Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen und gehebelte Aktien sind mit extremen Risiken verbunden.

MicroStrategy-Insolvenz: Ab welchem Kurs bricht die Bitcoin-Strategie zusammen?

Der Bitcoin-Bet von MicroStrategy steht vor dem Stresstest. Erfahren Sie, ab welchem BTC-Kurs die Insolvenzgefahr für Michael Saylors Imperium real wird.

MicroStrategy Solvenz
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Kategorien: BitcoinMicrostrategy

Die aggressive Akkumulationsstrategie von Strategy Inc. (ehemals MicroStrategy) ist seit Jahren das Hauptthema an der Wall Street. Mit einem Bestand von mittlerweile 712.647 BTC reagiert die Bilanz des Unternehmens extrem empfindlich auf den aktuellen Bitcoin Kurs.

Am 2. Februar 2026 stellen sich Investoren eine entscheidende Frage: Wie tief darf der Markt fallen, bevor das Modell des "Bitcoin Yield" strukturell scheitert?

Berechnung der "Gefahrenzone"

Obwohl Michael Saylor stets betont, dass es keinen Kurs gibt, bei dem das Unternehmen zum Verkauf gezwungen ist, nutzen Finanzanalysten die "statische Insolvenzrechnung", um den kritischen Punkt zu bestimmen. Aktuellen Daten zufolge belaufen sich die Verbindlichkeiten von MicroStrategy auf rund 15,5 Milliarden USD. Demgegenüber stehen etwa 1,4 Milliarden USD an liquiden Nicht-BTC-Vermögenswerten und das operative Softwaregeschäft.

Subtrahiert man die Nicht-Krypto-Assets von den Gesamtschulden und teilt dies durch den BTC-Bestand, ergibt sich ein kritischer Schwellenwert.

Die Formel:

(15,5 Mrd. $ - 1,4 Mrd. $) / 712.647 BTC = 19.770 $

Sollte der Bitcoin Kurs unter diese Marke fallen, wäre der Gesamtwert der Aktiva theoretisch niedriger als die Schuldenlast. Dies führt zwar nicht zu einer sofortigen Liquidation, würde aber vermutlich Warnungen der Wirtschaftsprüfer ("Going Concern") auslösen und die Kapitalbeschaffung über eine Krypto-Börse massiv erschweren.

Warum "Liquidation" bei Saylor anders funktioniert

Im Gegensatz zu einem privaten Trader, der auf einer Hebel-Plattform liquidiert wird, gibt es bei Strategy Inc. keinen klassischen "Margin Call". Ein Großteil der Schulden besteht aus unbesicherten Wandelanleihen. Das bedeutet, Gläubiger können die Bitcoins nicht einfach pfänden, nur weil der Kurs auf 20.000 USD fällt.

Dennoch gibt es strukturelle Risiken:

  1. Die Put-Option 2028: Viele der 2024 und 2025 ausgegebenen Anleihen erlauben es Investoren, 2028 die Rückzahlung zu verlangen. Befindet sich Bitcoin dann nahe der Insolvenzschwelle, könnte eine Rückzahlungswelle Notverkäufe erzwingen.
  2. Cashflow-Engpässe: Das Softwaregeschäft generiert etwa 120–130 Mio. USD pro Quartal. Das reicht kaum aus, um die jährlichen Zins- und Dividendenverpflichtungen von ca. 689 Millionen USD zu decken.
  3. Verwässerung der Aktionäre: Um Verkäufe zu vermeiden, würde das Management vermutlich massiv neue MSTR-Aktien ausgeben, was den Wert für bestehende Aktionäre stark mindern würde.

Der Defensiv-Plan des Managements

Um einen "Krypto-Winter" zu überstehen, hat Strategy Inc. bereits vorgesorgt. Im Dezember 2025 wurde eine Cash-Reserve von 2,25 Milliarden USD gebildet. Laut Berichten von Bloomberg sichert dies die Zins- und Dividendenzahlungen für mindestens 21 bis 30 Monate ab – selbst wenn kein einziger Satoshi verkauft wird.

Für Anleger, die solche Marktschwankungen absichern wollen, ist die Eigenverwahrung der Schlüssel. Vergleichen Sie die sichersten Optionen in unserem Krypto-Hardware-Wallet-Vergleich.

Wie die neuesten Krypto-News zeigen, kaufte MicroStrategy erst Ende Januar 2026 weitere 2.932 BTC nach. Für Saylor gibt es weiterhin nur eine Richtung: "All-in".

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