OneCoin Entschädigung: US-Justizministerium öffnet Verfahren für Opfer
Das US-Justizministerium hat ein Entschädigungsverfahren für OneCoin-Opfer gestartet, um einen Teil der verlorenen 4 Milliarden Dollar zurückzuerstatten.

Das US-Justizministerium (DOJ) hat offiziell ein Entschädigungsverfahren für die Opfer des OneCoin-Betrugs eingeleitet. OneCoin gilt als eines der größten und berüchtigtsten Schneeballsysteme in der Geschichte der Kryptowährungen. Zwischen 2014 und 2019 wurden weltweit Millionen von Anlegern um insgesamt über 4 Milliarden Dollar betrogen.
Nach erfolgreichen Beschlagnahmungen von Vermögenswerten bei den Drahtziehern des Scams stellt das DOJ nun mehr als 40 Millionen Dollar zur Verfügung. Diese Gelder sollen im Rahmen eines sogenannten "Remission Process" an geschädigte Investoren zurückfließen.
So fordern Sie Ihre OneCoin-Entschädigung an
Opfer, die zwischen 2014 und 2019 die betrügerische Kryptowährung OneCoin erworben haben, können ab sofort einen Antrag auf Entschädigung stellen. Das Verfahren wird von der Abteilung für Geldwäsche und Vermögensabschöpfung des US-Justizministeriums verwaltet.
- Offizielle Webseite: www.onecoinremission.com
- Frist: Anträge müssen bis spätestens 30. Juni 2026 eingereicht werden.
- Verwalter: Kroll Settlement Administration LLC.
Was war das OneCoin-System?
OneCoin wurde 2014 von Ruja Ignatova (bekannt als „Cryptoqueen“) und Karl Sebastian Greenwood gegründet. Das Projekt wurde als revolutionäre digitale Währung vermarktet, die angeblich $Bitcoin ablösen sollte. Mit Hauptsitz in Sofia, Bulgarien, operierte das Unternehmen über ein Multi-Level-Marketing-Netzwerk (MLM). Nutzer erhielten Provisionen für das Anwerben neuer Mitglieder, die „Bildungspakete“ kauften, welche angeblich OneCoin-Mining-Rechte enthielten.
In der Realität besaß OneCoin keine echte Blockchain und keinen legitimen Marktwert. Während Greenwood 2023 zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, ist Ruja Ignatova weiterhin flüchtig und steht auf der Liste der Top Ten Most Wanted des FBI.
Die Steuerzeit steht vor der Tür. Hast du schon ein Krypto-Steuer-Tool ausgewählt? Schau dir unseren Vergleich anVermögensabschöpfung und Rückerstattung
Die aktuelle Entschädigungssumme resultiert aus jahrelangen Ermittlungen und Prozessen im südlichen Bezirk von New York. Das Justizministerium nutzt die Einziehung von Vermögenswerten, um Luxusgüter, Bankkonten und Immobilien zu beschlagnahmen, die mit gestohlenen Geldern erworben wurden.
„Die heutige Ankündigung ist ein wichtiger Schritt zur Rückgabe von Geldern an die Geschädigten“, erklärte US-Staatsanwalt Jay Clayton. „Auch wenn keine Rückzahlung den Schaden vollständig ungeschehen machen kann, wird unser Büro weiterhin daran arbeiten, kriminelle Erlöse zu beschlagnahmen.“
Die derzeit verfügbaren 40 Millionen Dollar machen nur einen Bruchteil des Gesamtschadens aus, sind aber ein wichtiger Meilenstein für Opfer, die jahrelang auf Gerechtigkeit gewartet haben.
Teilnahme am Verfahren für deutsche Anleger
Das Entschädigungsverfahren steht internationalen Opfern offen, was die globale Dimension des Betrugs widerspiegelt. Um teilzunehmen, sollten Betroffene:
- Das offizielle Portal OneCoin Remission besuchen.
- Das "Petition Form" (Antragsformular) herunterladen und ausfüllen.
- Belege über das Datum und die Höhe ihrer OneCoin-Investitionen beifügen.
- Den Antrag vor der Frist am 30. Juni einreichen.
Investoren sollten jedoch vorsichtig vor neuen Krypto-Betrugsmaschen sein, die behaupten, den Prozess gegen eine Gebühr beschleunigen zu können. Das offizielle DOJ-Verfahren verlangt keine Vorauszahlungen.
Die Suche nach der "Cryptoqueen" geht weiter
Während das Entschädigungsverfahren anläuft, bleibt die Fahndung nach Ruja Ignatova aktiv. Das FBI und die IRS-CI vermuten, dass sie ihr Aussehen durch plastische Chirurgie verändert haben könnte.
Der Erfolg des DOJ bei der Rückgabe von über 12,5 Milliarden Dollar an Verbrechensopfer seit dem Jahr 2000 unterstreicht die Bedeutung solcher Programme. Der Fall OneCoin bleibt eines der komplexesten Verfahren im Bereich Krypto-Börsen und Betrug.


























