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Segwit2x in den Startlöchern: Miner entscheiden über erste Schritte der Blockchain-Protokolländerung

Blockchain

Chancen für mehr Bitcoin Transaktionen: das ist das große Ziel der gerade ausharrenden Protokolländerung im Blockchain-Netzwerk. Denn wenn in den Datenblöcken von Blockchain mehr Transaktionen verarbeitet werden, wird das System leistungsfähiger.

kommt die Blockchain-Protokolländerung? Miner stimmen ab

Morgen könnte der Startschuss fallen. Dann entscheiden Miner über eine mögliche Protokolländerung im Bitcoin-Netzwerk, die aus dem Vorschlag eines Kern-Entwicklerteams und dem im Mai erarbeiteten Konsens zwischen Unternehmern und Minern hervorgeht. Die Entscheidung auf der Oppositionsseite über die Bitcoin Protokolländerung Segwit2x steht in den Startlöchern. Das Morgen anstehende „Bitcoin Improvement Proposal (BIP) 91“ ist der erste Schritt.

Noch bis Sonntag haben Miner Zeit

In weniger als 24 Stunden erzeugen Miner, die sich für die geplanten Änderungen in Punkto Bitcoin aussprechen, Blocks mit einem extra Bit. Ihre Zustimmung wird durch einen modifizierten Header in dem Block angezeigt, den der jeweilige Miner erzeugt. Miner stimmen damit einem Beschluss zu, der im Mai 2017 gemeinsam von Minern und Bitcoin-Dienstleistern und Unternehmen erarbeitet und vorgestellt wurde.
Ein großer Schritt: Laut Heise online-ticker akzeptieren mittlerweile 90 Prozent der Miner BIP 91 – und damit ein umfangreiches Upgrade namens Segwit2x, das die lang schon anhaltende Diskussion über die Blockgrößenänderung in der Bitcoin-Blockchain beendet.
Die bisher auf 1 MByte begrenzte Blockgröße wurde nämlich immer häufiger zum Nadelöhr bei Transaktionen und sorgte so für immer höhere Transaktionsgebühren. Die nun anstehende Protokolländerung umfasst sowohl die Erhöhung der Blockgröße auf 2 Mbyte als auch die Änderung Segregated Witness (Segwit) – zwei Streitpunkte, die bisher nur separat zur Diskussion standen.

Hintergrund: eigentlich war die Transaction Malleability – also ein Sicherheitsproblem – Grund dafür Segwit einzuführen. Nun ist Segwit weit mehr als nur die Lösung der einst zugrundeliegenden Sicherheitslücke. Ohne Blockgrößen-Parameter zu beeinflussen löst Segwit2x nun tatsächlich ein weiteres Problem: Es liefert neue Speichermöglichkeiten von Transaktions-Signaturen und sorgt so für zusätzliche Kapazitäten. Entwickler von Core strebten schon länger Segwit an. Widerstand kam bisher aber vor allem aus China, wo große Schürfzentren alle vorgeschlagenen Inhalte einer Protokolländerung ablehnten. Sie fürchteten vor allem Lightning Networks – also Bezahlkanäle außerhalb der Bitcoin-Blockchain, die für sie geringere Transaktionsgebühren zur Folge hätten.

Sofern die Miner mitmachen, gelingt am Sonntag mit BIP 91 der erste Schritt der Protokolländerung. Wenn alles so stattfindet wie geplant und 95 Prozent der Bitcoin-Miner 14 Tage lang (2016 Blöcke) ihre Zustimmung signalisieren, geht Segwit Mitte August in die zweite entscheidende Runde und tritt dann 14 Tage später in Kraft.

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