Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung dar. Der Kryptomarkt ist hochvolatils und geopolitische Ereignisse können unvorhersehbare Kursbewegungen verursachen. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch, bevor Sie investieren.

Krypto-Freigrenze 1.000 Euro: Rechenbeispiele für Singles und Ehepaare

Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben steuerfrei, solange sie im Jahr unter 1.000 Euro liegen. Ab 1.000 Euro ist der ganze Gewinn steuerpflichtig. Was für Ehepaare und mit Verlusten gilt, zeigen Rechenbeispiele mit dem Tarif 2026.

Goldene Bitcoin-Münze balanciert auf der Kante einer dunklen Marmorstufe
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8 Min. Lesezeit
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Aktualisiert am 22. Oktober 2026: neu gefasst mit Rechenbeispielen zum Tarif 2026, den Regeln für Ehepaare und für Verluste sowie dem Stand der geplanten Reform.

Die Krypto-Freigrenze beträgt 1.000 Euro im Jahr. Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben steuerfrei, wenn ihre Summe im Kalenderjahr weniger als 1.000 Euro beträgt (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG). Erreicht der Gesamtgewinn 1.000 Euro, ist er vollständig steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber. Die Grenze gilt seit dem Steuerjahr 2024, vorher lag sie bei 600 Euro. Bei zusammen veranlagten Ehepaaren steht sie jedem Partner für seine eigenen Gewinne zu.

Die Freigrenze betrifft nur Gewinne innerhalb der Jahresfrist: Wer Bitcoin oder Ether länger als zwölf Monate hält, verkauft ohnehin steuerfrei. Ein Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vom 30. September 2026 würde Kryptowerte, die nach dem 31. Dezember 2026 gekauft werden, der Abgeltungsteuer unterwerfen; an die Stelle der Freigrenze träte für sie der Sparer-Pauschbetrag. Das Bundeskabinett hat den Entwurf am 14. Oktober 2026 nicht beschlossen. Den Stand hält unser Überblick zur Krypto-Haltefrist-Reform fest, die Grundlagen stehen im Ratgeber Krypto Steuer in Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter 1.000 Euro steuerfrei: Bei 999 Euro Gesamtgewinn im Jahr zahlst du 0 Euro Steuer.
  • Ab 1.000 Euro der ganze Gewinn: Bei 1.000 Euro Gewinn und 50.000 Euro übrigem Einkommen sind es 353 Euro Einkommensteuer (Tarif 2026).
  • Alle Geschäfte zusammen: Krypto, Gold, Fremdwährungen und andere private Veräußerungen innerhalb der Frist zählen gemeinsam.
  • Ehepaare je 1.000 Euro: Jeder Partner hat eine eigene Freigrenze, ein ungenutzter Rest lässt sich nicht übertragen.
  • Verluste zuerst: Verluste desselben Jahres mindern den Gesamtgewinn, an dem die Freigrenze gemessen wird.
  • Staking getrennt: Für Staking- und Lending-Erträge gilt eine eigene Freigrenze von 256 Euro.

Freigrenze statt Freibetrag: die Rechnung an der 1.000-Euro-Kante

Ein Freibetrag zieht immer einen festen Betrag ab, besteuert wird nur der Rest. Eine Freigrenze wirkt wie eine Schwelle: Darunter ist alles frei, ab der Schwelle ist alles steuerpflichtig. Das Gesetz ist dabei genau. Steuerfrei bleibt ein Gesamtgewinn, der „weniger als 1 000 Euro“ beträgt, bei genau 1.000 Euro greift die Steuer also schon.

Wie groß der Unterschied ist, zeigt die Rechnung für eine ledige Person mit 50.000 Euro zu versteuerndem Einkommen ohne die Krypto-Gewinne, Tarif 2026 nach § 32a EStG, ohne Kirchensteuer:

Gesamtgewinn im JahrSteuer mit Freigrenze (geltendes Recht)Steuer, wenn es ein Freibetrag wäre
999 Euro0 Euro0 Euro
1.000 Euro353 Euro0 Euro
1.200 Euro424 Euro70 Euro
1.500 Euro530 Euro176 Euro
2.000 Euro709 Euro353 Euro

Ein Euro mehr Gewinn kostet an der Kante also 353 Euro Steuer. Von 1.000 Euro Gewinn bleiben nach Steuer 647 Euro übrig, weniger als von 999 Euro. Erst ab einem Gewinn von 1.546 Euro bleibt in diesem Beispiel nach Steuer wieder mindestens so viel wie bei 999 Euro.

Balkendiagramm: Steuer auf 1.000, 1.500 und 2.000 Euro Krypto-Gewinn mit Freigrenze 353, 530 und 709 Euro, als Freibetrag 0, 176 und 353 Euro

Was in die Krypto-Freigrenze zählt

Die 1.000 Euro gelten nicht je Coin und nicht je Börse, sondern für den Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften eines Kalenderjahres (Randnummer 53 des BMF-Schreibens zu Kryptowerten vom 6. März 2025). Dazu gehören:

  • Verkäufe und Tausche von Kryptowerten innerhalb von zwölf Monaten nach dem Kauf, auch der Tausch in einen Stablecoin (mehr dazu im Beitrag Krypto-Steuern erst bei Auszahlung),
  • physisches Gold, Silber und Fremdwährungen, die du innerhalb eines Jahres nach dem Kauf wieder verkaufst,
  • Grundstücke und Wohnungen, die du innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf verkaufst; für selbst bewohnte Immobilien gelten Ausnahmen.

Nicht dazu gehören Aktien, Fonds und Zinsen, denn das sind Einkünfte aus Kapitalvermögen mit eigenem Pauschbetrag. Auch Belohnungen aus Staking und Zinsen aus Lending zählen nicht mit: Sie sind sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG mit einer eigenen Freigrenze von 256 Euro, Einzelheiten im Ratgeber Staking Steuern.

Krypto-Freigrenze für Ehepaare: jeder Partner hat 1.000 Euro

Bei zusammen veranlagten Ehepaaren wird die Freigrenze weder verdoppelt noch geteilt, sondern je Person geprüft. Nach den amtlichen Hinweisen zum Einkommensteuergesetz (H 23 EStH, Stichwort Freigrenze) steht jedem Ehegatten die Freigrenze zu, „höchstens jedoch bis zur Höhe seines Gesamtgewinns“. Ein ungenutzter Rest des einen Partners hilft dem anderen also nicht.

FallGewinn Partner AGewinn Partner BEinkommensteuer darauf
Paar 1900 Euro900 Euro0 Euro, beide unter der Grenze
Paar 21.800 Euro0 Euro634 Euro

Beide Paare haben zusammen 1.800 Euro Krypto-Gewinn und 100.000 Euro übriges Einkommen im Splittingtarif. Paar 1 zahlt darauf nichts, Paar 2 zahlt 634 Euro, weil der ganze Gewinn bei einer Person liegt. Wer gemeinsam anlegt, hält deshalb fest, wem welcher Bestand gehört. Was bei einer Schenkung von Coins unter Ehepartnern gilt, steht im Beitrag Bitcoin an den Ehepartner schenken.

Balkendiagramm: Ehepaar mit je 900 Euro Gewinn 0 Euro Steuer, Ehepaar mit 1.800 Euro bei einer Person 634 Euro, Single mit 1.200 Euro 424 Euro, Single mit 1.200 Euro Gewinn und 250 Euro Verlust 0 Euro

Verluste und Freigrenze: erst verrechnen, dann prüfen

Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften gleichst du zuerst mit den Gewinnen desselben Jahres aus (§ 23 Abs. 3 Satz 7 EStG). Erst der Saldo ist der Gesamtgewinn, an dem die Freigrenze gemessen wird. Wer 1.200 Euro Gewinn aus Ether hat und im selben Jahr einen anderen Coin mit 250 Euro Verlust verkauft, kommt auf 950 Euro und bleibt steuerfrei. Ohne den Verlust wären bei 50.000 Euro übrigem Einkommen 424 Euro Einkommensteuer fällig.

Verluste, die im selben Jahr nicht aufgebraucht werden, mindern die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften des Vorjahres oder der Folgejahre (§ 23 Abs. 3 Satz 8 EStG). Mit Lohn, Mieten oder Aktiengewinnen lassen sie sich nicht verrechnen. Damit ein Verlust später zählt, gehört er in die Steuererklärung des Verlustjahres; das Finanzamt stellt ihn dann gesondert fest (§ 10d Abs. 4 EStG).

Ein Verlust entsteht wie ein Gewinn erst mit dem Verkauf oder Tausch. Ein Coin, der nur auf dem Papier im Minus steht, zählt nicht.

Krypto-Freigrenze und Sparer-Pauschbetrag: zweimal 1.000 Euro, zwei Regeln

Die gleiche Zahl führt oft zu Verwechslungen. Für Zinsen, Dividenden und Aktiengewinne gilt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro, für zusammen veranlagte Ehepaare 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG). Er ist ein echter Freibetrag: Nur der Teil darüber wird mit 25 Prozent Abgeltungsteuer belastet, und die Bank berücksichtigt ihn über den Freistellungsauftrag. Die Krypto-Freigrenze nach § 23 EStG ist dagegen eine Schwelle, die das Finanzamt erst in der Steuererklärung anwendet.

So prüfst du die Krypto-Freigrenze vor einem Verkauf

  1. Haltefrist prüfen: Liegt der Kauf mehr als zwölf Monate zurück, zählt der Verkauf nicht zur Freigrenze. Den Kaufzeitpunkt zeigt deine Börse, und nach jedem Tausch beginnt eine neue Frist.
  2. Gewinn richtig rechnen: Erlös minus Anschaffungskosten minus Gebühren. Bei mehreren Käufen derselben Sorte gelten für die Haltefrist die zuerst gekauften Coins als zuerst verkauft (Randnummer 61).
  3. Alles im Jahr addieren: Gewinne und Verluste aus allen Börsen und Wallets, dazu Gold und Devisen, vom 1. Januar bis zum 31. Dezember.
  4. Abstand zur Grenze kennen: Wer knapp unter 1.000 Euro liegt, sieht vor jedem weiteren Verkauf, ob dieser die Schwelle überschreitet.
  5. Belege sichern: Transaktionslisten exportieren; ein Krypto-Steuer-Tool erstellt daraus den Bericht für die Anlage SO.

Deinen Fall rechnest du mit dem CryptoTicker Steuerrechner durch. Schritt für Schritt am Beispiel Bitcoin führt der Ratgeber Bitcoin versteuern, die Zeilen der Anlage SO erklärt der Beitrag Krypto in der Steuererklärung: wo eintragen.

Dieser Beitrag erklärt die Rechtslage am 22. Oktober 2026 und ist keine Steuerberatung. Für deinen Einzelfall hilft eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater.

Häufige Fragen zur Krypto-Freigrenze

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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