Bitcoin hat mit einem Wertverlust von über 67% seit Jahresbeginn einen eher stolprigen Start ins Jahr 2018 erlebt. Die Digitale Währung, welche zuletzt mit einem Preis von fast $20.000 weltweite Aufmerksamkeit auf sich zog, erreichte am Dienstag morgen ein Tief von $6.000. Zwischenzeitlich erholte sich Bitcoin wieder etwas und steht zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels bei $7.500.

Wenn wir uns das gesamte Jahr der Kryptowährungen soweit anschauen können wir vorallem eines erkennen: Rote Diagramme. Bedanken dafür kann man sich bei beängstigenden Artikeln bezüglich Staatlichen Regulierungen, Krypto Betrügern und dem größten Diebstahl den die Kryptowelt je gesehen hat. Trotzdem hat eine der ältesten Kryptobörsen der Welt ein viel größeres Problem.

In einem Interview mit Business Insider erklärt Miha Grcar, welche bei Bitstamp für Business Development verantwortlich ist, dass es einen massiven Talent-Mangel in der Industrie gibt. Dies zeige sich erkenntlich durch die Probleme, die die Krypto-Börsen dank der stets steigenden Popularität der Digitalen Währungen erfahren haben.

 

Quelle: CoinMarketCap

CoinMarketCap Daten zufolge stieg das auf täglicher Basis gehandelte Gesamt-Volumen aller Kryptowährungen im Dezember stetig an und erreichte am 4. Januar einen Höhepunkt von $71 Milliarden. Das 24-Stunden Volumen befindet sich seitdem bei ca. $20 – $50 Milliarden und führt weiterhin zu einer großen Nachfrage an Kryptowährungsbörsen, da immer mehr neue Investoren auf den Markt kommen.

Um dies in die richtige Perspektive zu setzen schauen wir uns einmal die folgenden Statistiken an: Mainstream-Kryptohandelsapp Coinbase registriert mehr als 100.000 neue Nutzer pro Tag, bei der Chinesischen Börse Binance soll es sich sogar um mehr als 250.000 Registrierungen pro Tag handeln. Einem Bericht von Business Insider zufolge fügte auch Kraken, eine US-Börse, gegen Ende Dezember mehr als 50.000 neue Nutzer pro Tag hinzu.

Als Resultat hiervon sieht man völlig überforderte Krypto-Börsen mit einer Infrastruktur welche zu wünschen übrig laesst. Einige der Handelsplattformen mussten sogar jegliches Trading für mehrere Stunden, oder sogar wie im Fall von Kraken, für mehrere Tage stoppen.

Mittlerweile hat sich das gesamte Krypto-Handelsvolumen auf ca. 20-30 Billionen Dollar reduziert, dank der pausenlosen schlechten Nachrichten die die Kryptowelt kürzlich ertrug. „Wir haben unsere Operationen endlich wieder im Normalzustand“, erklärt Grcar. Sie sagte auch dass, obwohl die Börsen viel in neue Infrastruktur investiert haben, die Firmenoperationen ständige Upgrades benötigen für welche zurzeit einfach nicht genügend kompetentes Personal vorhanden ist.

„Die weltweite Zufuhr an erfahrenem Personal im Blockchain und Distributed Ledger Bereich ist ein wenig beschränkt.“ laut Grcar. „Dies ist ein grosses Problem.“

Hinzufügend kommt dass Kryptobörsen nun auch Konkurrenz aus dem Bereich der traditionellen Finanzinstitutionen bekommen. JPMorgan und Citibank suchen derzeit nach Personal mit Blockchain Erfahrung, der Technologie auf der Bitcoin basiert.

Bloomberg berichtet hier auch dass sich die Anzahl der Kryptojobs auf LinkedIn während dem Jahr 2017 mehr als vervierfacht hat.

Nichtsdestotrotz ist Grcar optimistisch was die Zukunft der Kryptobörsen anbelagt.

„Wir sehen weiterhin spannende Zeiten am Horizont“, sagt sie.