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Japan und Krypto, ein einzigartiger Fall

Crypto News

Japan, die spirituelle Heimat der Kryptowährungen, wo unter anderem Bitcoin.com seinen Sitz hat, die Kryptobörse Mt. Gox gegründet wurde, aus dem angeblich der mysteriöse Schöpfer von Bitcoin Satoshi Nakamoto stammt und in dem Kryptowährungen legal sind. Doch die ganze Entwicklung aus dem Land der aufgehenden Sonne sind in der westlichen Welt häufig immer noch schwer zu verstehen. Was kann man mit Kryptowährungen kaufen und von wo aus? Wie werden digitale Vermögenswerte von den Behörden und der Gesetzgebung betrachtet?

Die Blockchain-Technologie könnte sich in Japen noch weiter entwickeln, da kürzlich ein prominenter Pro-Blockchain-Politiker, Takuya Hirai, zum Minister für Wissenschaft, Technologie und IT ernannt wurde.

Hausfrauen haben eine wichtige Rolle

Frauen genießen eine einzigartige Stellung im japanischen Finanzsystem „okozukai“, bei der auch die Kryptoindustrie keine Ausnahme bildet.  Frauen haben eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Bitcoin gespielt. In Japan werden sie Mrs. Watanabe genannt. Das bezeichnet eine Hausfrau, die die Finanzen ihrer Familie überwacht und leitet.

Ein Bericht über den inländischen Kryptowährungshandel im vergangenen Geschäftsjahr wurde am 10. April 2018 von der Financial Services Agency of Japan (FSA) veröffentlicht. Japan hat etwa 3,5 Millionen Menschen, die über ein Jahr Transaktionen in Höhe von mehr als 97 Milliarden US-Dollar abwickelten, wie die Daten aus siebzehn Kryptobörsen zeigen. Geschäftsleute im Alter von etwa 30 Jahren machen einen Großteil davon aus. 143.000 von ihnen arbeiten mit Margin-Trading und Termingeschäfte mit Krypto-Währung.

Marktbericht

Mitte 2018 hatte Japan einen äußerst dominanten Anteil am Welthandelsvolumen von BTC. Die beispiellose Popularität von Bitcoin wurde erneut deutlich, als das Paar BTC/JPY laut der CryptoCompare-Website im Juli fast 60% aller Transaktionen ausmachte. Auch wenn das BTC/USDT Paar aufgrund der stabilen Kursentwicklung an die Spitze gestiegen ist, hält der japanische Yen nach wie vor einen Platz in den Top-Vier-Währungen mit dem höchsten Handelsvolumen gegen Bitcoin. Inzwischen ist diese Zahl jedoch auf sieben Prozent gesunken, was achtmal niedriger ist als der Sommerwert.

Das jährliche Handelsvolumen in Verbindung mit Bitcoin ist seit 2014 im Land von 22 Millionen Dollar auf 97 Milliarden Dollar gestiegen, während der Handel mit Bitcoin als wichtigstem Vermögenswert, z.B. in Form von Futures, im gleichen Zeitraum von 2 Millionen Dollar auf 543 Milliarden Dollar gestiegen ist.

Regulationen

Nach einer Reihe von prominenten Hacks, darunter der berüchtigte Coincheck-Raub von 530 Millionen Dollar in digitaler Währung, hat die japanische Financial Services Agency (FSA) ihre Bemühungen zur Regulierung von Handel und Börsen verstärkt. Nach einer Änderung des Payment Services Act müssen nun Kryptowährungsbörsen bei der FSA registriert werden, um handeln zu dürfen – ein Prozess, der bis zu sechs Monate dauern kann und strengere Anforderungen sowohl an die Cybersicherheit als auch an AML/CFT stellt.

Sechzehn lokale Börsen, darunter Bitflyer, Bitbank, Bittrade und Bitocean, haben die Lizenz der FSA für Finanztransaktionen erhalten, während etwa sechzehn Börsen einen vorübergehenden Status als „quasi-operator“ erhielten.

Allgemeine Transaktionen

Die japanische Steuerbehörde überarbeitete die Normen im Februar 2018 und erhöhte die staatliche Steuer von 15 auf 55 Prozent, während die Gewinne aus Forex-Börsen und Trade Promotions mit einer Gebühr von bis zu 20 Prozent besteuert werden. Viele Influencer, darunter Koji Higashi, äußerten ihre Empörung darüber: „Es macht keinen Sinn, Bitcoin als Zahlungsmittel in Japan zu verwenden. Technisch gesehen kann man jetzt ein Auto mit Bitcoin kaufen, aber wegen der immensen Steuer ist es absolut unrentabel.“

Auf der anderen Seite erhalten Krypto-Händler in Japan nun den vollen Rechtsschutz für ihre Aktivitäten und ihr Vermögen. Sechs große Kryptowährungsbörsen haben bereits von japanischen Regulierungsbehörden Verbesserungsaufträge im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Geldwäsche (AML) und den Vorschriften des Know Your Customer (KYC) erhalten.

Bitcoin

Große Unternehmen, darunter Fluggesellschaften, Hotels und Einzelhandelsketten, aber auch Tausende von kleinen Verkäufern, akzeptieren in Japan Bitcoin. Für die Abwicklung von Zahlungen werden POS-Terminals verwendet, bei denen die Kryptowährungsbörsen integriert sind. Diese Terminals befinden sich hauptsächlich im Großraum Roppongi, insbesondere in Restaurants und Bars in Tokio.

Trotzdem hat Bitcoin die traditionelle Währung noch nicht vollständig ersetzt, da der Yen immer noch als Zahlungsmittel für Metrotickets, die Miete eines Hauses und den Kauf von Waren verwendet wird. Das weitreichende Netzwerk von Krypto-Automaten ermöglicht es jedoch den hartgesottenen Krypto-Unterstützern, Ihre Transaktionen fast vollständig mit Kryptowährungen durchzuführen.

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Dieser Artikel wurde vom Englischen ins Deutsche übertragen von:

Christian Rehm
Christian Rehm

Senior IT Consultant und Crypto Enthusiast immer auf der Suche nach interessanten Neuigkeiten.

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