Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Hunter Bidens LAPTOP-Coin verliert 98 Prozent in Minuten

Der Token sollte die Verlierer des TRUMP-Coins entschädigen. Der Kurs brach ein, bevor die meisten ihren Airdrop überhaupt abgeholt hatten.

Biden-Laptop
5 Min. Lesezeit
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Kategorien: Altcoins

Hunter Biden hat am Mittwochmorgen einen Memecoin gestartet, der auf jenem Laptop aufbaut, der ihn zur politischen Pointe gemacht hat. Verkauft wurde das Ganze als Gegenentwurf zur Abzocke mit politischen Token. Nach weniger als einer Stunde Handel war der Kurs praktisch ausradiert. Die Ironie ist niemandem entgangen.

Was ist der LAPTOP-Memecoin und warum kommt er von Hunter Biden?

$LAPTOP ging am 9. September 2026 um 8:00 Uhr Ostküstenzeit auf Base live, dem von Coinbase entwickelten Ethereum-Layer-2, mit einem festen Angebot von einer Milliarde Token.

Biden stellte das Projekt als Rückeroberung eines Symbols dar. "They turned laptop into a weapon. I turned it into a token", schrieb er, warnte Halter im selben Atemzug aber ausdrücklich davor, von ihm eine Kursstütze zu erwarten. Beworben wurde der Token als Memecoin über Widerstandskraft, Wiedergutmachung und Erholung, verbunden mit einem direkten Seitenhieb auf die politische Konkurrenz: Knapp eine Million Wallets hätten mit dem TRUMP-Token zusammen 3,8 Milliarden Dollar verloren.

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Die Struktur war für einen Promi-Start ungewöhnlich. 30 Prozent gehen an die Gründer, Biden eingeschlossen, sechs Monate gesperrt und danach über zwei Jahre freigegeben. 20 Prozent an Airdrops. 10 Prozent in die Liquidität. Jeweils 5 Prozent an eine Stiftungskasse und an gemeinnützige Zwecke. Und 30 Prozent hängen an einer Liste öffentlicher Prognosen, darunter ein Sieg der Demokraten 2028, ein neues Bitcoin-Allzeithoch und ein Überholen von TRUMP nach Marktkapitalisierung. Trifft eine Prognose ein, werden die zugehörigen Token verbrannt. Trifft sie nicht ein, gehen sie an gemeinnützige Zwecke.

Auf dem Papier ist das ein durchdachteres Modell als bei den meisten politischen Token. Den Kontakt mit dem Orderbuch hat es nicht überlebt.

Wie schnell brach der LAPTOP-Kurs tatsächlich ein?

Sehr schnell, und die genauen Zahlen hängen davon ab, welchen Pool man beobachtet hat.

Nach einer viel zitierten Darstellung fiel der Token von einem Hoch bei knapp 199 Dollar auf ein Allzeittief von 1,36 Dollar, und das in 90 Minuten. Das entspricht einem Minus von 98 Prozent. Andere Daten nennen ein Hoch von 190,81 Dollar und ein Tief von 3,70 Dollar innerhalb der ersten Handelsstunde, mit einer Beruhigung bei 4,77 Dollar. DEXScreener zeigte kurz nach dem Start sogar eine Spitze bei 316,75 Dollar, gegen Mittag stand der Kurs bei rund 6 Dollar.

Die Bewertungen in diesem Fenster waren reine Rechenfiktion. Arkham-Daten zufolge lag die voll verwässerte Bewertung kurzzeitig bei 144 Milliarden Dollar, während im Liquiditätspool rund 48.000 Dollar lagen. The Block berichtete von einer Spitzenkapitalisierung nahe 110 Milliarden Dollar, gefolgt von einem Rückgang um mehr als 99 Prozent.

Diese Lücke ist die eigentliche Geschichte. Multipliziere einen dünnen, illiquiden Streubesitz mit einem Nennangebot von einer Milliarde Token, und du kannst jede Marktkapitalisierung ausweisen, die dir gefällt. Sie bedeutet nichts. Bei nur 10 Prozent des Angebots für Liquidität gegenüber 35 Prozent Freigabe zum Start reichten ein paar Verkaufsorders von Airdrop-Empfängern völlig aus, um den Kurs zu zerlegen.

Hat LAPTOP die TRUMP-Verlierer wirklich entschädigt?

Hier fällt die viral gegangene Darstellung auseinander, und das gehört korrigiert, weil sie überall nachgeplappert wird.

Die Schlagzeile lautete: 20 Prozent per Airdrop an Leute, die mit TRUMP Geld verloren haben. Die tatsächliche Aufteilung sieht anders aus. Von diesen 20 Prozent waren lediglich 2 Prozent des Gesamtangebots für Trader mit TRUMP-Verlusten vorgesehen, verteilt über Partnerbörsen, die ihre Zugangskriterien selbst festlegen. Weitere 8 Prozent gingen an die Substack-Abonnenten von Biden, Stichtag 6. September. Die restlichen 10 Prozent sind eine spätere Runde nach Ermessen der Stiftung, die über Zeitpunkt und Empfänger entscheidet.

Der Entschädigungsanteil war also ein Zehntel dessen, was die Schlagzeile suggeriert hat, abgewickelt über Börsen mit unveröffentlichter Berechnungsmethode und ohne bestätigten Anspruchsweg für eine Wallet, die TRUMP einfach vom Januar-Hoch 2025 nach unten durchgehalten hat. Der größte Airdrop-Block ging derweil an Bidens eigene Newsletter-Liste.

Für alle, die den Token noch halten, sind die zweiten 10 Prozent das größere Problem. Ein Airdrop nach Ermessen und ohne Datum ist kein Freigabeplan, sondern ein Angebotsüberhang, der jederzeit einschlagen kann.

Wer war vor dem Start positioniert?

Die Onchain-Daten des ersten Tages zeichnen ein unangenehmes Bild.

Eine von Arkham dem Projekt zugeordnete Multisig-Wallet erhielt eine Woche vor dem Start 100 Millionen Token, also ein Zehntel des Angebots, und hatte davon rund 42,5 Millionen wieder abgestoßen. Vier Tage vor dem Start gingen 15,5 Millionen Token über eine Zwischenadresse an den Market Maker GSR. Rund 14,5 Millionen Token, die größte einzelne Zuweisung vor dem Handelsstart, landeten etwa zwei Stunden vor Handelsbeginn bei einer nicht identifizierten Wallet.

Auf der Käuferseite sah es deutlich schlechter aus. Bubblemaps stellte fest, dass mehr als 80 Prozent der Wallets, die den Token gekauft hatten, nach dem Start im Minus lagen, insgesamt über 11.500 Wallets. Rund 60 Prozent der größten Halter waren frische Wallets, die erst in den zehn Tagen davor befüllt worden waren.

Nichts davon ist als Fehlverhalten belegt, und Zuweisungen an Market Maker vor einem Start sind Branchenstandard. Aber das Muster ist bekannt: Insider und Market Maker mit Bestand vor der Eröffnung, Privatanleger, die die erste grüne Kerze kaufen, und ein Liquiditätspool, der viel zu flach ist für das, was danach kommt.

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Sind politische Memecoins damit am Ende?

Wahrscheinlich nicht, auch wenn die Halbwertszeit immer kürzer wird.

TRUMP brauchte Monate, um vom Januar-Hoch 2025 über 73 Dollar auf das heutige Niveau von rund 2,22 Dollar durchzurutschen. LAPTOP hat dieselbe Strecke in der Zeit erledigt, die man zum Kaffeekochen braucht. Innerhalb einer Stunde nach dem Start tauchten mindestens 14 Nachahmer-Token auf anderen Chains auf, teils mit absurden Bewertungen bei praktisch keinem Handelsvolumen. Das ist ein eigenes Signal darüber, wer dieses Spiel noch spielt.

Wirklich interessant ist die Frage, ob der Prognose-Burn langfristig etwas bewirkt. 30 Prozent des Angebots hängen in einer Konstruktion, die Token entweder vernichtet oder an gemeinnützige Zwecke weitergibt, je nachdem, was in der Realität passiert. Das ist immerhin der Versuch, etwas anderes zu bauen als Start und Abgang. Ob dann noch jemand hält, wenn diese Ereignisse entschieden sind, ist eine andere Frage.

Für den Moment bleibt die Lektion, die Memecoin-Trader immer wieder neu lernen: Ein Token, der die letzte Abzocke ausbügeln will, ist noch immer ein Token mit 10 Prozent Liquidität, 35 Prozent Freigabe am ersten Tag und keinem Mechanismus, der den Kurs steigen lässt.

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