weg zugänglich. Dünn bleibt der Handel trotzdem, und für die Order gilt dasselbe wie bei den anderen drei Werten.

Spread, Slippage und Teilausführung bei dünnem Orderbuch

Drei Dinge passieren, wenn der Markt schmal ist. Der Spread, also der Abstand zwischen dem besten Kaufangebot und dem besten Verkaufsangebot, weitet sich. Bei den großen Werten liegt er im Bereich von Hundertsteln eines Prozents, bei einem Token mit 271.272 Dollar Tagesumsatz kann er ein Vielfaches davon betragen. Diesen Abstand bezahlst du beim Einstieg und beim Ausstieg erneut.

Dazu kommt Slippage. Gemeint ist die Abweichung zwischen dem Kurs, den du gesehen hast, und dem Kurs, zu dem deine Order tatsächlich ausgeführt wird. Eine Marktorder nimmt sich im Orderbuch, was da ist, und arbeitet sich bei dünner Tiefe durch immer schlechtere Preise. Genau das sorgt bei solchen Werten für Kurssprünge von mehreren Prozent ohne jede Nachricht.

Bleibt im Orderbuch nicht genug übrig, wird die Order nur zum Teil ausgeführt. Der Rest liegt dann im Markt, während sich der Kurs weiterbewegt. Bei einem Verkauf in einer fallenden Phase ist das der unangenehmste der drei Fälle.

Der Weg nach Deutschland: Zulassung nach MiCA und die Frage der Verwahrung

Seit die EU-Verordnung MiCA vollständig greift, brauchen Anbieter von Kryptodienstleistungen in der EU eine Erlaubnis und können damit grenzüberschreitend arbeiten. Für dich als Käufer ist das der erste Filter: Steht ein Token nur an Plätzen, die diese Erlaubnis nicht haben, wird der Kauf nicht nur teuer, sondern auch rechtlich unübersichtlich.

Der zweite Punkt ist die Verwahrung. Liegt ein Token ausschließlich an einer Börse ohne EU-Erlaubnis, liegen auch deine Einheiten dort, und ein Rückzug auf eine eigene Wallet setzt voraus, dass der Token dort überhaupt unterstützt wird.

Steuerlich gilt in Deutschland weiterhin die einjährige Haltefrist für private Veräußerungsgeschäfte: Wer länger als ein Jahr hält, zahlt auf den Gewinn keine Einkommensteuer. Praktisch nützt diese Frist wenig, wenn du am Ende des Jahres keinen Käufer findest, der die Position zum angezeigten Kurs übernimmt. Die Haltefrist löst kein Liquiditätsproblem.

Unsere Einschätzung: Der Listenplatz sagt nichts über die Ausstiegstür

Aus Sicht der Redaktion ist die Rangliste nach Marktkapitalisierung für Anleger die am häufigsten missverstandene Zahl der Branche. Die Belege liegen in unserer Messung: Figure Heloc auf Rang neun ohne einen verzeichneten Handelsplatz, LEO auf Rang 18 mit vier Fünfteln des Umsatzes an einem kleinen Haus, ein Verhältnis von 0,0004 Prozent gegen einen Median von 2,23 Prozent. Eine Liste, die diese Fälle neben Bitcoin einsortiert, ordnet nach einer Größe, die für die Kaufentscheidung die falsche ist.

Dagegen spricht, dass ein dünner Markt nicht automatisch ein schlechtes Projekt bedeutet. Canton wird an 18 Plätzen gehandelt, darunter Kraken, und ein institutionell ausgerichteter Token braucht keinen hohen Privatkundenumsatz. Die Kennzahl ersetzt also keine Prüfung des Projekts, sondern beantwortet allein die Frage, zu welchem Preis du wieder herauskommst. Diese Frage stellt sich erst beim Verkauf, und dann ist sie nicht mehr zu verhandeln.

Dünner Handel: Unter 0,32 Prozent wird der Ausstieg zum Problem

  1. Rechne vor dem Kauf den Tagesumsatz gegen die Marktkapitalisierung. Unter einem halben Prozent gehört der Wert in eine andere Risikoklasse als ein Standardwert. Welche Häuser welche Werte überhaupt führen, zeigt der Vergleich der besten Kryptobörsen.
  2. Prüfe die Liste der Handelsplätze, nicht nur deren Anzahl. Verteilt sich der Umsatz auf wenige Namen ohne EU-Erlaubnis, fehlt der Rückweg. Die Häuser mit Zulassung stehen im Überblick der regulierten Kryptobörsen.
  3. Arbeite bei dünnen Werten mit Limitorders statt Marktorders und begrenze die Positionsgröße an einem Bruchteil des Tagesumsatzes. Welche Anbieter Limitorders und Teilausführungen sauber abbilden, siehst du im Vergleich der Krypto-Broker.

(Stand: 11. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Marktkapitalisierung und Handelsvolumen

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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