Soviel zum Thema Anonymität von Krytowährungen. Wie Recherchen von Motherboard ergaben, hat Bitcoin.de aus eigenem Antrieb Kundendaten an die Polizei übergeben – freiwillig. Erforderlich dafür war allein ein Anruf.

Rein rechtlich sei die Bitcoin Deutschland AG berechtigt gewesen die Befragung abzulehnen, so der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar gegenüber Motherboard. Stattdessen habe sich das Unternehmen auf seine „vertrauensvolle Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden“ berufen. Und das, obwohl bisher beim Unternehmen keine polizeiliche Anfrage eingegangen sei, der „berechtigtes Interesse“ zugrunde gelegen habe.

Motherboard berichtet von mindestens acht Fällen,  bei denen bitcoin.de sensible Kundendaten an die Polizeibehörde Hannover weitergereicht habe. Die dem Onlinemagazin vorliegenden Gerichtsakten bestätigten, dass Bitcoin.de die von der Polizei erbetenen Daten allein auf die formlose Anfrage hin an die Polizei weitergegeben habe – dazu waren weder ein Schreiben der Staatsanwaltschaft noch ein richterlicher Beschluss notwendig.

Nicht anonym sondern pseudonym

Das zeigt einmal mehr, dass auch Kryptowährungen bzw. das System auch keine Garantie auf Anonymität geben. Zwar gelten Bitcoin und co. als sichere und anonyme Zahlungsmittel, doch anhand der dahintersteckenden Blockchain ist es jeder Zeit möglich darüber getätigte Transaktionen aufzudecken.

Denn im Grunde geschieht der Versand von Coins pseudonym: Die Bitcoin-Adresse, eine Zeichenkette mit 27 bis 34 Stellen – kann mit der dazugehörigen Person in Verbindung gebracht werden und natürlich auch alle mit dieser Adresse getätigten Geldgeschäfte – so geschehen bei bitcoin.de. So ist die Blockchain zwar für Außenseiter ein kryptischer Code, der nicht so leicht durchschaubar ist – eine Garantie auf Unsichtbarkeit ist sie nicht.

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