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Bitcoin-Cash-Entwicklung

BCT – BCC – Wie entwickelt sich die gespaltene Kryptowährung?

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Tag zwei nach dem Hard Fork und wir halten fest: Das große Drama ist ausgeblieben. Private Key Besitzer haben insgesamt sogar gewonnen. Zunächst mal 400 Euro Plus. Jetzt gilt es BCT und BCC-Entwicklung weiter im Auge zu behalten und Besonnenheit zu zeigen.

Vorsicht vor Spekulationen

Alles auf eine Karte zu setzen, dafür ist es derzeit aus unserer Sicht zu früh. Denn noch ist nicht abzusehen, wohin die Reise gehen wird. Im Grunde verfügen beide Bitcoin-Versionen über Neuheiten im Protokoll, deren Entwicklungen abzuwarten sind. Auch der bisherige Bitcoin setzt mit Segwit auf Innovation: einmal auf die Problemlösung für „transaction malleability“ und unter anderem auch auf  Systeme wie das Lightning Network, die Transaktionen ohne Wartezeit ermöglichen sollen – ganz einfach, indem Transaktionen über separate Micropayment-Kanäle abgeschlossen werden. Statt jede einzelne kleine Zahlung im Blockchain zu protokollieren, tauschen Nutzer des Lightning-Networks damit Bitcoin-Beträge so oft sie wollen untereinander aus. Der wechselseitige Geldfluss dieser beiden Parteien bleibt erst einmal unter vier Augen. Im Blockchain vermerkt bleibt lediglich der Endbetrag. BTC möchte die Kapazität als onchain knapp halten und dafür aber offchain skalieren – etwa mit dem  Lightning-Netzwerk.

Imposanter Start von Bitcoin Cash

Bitcoin Cash wiederum sieht eher als P2P Cash System – daher auch der Name: Bitcoin Cash. Auch hier sind Offchain-Aktionen denkbar, erst einmal deckt hier aber die Blockgröße den Bedarf. BCH legte einen imposanten Start hin – mit einer gestern fast einhundertprozentigen Steigerung. Coin market cap listet Bitcoin Cash zur Stunde wieder unter der 500 $-Marke, aber nach wie vor auf auf Platz drei der gefragtesten Kreditgewährungen.

Unterdessen berichtete die Nachrichtenagentur Nikkei, dass viele japanische Händler sogar angekündigten, den Handel auf ihren Plattformen für kurze Zeit auszusetzen. Handelsunterbrechungen planen unter anderem Bitbank sowie Minnano Bitcoin, und auch BITPoint. Japan hatte den Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt und dort leben besonders viele Bitcoin-Nutzer. Daher bestünde dort ein zu großes Risiko technischer Instabilitäten, aufgrund derer Bitcoins verloren gehen könnten.

Kraken-Chart

Auf den großen Börsen Kraken, Bittrex und einigen chinesischen Exchanges war aber bitcoin Cash auch gestern schon handelbar. Und dabei ist Kraken für Nutzer in Deutschland und der EU besonders wichtig, da die Börse einen liquiden Euromarkt zur Verfügung stellt. Bitcoin Cash kann dort direkt in Euro gewechselt werden.

Aussicht: heiter bis kryptisch

Aber was sich jetzt aus der Anfangssituation entwickeln wird, ist spannend und absolut unvorhersehbar. Möglicherweise stirbt eine der beiden Währungen. Vielleicht verkümmert BCC? Oder Bitcoin Cash mausert sich – wie es ja gerade den Anschein macht – zu einem imposanten Alt-Coin, der den Bitcoin zunehmend unter Druck setzen wird? All das ist möglich und abzuwarten.

Von Ethereum lernen?

Noch nicht in weiter Ferne ist die Spaltung von Ethereum ein gutes Beispiel dafür, dass gespaltene Krytowährungen in zwei ganz ähnlichen Blockchains ohne weiteres nebeneinander existieren können. Dank Anlagen wie Smart Contracts oder ICOs konnte sich Ethereum zwar Platz zwei der Cryptocharts sichern, doch auch Ethereum Classic läuft auf Platz sieben sicher nicht unter ferner liefen.

SegWit2x wird es zeigen

Erst im Spätherbst wird sich mit SegWit2x herauskristallisieren, was nach der endgültigen Spaltung passieren wird. Denn erst dann wird die neue Software aktiviert. Und diese im November erst stattfindende Spaltung ist dann tatsächlich mit der von Ethereum vergleichbar. Erst dann erst erfolgt auch bei BCT der Umstieg auf die neue Blockchain.

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