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Krypto-Tokens: Die Zukunft des indischen Krypto Markts

Altcoin News

Die Regierung Indiens erwägt die Einführung von Krypto-Tokens für Finanztransaktionen im Land, auch wenn das bestehende Verbot von Krypto-Währungen wahrscheinlich weiter gelten wird. „Krypto-Tokens arbeiten in einem geschlossenen System und beeinflussen nicht die Geldpolitik des Landes im Gegensatz zu Krypto-Währungen, die die Geldmengensituation stört. Viele Regierungen in der Welt erwägen die Verwendung von Krypto-Tokens“, sagte der Präsident der Digital Lender’s Association of India (DLAI), Alok Mittal.

Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, berichteten der indischen Nachrichtenagentur Daily News and Analysis (DNA), dass ein Ausschuss vom Finanzministerium unter dem Vorsitz des Sekretärs des Wirtschaftsministeriums (DEA) eingerichtet wurde und angeblich an einer Reihe von Vorschriften und einer Roadmap arbeitet, um die Verwendung bestimmter Krypto-Assets in Indien zu ermöglichen. Sobald die Verordnungsentwürfe fertig und rechtlich geprüft sind, werden sie dem Parlament vorgelegt.

Der DEA Sekretär Subhash Chandra Garg, der das Komitee leitet, wird von der DNA zitiert: „Das Komitee untersucht die Möglichkeit, Krypto-Währungen oder Krypto-Technologie (Distributed-Ledger-Technologie) für Finanztransaktionen zu verwenden und auch, welche Art von Vorschriften dafür notwendig sind… [obwohl] Kryptowährungen verboten sind, diskutiert das Komitee über ihre anderen Verwendungsmöglichkeiten und wie sie in Indien verbreitet werden können“.

Darüber hinaus berichtet DNA, dass im Gegensatz zu Krypto-Währungen, Blockchain-basierte Crypto-Token eine „Darstellung von Geld“ sind und „nicht anstelle von Fiat-Geld verwendet werden können“.

Das Komitee prüft, ob Krypto-Token zunächst Smartcards wie Metro Karten im öffentlichen Sektor ersetzen können. Auch in der Privatwirtschaft kann es in Treueprogrammen z.B. für Flugmeilen eingesetzt werden, bei denen die Nutzung auf den Kauf des nächsten Tickets beschränkt ist und nicht in Geld umgewandelt werden kann“, sagte ein hoher Beamter im Ministerium.

Indiens Haltung zu Krypto

Die Reserve Bank of India (RBI) hatte im April alle Banken angewiesen, ab dem 5. Juli 2018 den Handel mit Privatpersonen und Unternehmen in virtuellen Währungen einzustellen.

Herr Garg sagt dazu:

Die Bankenaufsicht hat Vorschriften erlassen. Sie hat den Banken verboten, mit irgendjemandem Kryptowährungen zu handeln. Wir glauben nicht, dass das überhaupt Währungen sind. Wir haben verschiedene Ratgeber herausgegeben, damit sich die Leute nicht damit befassen. Wir betrachten das als eine Art Schneeballsystem, deswegen halten wir es für gefährlich und haben Kryptowährungen in diesem Land verboten.

Ein hoher Beamter erklärt, dass Benutzer Fiat Geld bezahlen müssen, um einen Krypto Token zu kaufen, der als Code in Mobiltelefonen gespeichert werden könnte. Krypto Token sind, im Gegensatz zu Kryptowährungen, aus technologischer und regulatorischer Sicht einfacher zu implementieren, fügte der Beamte hinzu.

Das Gremium, das im Dezember 2017 unter dem Sekretär des Wirtschaftsministeriums Subhash Chandra Garg eingesetzt wurde, sollte bis Juli seinen Vorschlag zur Regulierung von Kryptowährungen vorlegen. Allerdings sagt ein hochrangiger Regierungsbeamter, der in die Podiumsdiskussion eingebunden ist, dass das aktuell schwierig aussieht.

Warum haben sich Kryptowährungen in Indien nicht durchgesetzt?

Während digitale Währungen aufgrund ihrer relativen Leichtigkeit bei grenzüberschreitenden Transaktionen die Zukunft des Zahlungsverkehrs sein werden, hat ihr Mangel an Regulierung zu einem Missbrauch der derzeit verfügbaren Kryptowährungen geführt. Zudem sind sie aufgrund ihrer extrem volatilen Bewegungen auch als Wertaufbewahrungsmittel ungeeignet. So haben die RBI und andere Zentralbanken die Verwendung dieser Währungen stark eingeschränkt.

Die Krypto-Community in Indien hatte auch mit einem Ansturm von Verbrechen und Betrügereien zu kämpfen, welche die öffentliche Wahrnehmung von Kryptowährungen beeinträchtigt hat. Der bekannteste Betrug wurde 2017 bekannt, nachdem Amith Bhardwaj, Gründer der Krypto Firma Gainbitcoin, von seinen Investoren des Betrugs in Höhe von 300 Millionen Dollar beschuldigt wurde. Dieser Fall erregte auch durch die Beteiligung von Prominenten, wie dem britischen Geschäftsmann Raj Kundra, große Aufmerksamkeit in den Medien.

Eine beträchtliche Anzahl indischer Exchanges hat ihren Betrieb entweder momentan gestoppt oder bereits teilweise eingestellt: BTCXIndia und ETHEXIndia waren die ersten Opfer, die sich bereits im März, als das RBI-Verbot noch nicht angekündigt worden war, für die Schließung entschieden haben. Als Hauptgrund für die Schließung nannte BTCXIndia den „negativen Ansatz zu Kryptos“ der indischen Regierung.

„Das ist ein schwieriges Thema, bei dem sich die Technik ständig verändert. Das ist der Grund, warum es einige Zeit dauert vernünftige Regeln aufzubauen“ sagte Herr Garg. Der inter-ministerielle Ausschuss (IMC), der sich aus Mitgliedern von RBI, Sebi und dem IT-Ministerium zusammensetzt, sollte seinen Bericht im Juli abgeben. „Sobald wir unsere Arbeit vollendet haben, werden wir sie veröffentlichen. Es ist nicht ratsam, einen Zeitplan vorzugeben“, sagte er.

Die Zukunft des indischen Finanzwesens

„In Anbetracht der damit verbundenen Risiken wurde beschlossen, dass die von der RBI beaufsichtigten Unternehmen ab sofort keine Dienstleistungen für Einzelpersonen oder Unternehmen mehr erbringen dürfen, die sich mit [virtuellen Währungen] befassen oder diese abwickeln“, so die Bank in einer Erklärung. Diejenigen, die bereits Kryptowährungsdienste anbieten, müssen die Beziehungen innerhalb einer bestimmten Zeit beenden, die die Bank später bekannt geben wird.

Das Fehlen einer ordnungsgemäßen Regulierung des Krypto Markts durch SEBI oder einer anderen Regulierungsbehörde ist schmerzhaft spürbar. Es ist unklar, ob genügend Kapital zur Verfügung steht, um die Trades auf diesen Plattformen zu abzusichern, oder ob die Träger über die erforderlichen Qualifikationen und Sicherheiten verfügen, außerdem ist nicht gesichert, ob die Exchanges generell ehrlich arbeiten. Dies kann zu enormen Verlusten für Investoren führen, die ein Problem ähnlich dem NSEL-Betrug verursachen, ohne dass jemand die Schuld dafür trägt.

SEBI muss den Anlegerschutz sicherstellen, damit der Markt die Krypto-Assets vollständig nutzen kann. Es scheint jedoch ein echtes Interesse an Krypto-Assets und deren Handel zu bestehen. Dies zu verbieten oder aktiv zu verhindern, wird nur zu verkümmertem Wachstum in Indien führen, was in Zukunft Probleme verursachen wird. Der Handel mit diesen Vermögenswerten an den öffentlichen Börsen National Stock Exchange (NSE) und Bombay Stock Exchange (BSE) wird es vereinfachen sie nachzuvollziehen und transparenter machen. Kryptowährungen treten in ihre entscheidende Wachstumsphase ein und der Versuch, ihre Einführung zu verhindern, indem sie ihre Verbreitung einschränken, könnte sich als kostspieliger Schritt für die Zukunft der indischen Finanzen erweisen. Doch mit diesem Schritt scheint es, als würde Indien endlich den richtigen Weg einschlagen und Schritte in die richtige Richtung unternehmen.

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Dieser Artikel wurde vom Englischen ins Deutsche übertragen von:

Christian Rehm
Christian Rehm

Senior IT Consultant und Crypto Enthusiast immer auf der Suche nach interessanten Neuigkeiten.

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