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Deutschland geht mit Blockchain Strategie an den Start

Europas Haltung gegenüber den Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie ist schon immer viel offener, als die der USA und das, obwohl Europa eine der niedrigsten Akzeptanzquoten überhaupt hat. Doch kryptofreundlichere Regulierungen wie z. B. die von Malta haben zahlreiche große Unternehmen, […]

Jan Philipp Albrecht

Jan Philipp Albrecht

April 14, 2020 11:13 PM

Deutschland geht mit Blockchain Strategie an den Start

Europas Haltung gegenüber den Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie ist schon immer viel offener, als die der USA und das, obwohl Europa eine der niedrigsten Akzeptanzquoten überhaupt hat. Doch kryptofreundlichere Regulierungen wie z. B. die von Malta haben zahlreiche große Unternehmen, darunter auch welche aus China, in die EU gelockt. Von den anderen EU-Ländern verfolgt hingegen kaum eines eine öffentlich bekannte Strategie dazu, wie man mit diesen neuen Technologien umgehen sollte. Dies verändert sich nun etwas in das Positive, da Deutschland ein Strategiepapier veröffentliche hat, das mehr Klarheit in die Situation bringen soll.

Die neue Blockchain Strategie

Am Mittwoch, den 18.09. veröffentlichte die deutsche Regierung nach umfassender Rücksprache mit Experten und Vertretern von diversen Unternehmen überraschenderweise eine neue Strategie zum Umgang mit Blockchain & Co., die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) erarbeitet wurde. Diese wurde in derselben Woche noch vom Kabinett der Bundeskanzlerin abgesegnet. Auch wenn man dabei auf große inhaltliche Ausführungen verzichtete, deckt die Strategie ein großes Feld von Anwendungsgebieten ab. Im Strategiepapier ist zwar die Rede von Open-Source-Modellen in Verbindung mit dezentralen Datenbanken, dabei möchte die Regierung jedoch nach wie vor als autoritäre Zwischeninstanz fungieren. Des Weiteren geht aus der Strategie das Interesse der Regierung hervor, die Blockchain in Bereichen der digitalen Identitäten, Wertpapieren und Unternehmensfinanzierung zu verwenden.

Aufzeichnungen von persönlichen und öffentlichen Daten

Einer der am detailliertesten beschrieben Bereiche im Strategiebericht handelt von dem Einsatz der Distributed Ledger Technologien (DLT) zur Digitalisierung von öffentlichen Aufzeichnungen und insbesondere denen, welche die Identitäten der Bürger betreffen. Aus dem Dokument geht hervor, dass die Regierung ein Pilot-Projekt zur Testung der Anwendungsfähigkeit der besagten Technologien, insbesondere in Bereichen wie etwa der Aufzeichnung von Familienständen, Dokumentenregistrierungen, Reisepässen und Personalausweisen starten wird. Es heißt: „Man wird überprüfen, ob die Blockchain-basierten digitalen Identitäten einen klaren Mehrwert gegenüber den bestehenden Lösungen bieten und ob sie auch in einer Art und Weise eingesetzt werden können, dass sie mit bestehenden Datenschutzgesetzen konform sind.“ Weiter wird ausgeführt:“ Es wurde ersichtlich, dass der Staat in der öffentlichen Wahrnehmung als zentraler Verantwortlicher bzw. Regulator der digitalen Identitäten gesehen wird.“ In diesem Sektor der Sicherung von digitaler Identität gibt es bereits private Unternehmen, die an geeigneten Lösungen arbeiten, jedoch konnte bisher keines von ihnen eine nennenswerte Akzeptanz erreichen. Dies ist womöglich auf die fehlende offizielle Unterstützung der Behörden zurückführen, was das Anwendungsgebiet enorm schmälerte.

Intelligente Verifikation und IoT

Ein anderes Gebiet, das im Zuge der Ausarbeitung der Strategie analysiert wurde, ist die Zertifizierung und Verifikation mithilfe von Smart-Contracts. Dieser Anwendungsbereich ist wie maßgeschneidert für die Blockchain Technologie. Ein Fall, der in dem Dokument analysiert wird, ist die Integration von IoT mit intelligenten Verträgen zur digitalen Identifizierung und Verifizierung von autonomen Geräten. Die Verwendung der Blockchain-Technologie, um die genannten Geräte zu identifizieren ist vorteilhaft, da die Spuren der Geräte unveränderlich auf der Blockchain abgespeichert werden, was wiederum die Administration erleichtert. Ein weiterer thematisierter Verwendungszweck für die Smart Contracts ist die Aufrechterhaltung von Standards und Zertifizierungen, wodurch schädliche und betrügerische Aktivitäten massiv eingedämmt werden dürften.

STOs

Die Security Token Offerings (Wertpapiertokenverkäufe) basierend auf dezentralisierten Technologien sind 2019 besonders im Kommen und Deutschland will mit der vollständigen Legalisierung von STOs den Trend zusätzlich unterstützen. Im Strategiepapier heißt es: „Wenn Wertpapiere über eine Blockchain herausgegeben werden würden, könnte die Abwicklung und Zahlung von Wertpapiertransaktionen… kosteneffizienter und schneller als bisher ausgeführt werden“. Dieser Teil des Strategiepapiers verdeutlicht sehr gut, was die eigentliche Intention und Existenzberechtigung der STOs ist. Solch ein Wertpapier wurde in Deutschland in diesem Jahr bereits von einem Start-Up in Form einer tokenisierten Anleihe, gestützt durch Immobilien-Assets, herausgegeben.

Stablecoins sind unerwünscht

Facebooks Projekt Libra hat so manche Regierungen und Politiker verärgert und aufgebracht. Einige von ihnen bezeichnen es als Bedrohung für die nationalen Währungssysteme. Und genau diese Angst ist es, die zu Anhörungen von Libra-Verantwortlichen im US-amerikanischen Kongress und Donald Trumps Posts auf Twitter geführt hat. Auch wenn sich die Lage mittlerweile etwas beruhigt hat, fiel die Reaktion der Europäer nicht großartig anders aus. Frankreich ist momentan der größte Kontrahent der Stablecoins, doch wie es aus dem Strategiebericht hervorgeht, vertritt auch Deutschland ähnliche Ansichten. Explizit heißt es: „Die Regierung wird daran arbeiten sicherzustellen, dass Stablecoins in keinster Weise eine Alternative zu staatlichen Währungen darstellen können.“ Wie genau dies umgesetzt werden soll, muss die Zeit zeigen.

Die deutschen Regierungsbehörden haben bereits in Vergangenheit ihr Missfallen an der fehlenden Regulierung geäußert, da sie befürchten Deutschland könnte auf der Strecke bleiben. Hinzu kam noch ein großer Druck von der Öffentlichkeit und den Investoren. Was auch immer für die Entwicklung der neuen Strategie gesorgt hat, sie ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Manche Punkte, wie etwa die harte Vorgehensweise gegen die Stablecoins, erscheinen vielleicht etwas übertrieben und könnten ggf. nochmal überarbeitet werden. In Anbetracht der Tatsache, dass Libra und Tether beide mit einem Währungskorb von nationalen FIAT-Währungen gedeckt sind, ergibt sich keine wirkliche Erklärung, inwiefern sie ein Interesse an der Gefährdung dieser Nationalwährungen, welche sie zum Funktionieren ihres Konzeptes brauchen, haben sollten. Erst recht ein zentralisiertes System wie Libra dient eher der Vermeidung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung als der Förderung dessen. Wie bei vielen anderen Sachen auch, neigt Europa hier zur leichten Übertreibung bei der Regulierung, was sich im Nachhinein vielleicht noch als richtig herausstellen wird. Wir warten es ab und werden berichten!

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