Niederlande besteuern unrealisierte Krypto-Gewinne: Das kommt auf dich zu

Die Niederlande planen die Besteuerung unrealisierter Krypto-Gewinne. Erfahre, wie das neue "Box 3" System deinen Bitcoin-Kurs und deine Assets beeinflusst.

Maximilian Schmidt

Maximilian Schmidt

Kryptosteuer
Categories: Steuern

Die niederländische Steuerlandschaft steht vor einem riesigen Umbruch. Jahrelang haben Anleger in den Niederlanden unter einem System "fiktiver Renditen" in der sogenannten Box 3 gelebt. Doch nach einigen Urteilen des Obersten Gerichtshofs muss die Regierung jetzt handeln. Geplant ist das neue Gesetz "Wet werkelijk rendement box 3" (Gesetz über die tatsächliche Rendite), das eine echte Vermögenszuwachssteuer einführen soll.

Für Krypto-Halter ist das eine krasse Änderung. Anders als bisher werden dann nämlich unrealisierte Kursgewinne besteuert. Das heißt: Du zahlst Steuern auf die Wertsteigerung deines $Bitcoin-Kurs, selbst wenn du kein einziges Stück verkauft hast.

So funktioniert die neue Vermögenszuwachssteuer

Der Kern der Reform, die voraussichtlich Januar 2028 in Kraft tritt, ist der Wechsel von "angenommenen" Renditen hin zu tatsächlichen Renditen. Die Steuerbehörde (Belastingdienst) schaut sich dein Gesamtvermögen am Anfang und am Ende des Jahres an.

Steuern auf "Papiergewinne"

Wenn du $Ethereum oder andere Coins hältst, wird die Differenz des Marktwerts zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember berechnet.

  • Kursanstieg: Ist dein Portfolio um 10.000 € gewachsen, gilt dieser Betrag als steuerpflichtiges Einkommen – auch wenn die Coins sicher auf deiner Hardware Wallet liegen.
  • Staking & Yield: Einnahmen aus Staking oder Lending werden ebenfalls direkt als Teil der tatsächlichen Rendite verbucht.

Der geplante Steuersatz

Aktuell sieht der Plan einen flachen Steuersatz von 36% auf diese Renditen vor. Es soll wohl einen kleinen Freibetrag von ca. 1.800 € pro Person geben, der sich aber auf die Rendite und nicht auf das Gesamtvermögen bezieht.

Krypto-Börsen und die DAC8-Richtlinie

Damit auch niemand "vergisst", seine Bestände anzugeben, setzen die Niederlande die EU-Richtlinie DAC8 um. Das bedeutet, dass Krypto-Börsen und Dienstleister Nutzerdaten automatisch an die Finanzämter melden müssen.

Der Belastingdienst wird deine Daten also direkt von den Plattformen bekommen. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, lohnt sich der Einsatz professioneller Krypto-Steuer-Tools. So kannst du deine unrealisierten Gewinne tracken und erlebst keine bösen Überraschungen bei der Steuererklärung.

Was passiert bei einem Markt-Crash?

Viele Trader fragen sich zu Recht: Was ist im Krypto-Winter? Wenn der Wert deiner Assets sinkt, erlaubt das neue System einen Verlustvortrag:

  • Verrechnung: Du kannst Verluste mit Gewinnen im selben Jahr verrechnen.
  • Vortrag: Bleibt am Ende ein Nettoverlust übrig, kannst du diesen in zukünftige Jahre mitnehmen, um dort deine Steuerlast zu senken, wenn die Kurse wieder steigen.

Wie große Portale wie Deloitte berichten, ist der Plan zwar umstritten (vor allem wegen Liquiditätsproblemen, wenn man Assets verkaufen muss, um die Steuer zu zahlen), aber die Regierung zieht das Ding wohl durch, um rechtssicher zu bleiben.

Disclaimer: Dieser Artikel dient nur der Information und ist keine Finanz- oder Steuerberatung. Steuergesetze können sich ändern, besonders da der Vorschlag noch im Parlament diskutiert wird. Bitte sprich mit einem qualifizierten Steuerberater über deine persönliche Situation.

Maximilian Schmidt
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Maximilian Schmidt

Maximilian Schmidt ist ein erfahrener Journalist mit einem Schwerpunkt auf Finanz- und Technologieberichterstattung. Mit über einem Jahrzehnt in der Medienbranche hat er tiefgehende Einblicke in die Welt der digitalen Währungen gewonnen.

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