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Circle wird zur Bank: Was die OCC-Genehmigung für den USDC bedeutet

Der USDC-Herausgeber knackt eine Hürde, die vor ihm kein Stablecoin-Unternehmen in dieser Größe erreicht hat – und das ändert, wie der größte regulierte Stablecoin abgesichert ist.

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Kategorien: Crypto News

Circle hat die finale Genehmigung des US-amerikanischen Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erhalten, um eine nationale Treuhandbank zu gründen – einer der größten regulatorischen Meilensteine, den je ein Stablecoin-Herausgeber in den USA erreicht hat. Die neue Gesellschaft mit dem offiziellen Namen First National Digital Currency Bank, N.A. wird unter dem Namen Circle National Trust und unter direkter Bundesaufsicht operieren. Damit rückt der größte regulierte Stablecoin der Welt, USDC, so tief in das US-Bankensystem wie nie zuvor.

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Wofür genau hat Circle mit dieser OCC-Genehmigung grünes Licht bekommen?

Die OCC hat Circle eine sogenannte De-novo-Charta für eine nationale Treuhandbank erteilt. Damit darf das Unternehmen Circle National Trust als bundesweit reguliertes Institut gründen und betreiben. Wichtig dabei: Es handelt sich um eine Treuhandbank, nicht um eine klassische Geschäftsbank – sie darf keine Einlagen von Privatkunden entgegennehmen und keine Kredite vergeben. Was sie darf: Kundenvermögen nach strengen treuhänderischen Standards verwahren – genau die Rolle, die nationale Treuhandbanken seit Jahrzehnten übernehmen.

Zum Start bietet Circle National Trust treuhänderische Krypto-Verwahrung (Custody) für Circle und dessen Tochtergesellschaften an. Der von der OCC genehmigte Geschäftsplan lässt die Tür offen, künftig auch eine begrenzte Zahl institutioneller Kunden zu bedienen – vor allem Banken, Finanzinstitute und regulierte Derivate-Organisationen, je nach Nachfrage.

Warum ist die OCC-Treuhandbank für den USDC so wichtig?

Bislang wurden die Barmittel und kurzlaufenden US-Staatsanleihen, die den USDC absichern, von externen Bankpartnern gehalten. Mit der eigenen Treuhand-Charta auf Bundesebene ist Circle in der Lage, diese Reserven im Milliardenbereich künftig unter eigener, bundesweit regulierter Verwahrung zu halten – und die Abhängigkeit von externen Banken zu reduzieren.

Warum das entscheidend ist:

  • Das Reserve-Management ist das eigentliche Ziel. Die Charta ist so angelegt, dass Circle künftig die USDC-Reserve selbst verwalten kann, was diese Abläufe unter die OCC-Aufsicht bringen würde. Das ist allerdings für eine spätere Phase geplant, nicht für den Start.
  • Zuerst kommt die Verwahrung. Wenn die Bank öffnet, liegt ihre Hauptaufgabe in der treuhänderischen Verwahrung für Circle und seine Tochtergesellschaften.
  • Sie senkt die Hürde für Institutionelle. Die Bundesaufsicht macht es für Banken, Vermögensverwalter und andere regulierte Firmen einfacher, mit mehr regulatorischer Klarheit auf Circles Infrastruktur aufzubauen.

CEO Jeremy Allaire bezeichnete die Genehmigung als einen entscheidenden Schritt, um Blockchain-Technologie und digitale Assets ins Herz des US-Finanzsystems zu bringen. Die Bundesaufsicht sieht er als neuen Standard für Transparenz und Governance.

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Wie passt das ins größere Rennen um die Stablecoin-Regulierung?

Circle ist nicht allein unterwegs. Die Genehmigung fällt in eine Welle von Krypto-Firmen, die nach dem Status einer Bundesbank streben. Die OCC hatte bereits im Dezember 2025 bedingte Genehmigungen an Circle, Ripple, Paxos, BitGo und Fidelity Digital Assets erteilt – BitGo wurde inzwischen zur vollen Genehmigung hochgestuft. Crypto.com sicherte sich Anfang 2026 eine OCC-Verwahrlizenz, und von Coinbase bis hin zu klassischen Finanzriesen haben sich weitere Namen in die Warteschlange eingereiht.

Der Hintergrund ist der GENIUS Act, das bundesweite Regelwerk, das Reserve-, Melde- und Compliance-Vorgaben für zugelassene Stablecoin-Herausgeber festlegt. Circles Charta wird weithin so gelesen, dass sie USDC seine Position als etablierten Platzhirsch in einer neu regulierten Stablecoin-Welt zementiert.

Gibt es Gegenwind gegen die OCC-Charta-Vergabe?

Ja. Nicht alle sehen die Ausweitung unkritisch. Einige Bankenverbände stellen die Entscheidung der OCC infrage, nationale Chartas an Krypto-Unternehmen zu vergeben – mit dem Argument, dass Krypto-Treuhandbanken bankähnliche Leistungen anbieten könnten, ohne denselben Regeln wie vollwertige Kreditinstitute zu unterliegen. Senatorin Elizabeth Warren bezweifelt separat, ob diese Firmen überhaupt die Voraussetzungen des National Bank Act erfüllen.

Bislang hat dieser Widerstand das Tempo der Genehmigungen nicht gebremst – aber er zeigt, dass der Rahmen, der diese Chartas ermöglicht, weiterhin rechtlicher oder gesetzgeberischer Prüfung ausgesetzt sein könnte.

Was ist mit der Circle-Aktie (CRCL) nach der Nachricht passiert?

Die Circle-Aktie (NYSE: CRCL) schnellte nach der Ankündigung deutlich nach oben – im vorbörslichen Handel zeitweise zweistellig, bevor sie den Handelstag mit einem Plus von rund 5 % beendete. Der USDC selbst hielt als Stablecoin seine Dollar-Bindung – die Marktreaktion spielte sich in Circles Aktie ab, nicht im Token.

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