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Studie: Verringerung der Außenhandelsfinanzierungslücke durch Blockchain

Blockchain News

Das WEF (World Economic Forum, Weltwirtschaftsforum) und Bain & Company haben eine neue Studie veröffentlicht, die prognostiziert, dass Blockchain das Handelsvolumen um 1 Billion Dollar erhöhen könnte. Die Distributed-Ledger-Technologien (DLT) könnten eine wichtige Rolle bei der Verringerung der globalen Handelsfinanzierungslücke spielen. Diese Studie wurde gemeinsam vom World Economic Forum und Bain & Company durchgeführt. Das WEF ist eine internationale Stiftung, die Wirtschaftskreisläufe und die öffentliche und private Zusammenarbeit von Unternehmen beobachtet.

Gerry Mattios, Expert Vice President bei Bain & Company, sagte,

Die Vorteile der Einführung von DLT im Handel werden alle betreffen, von Banken über Unternehmen bis hin zu Regierungen und Verbrauchern. Aber es muss kollaborativ und unter Berücksichtigung des Ökosystemansatzes gehandelt werden. Einzelne Maßnahmen, ohne Blick auf das große Ganze, werden nicht die erwarteten Ergebnisse bringen.

Die Umwandlung papierbasierter Dokumentationen in elektronische Formate und die Implementierung intelligenter Werkzeuge und Technologien tragen dazu bei, Handelsbeschränkungen zu verringern und die Bearbeitungszeiten an den Grenzen zu verringern, insbesondere für kleine Unternehmen und solche in risikoreicheren Entwicklungsländern.

WEF und Distributed-Ledger-Technologie

Laut der Studie gehören zum traditionellen Handel und zur Lieferkette verschiedene Akteure. Aus diesem Grund ist der Abgleich und die Authentifizierung von Daten sehr schwierig. Distributed Ledger sind sichere, gemeinsam genutzte Datenbanken, bei denen jeder Beteiligte eine Kopie der gespeicherten Daten hat.

Wenn eine Übertragung von Geldern oder Daten aufgezeichnet wird, wird sie authentifiziert, transparent gemacht, allen Mitwirkenden gemeinsam zur Verfügung gestellt und sofort im gesamten Netzwerk aktualisiert. Nur zertifizierte Parteien können Transaktionen mit verschlüsselten digitalen Signaturen starten. Dabei werden sog. „Smart Contracts“ verwendet, eine digitale Regel, die Verträge ohne Dritte authentifiziert und umsetzt. Die Struktur des Systems ist schneller, kostengünstiger und sicherer als manuelle Systeme.

Die WEF-Studie zeigt weiter, dass die Distributed-Ledger-Technologie dafür geeignet ist, einige Fehlerquellen im Handel und in Lieferketten durch die folgenden Funktionen zu reduzieren:

  • Schnellere Kreditrisikobewertung duch die Transaktionshistorie
  • Minimierung menschlicher Fehler bei der Dokumentenprüfung
  • Sofortige Verifikation und Abgleich von Einträgen
  • Automatische Ausführung von Workflow-Schritten durch Smart Contracts
  • Schneller, sicherer und kostengünstiger Datenaustausch.

Die Asian Development Bank gibt an, dass es im Jahr 2017 eine Handelsfinanzierungslücke von 1,5 Billionen US-Dollar gab. Dies entsprach etwa 10% des weltweiten Warenhandelsvolumens. Dies ist für die asiatischen Länder von entscheidender Bedeutung, da fast drei Viertel des gesamten Import- und Exportgeschäfts in Asien abgewickelt werden. Südkorea ist der größte Emittent von Importakkreditiven, gefolgt von Bangladesch und China sowie Hongkong, den größten Märkten für die Avision von Exportakkreditiven. Die kleinen und mittleren Unternehmen sind für 75% der gesamten Handelslücke verantwortlich.

Die Blockchain ist in diesem Szenario so gefragt, da sie effizienter und kostengünstiger ist. Die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) hat DLT implementiert, um die Zeit für die Einreichung, Überprüfung und Genehmigung einer internationalen Handelstransaktion von über einer Woche auf nur 2,5 Stunden zu verkürzen. Der Pilotversuch wurde in Spanien durchgeführt, und die Zahlung erfolgte mit einem Akkreditiv, das von der BBVA in Spanien eröffnet und von Bancomer in Mexiko avisiert wurde.

Verwendung der Blockchain

Heutzutage ist die Blockchain auch in vielen anderen Bereichen neben Kryptowährungen weit verbreitet. Auch die Dubaier Bank Emirates NBD plant, Scheckbetrug durch den Einsatz von Blockchain-Technologie zu reduzieren. „Check Chain“ ist der Name des Projekts, das zum Einsatz gebracht werden soll. Dessen einziger Zweck besteht darin, scheckbezogene Betrugsfälle zu reduzieren. Emirates NBD ist, gemessen an der Bilanzsumme, eine der größten Bankengruppen im Mittleren Osten.

In diesem Zusammenhang unterstützt Check Chain einen einzigartigen QR-Code (Quick Response), der auf jedes Blatt der jüngst ausgegebenen Scheckbücher gedruckt wird. Dieser QR-Code registriert dann jeden Scheck auf der Blockchain-Plattform der Bank und garantiert, dass die Bankmitarbeiter nach Erhalt und Verrechnung des Schecks mit der ICCS-Technologie der Bank die Echtheit und den Ursprung des Schecks überprüfen können.

Auch Syrien lindert die humanitäre Krise durch Blockchain. Cryptoticker hat auch schon zuvor über die Verwendung von Blockchain in Syrien berichtet. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen nutzt die Ethereum Blockchain, um Flüchtlingen in Krisenlagen innerhalb Syriens zu helfen. Das Programm war ein großer Erfolg und über 10.000 Flüchtlinge im Großraum Damaskus hatten Zugang zu Lebensmitteln. Die Vereinten Nationen haben großes Interesse daran gezeigt, das Programm nach seinem Erfolg auf die von Kriegen betroffenen Länder in der Nähe auszuweiten.

Die Forschung sagt ferner voraus, dass die Distributed-Ledger-Technologie, wenn sie von allen Beteiligten richtig eingesetzt wird, die Betriebskosten der Handelsfinanzierung um 50-70% senken und die Bearbeitungszeiten je nach Handelsfinanzierungsprodukt um das Drei- bis Vierfache verkürzen könnte. Das Potenzial für mehr Effizienz durch Distributed Ledger und andere Technologien hat verschiedene Finanzinstitute und Unternehmen dazu veranlasst, Proof-of-Concept Projekte zu starten.

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Dieser Artikel wurde vom Englischen ins Deutsche übertragen von:

Christian Rehm
Christian Rehm

Senior IT Consultant und Crypto Enthusiast immer auf der Suche nach interessanten Neuigkeiten.

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